Epsiode 7 - Warum Kampfsport wertvoll für die Schulbegleitung ist
Shownotes
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Transkript anzeigen
00:00:08: Die erste Aufgabe ist, erst mal da zu sein.
00:00:10: Das ist schon ganz wichtig und die Beziehungsarbeit auch wachsen zu lassen.
00:00:15: Und das geht morgen um viertel nach acht los, wenn die Kinder aus dem Bus aussteigen, dass ich da bin und sage guten Morgen schön, dass du da bist.
00:00:22: Jetzt kann man das was an Anforderungen durch die Schülerschaft jeden Tag quasi aufläuft, kann man eigentlich nur als Team bewältigen.
00:00:30: Wenn man versucht sich macht es jetzt alleine dann wird es kläglich scheitern weil dafür ist es wirklich viel zu anspruchsvoll.
00:00:36: Ihr hört
00:00:36: Klassenklima
00:00:37: Der Talk über Schubbegleitung von SAP Ruhr.
00:00:41: In diesem Podcast reden wir darüber, was es bedeutet und braucht um Schubegleiter zu sein.
00:00:46: Hürden, Kontroversen – und auf Folge – all das bespreche ich, Fee als freie Journalistin diesmal mit Andreas Engelsieben!
00:00:54: Er ist gelernter Sonderpädagoge und Konrektor an der Janusz Korczakschule in Wuchum.
00:00:59: In seiner Freizeit ist er sehr sportlich und macht unter anderem Kraft Maga.
00:01:03: Tatsächlich spielt diese Sportart auch später noch eine besondere
00:01:06: Rolle.
00:01:07: Erst mal sprechen wir aber über die Janusz Korczak-Schule, kurz JKS.
00:01:11: Und wie sie mit der SRB Ruhr zusammenarbeitet?
00:01:15: Wenn man über die Besonderheiten der Schule spricht dann ist es erstmal eine Schule wo Menschen unterrichtet werden und im Leben begleitet werden, die besondere Bedürfnisse haben aufgrund ihrer Gesamtpersönlichkeit.
00:01:27: Das fordert natürlich auch die Personen, die diese Menschen begleiten also die Schülerinnen und Schüler das die auch ein bisschen besonders sind Und ich glaube, das sind dann auch schon die markanten Merkmale strukturell.
00:01:37: Dass wir einfach besondere Menschen da haben und eben Menschen, die sich auf die Fahne geschrieben haben, auf diese Bedürfnisse gut einzugehen um eben lernen und Lebensbegleiter zu sein.
00:01:48: Das klingt ja schon nach eher so einer Grundhaltung auch?
00:01:52: Also was ist denn euer Mantra?
00:01:56: oder was soll man sagen?
00:01:57: Mantra!
00:01:57: Ja also wir haben ein Schulmotto.
00:01:59: Das heißt für das Leben Lernen professionell begleitet und das haben wir schon sehr, sehr lange.
00:02:06: Wir schreiben zwar aktuell am Schulprogramm aber es könnte gut sein dass dieses Motto was wir seit vielen Jahren haben auch das übersteht und auch bleibt weil das eigentlich sehr gut zu uns
00:02:15: passt.
00:02:16: Jetzt ist der Schwerpunkt geistige Entwicklung.
00:02:19: Was heißt das denn genau also für Menschen die vielleicht nicht so Berührungspunkte haben mit Menschen die eine geistig Entwicklungsstörung haben oder Behinderungen?
00:02:28: Dann würde ich mal mit einer Art Definition anfangen.
00:02:30: Da muss man in die AOSF gucken, das muss sich jetzt nicht weiter erläutern aber da steht drin dass unsere Schülerschaft kognitive Einschränkung hat und die auch zum Teil hochgradig sein können und das ist so auch das Kardinalmerkmal Und da geht es natürlich auch um den Einfluss, der auf die Gesamtpersönlichkeit einspielt.
00:02:49: Das heißt wenn ich kognitive Einschränkungen habe ist das ja nicht nur beim Denken sondern dann ist mein Verhalten und ein Ausdruck.
00:02:55: alle möglichen Bereiche meiner Person sind dann eben auch möglicherweise andersartig muss nicht sein aber ist manchmal so.
00:03:03: Okay und dann brauchen also kannst du mal Beispiele nennen was für Behinderung dann da vielleicht aufeinander treffen oder Wie die Klassen zusammengesetzt sind.
00:03:14: Ob die nicht Schwerpunkte haben oder so was?
00:03:17: Ich sag mal, den Klassiker, den viele Menschen kennen, sind Menschen mit einem Down-Syndrom, also Trisomie ein, zwanzig.
00:03:24: Das wird aber immer weniger ... Da kann ich vielleicht später noch sagen, wo drin das liegen könnte.
00:03:30: D.h.,
00:03:30: dass ist ein Syndrome, wo man sagen kann, daraus resultiert eine geistige Behinderung.
00:03:35: Wir haben auch ganz viele Menschen, Schülerinnen und Schüler bei uns, wo wir das gar nicht genau sagen können, wo es nicht abgegrenzt ist.
00:03:42: Der Ausdruck ist, dass kognitive Fähigkeiten einfach reduziert sind.
00:03:45: Das heißt die können beispielsweise im schulischen Lern schlechter lesen, schlechter rechnen und schlechter meint nicht so viel wie Kinder, die eben keine Einschränkungen haben.
00:03:54: Und das ist aber auch oft, dass es sich im Verhalten einfacher äußert, da sich zum Beispiel Bedürfnisse nicht so gut zurückstellen kann, dass ich vielleicht ein bisschen Impuls gesteuert bin.
00:04:04: und dann haben wir zunehmend immer mehr Menschen, die mit einer Autismus-Spektrumstörung daherkommen Und das bedeutet, dass die Verhaltensweisen oft nochmal extra originell sind.
00:04:15: So will ich das mal sagen.
00:04:16: Das kann sein auch hier die Sachen nicht schon genannt habe aber da sich bestimmte Reize nicht gut verarbeiten kann oder zu wenig Reize habe und wann immer das so ist kann es sein Bei Dingen, wo du würdest sagen würdest du auch stresst mich jetzt nicht.
00:04:31: Dass diese Personen dann sagen das ist ja so groß und so stressig für mich dass ich dem Ausdruck verleihen muss und es kann eben auch sein, dass sich dann aggressiv werde oder rumschreihe oder wenn ich zu wenig Reize habe, dass ich mich selber stimuliere.
00:04:43: Das kann sein dass ich einfach aufm Stuhl wippe oder auch daß ich mir in die Hand beiße weil ich denke jetzt muss ich mich mal spüren sonst kriege ich meine Energie einfach nicht
00:04:51: weg.
00:04:52: Um den verschiedenen Menschen mit Behinderung gerechtswerden braucht es Strukturen Denn die JKS muss nun mal einen Bildungsauftrag
00:04:59: erfüllen.
00:05:00: Von den räumlichen Strukturen braucht es z.B.
00:05:02: viel Platz, in den einzelnen Klassen sind nicht mehr als Zwölf Schüler und Schülerinnen – und es gibt zusätzliche Räume um sich zu regulieren!
00:05:10: Sogenannte Snoozlräume.
00:05:12: Diese ganzen Einheiten braucht es, um eine Beschulung möglichzumachen.
00:05:16: Und von den Strukturen ist, wenn viele sehr unterschiedliche Menschen in einem Raum unterrichtet werden.
00:05:21: Also wir haben eine Bandbreite von vielleicht jemanden in einer Klasse der schon ein bisschen lesen kann, vielleicht Sätze auch sinnnehmend erfasst und andere die das so gar nicht können.
00:05:30: Die für das klassische Lesen, was wir jetzt so kennen überhaupt kein Verständnis haben, die keinen Verständnissen für Buchstaben oder der gleiche haben.
00:05:37: Okay.
00:05:38: Und die sind dann strukturell in einem Raum und müssen eben auch in Deutsch unterrichted werden oder in Mathe.
00:05:43: Jetzt ist ja ein Part auch in diesem ganzen System die Schulbegleitung.
00:05:49: Früher ... Sehr wichtig!
00:05:50: Genau, sehr wichtig.
00:05:51: Früher waren es irgendwie Integrationshilfen und jetzt ist er eine Schulbeleitung gerade an der Schule, in der eigentlich alle Kinder irgendeine Beeinträchtigung haben.
00:06:01: kann man sagen?
00:06:02: Ja genau.
00:06:03: Ist das eher dann
00:06:05: ein normaler Bestandteil.
00:06:07: Wie werden diese Schulbekleidung denn in diesen Schulalltag damit eingebunden?
00:06:11: Na ja, erst mal haben die einen relativ klaren Arbeitsauftrag und ein Arbeitsfeld wo man sagen kann das ist eure Zuständigkeit.
00:06:18: Jetzt kann man das was an Anforderungen durch die Schülerschaft jeden Tag quasi aufläuft, kann man eigentlich nur als Team bewältigen.
00:06:26: wenn man versucht ich mache das jetzt alleine dann wird es kläglich scheitern weil dafür ist es wirklich viel zu anspruchsvoll.
00:06:31: Und die Assistenzkräfte so kann ich die alle unter einem Begriff erstmal zusammenfassen dass sind dann wie du gesprochen hast möglicherweise Integrationskräfte, die eher eins zu eins sind.
00:06:41: Aber eben auch Assistenzkräfte, für viele Schülerinnen oder für eine klasse zuständig sind und die haben eben wie der Begriff Assistenzkraft schon sagt den Job alles zu assistieren was an Aufgaben anfällt und das kann ja keine Alltagshandlung sein oder das kann eine gute Unterstützung im Unterricht auch sein.
00:07:00: Okay und das heißt dann weil also ich habe jetzt halt schon aus Sicht der Menschen, die hier bei der SAP arbeiten gehört.
00:07:08: Was sind die klaren Aufgaben einer Schulbegleitung?
00:07:10: Aber was würdest du denn sagen, sind das in deinen Augen die klare Aufgaben?
00:07:14: Also die erste Aufgabe ist erst mal dazu sein.
00:07:16: Das ist schonmal ganz wichtig und die Beziehungsarbeit auch quasi wachsen zu lassen.
00:07:22: Und das geht morgen um viertel nach acht los, wenn die Kinder aus dem Bus aussteigen, dass ich da bin und sage guten Morgen schön, dass du da bist.
00:07:29: Dann begleitet man die Schüler und dann kommen eben ganz viele Dinge wo Kinder in der Grundschule meistens noch keine Unterstützung mehr brauchen, das ist.
00:07:37: Wie hänge ich denn meine Jacke auf?
00:07:39: Wie kriege ich den Reißverschluss auf?
00:07:41: Wo muss denn meine Jacke überhaupt hin?
00:07:43: Krieg' ich meinen Tonnister vom Rücken runter!
00:07:46: Wo muss mein Heft hin?
00:07:47: und wo muss mein Tonnist dahin?
00:07:48: Wo ist dann mein Platz?
00:07:50: Also ganz viele Dinge die für die meisten Menschen total selbstverständlich sind – das sechs, sieben, acht-Jährige können.
00:07:56: Und da ist die Assistent natürlich gefragt um zu sagen so Wir haben das jetzt schon geübt, aber schau noch mal die Jacke muss so aufgegangen werden.
00:08:02: Ah ich merke du kannst das schon aufmachen, aber den Anfang da muss ich denen auch deine Hand
00:08:07: führen.".
00:08:07: Das sind Dinge die Assistentinnen im Alltag eben übernehmen.
00:08:13: Das sind aber so die lebenspraktischen Dinge.
00:08:15: für dem Bereich von Unterricht ist es dann eben alles zu tun wo Selbstständigkeit noch nicht funktioniert aber gefördert werden soll.
00:08:23: okay Ich mache dir den Klebestift auf, aber kleben musst du selber.
00:08:27: Du weißt nicht wo dein Fach ist?
00:08:28: Ich bring dich hin!
00:08:29: Die Schublade ziehst du aber selber raus.
00:08:31: und das sind sehr viele kleine Aufgaben die anfallen, die eine Lehrkraft allein überhaupt nicht bewerkstellen könnte.
00:08:39: und das ist das was ich meine.
00:08:40: es funktioniert nur als Team.
00:08:42: Aber wofür eine Schulbegleitung nicht zuständig ist oder anders gesagt was eine Lehr Kraft leisten soll da ist Andreas komplett überein mit den Vorstellungen der SRB Ruhr.
00:08:52: Das ist eigentlich das pädagogische Konzept.
00:08:54: Die Assistenz ist eher dafür da, eine Idee, eine Zielrichtung und eine Förderung umzusetzen.
00:09:01: Also die Assistenten sind da, haben aber natürlich jetzt in der Regel nicht sonderpädagogisch studiert.
00:09:06: D.h.,
00:09:07: was braucht denn dieser Schülerinnen als nächstes am meisten?
00:09:11: Oder welcher Schwerpunkt liegt dem Förder Plan niedergeschrieben.
00:09:16: Das können die gar nicht wissen, aber wenn man sagt okay für diesen Schül ist der Selbstständigkeit wichtig und damit er das Lernbrauch der Dies-Utogenes dann ist es die Umsetzung durch die Assistenz.
00:09:26: Die Richtung was jetzt gerade das Wichtigste ist dass es durch die Lehrkräfte weil die ja pädagogisch anders oder mehr geschult sind als die Assistentskräfte
00:09:33: Ich meine, klar.
00:09:34: Natürlich neben den fachlichen, was ein Lehrer halt unterrichtet und das ist halt das ...
00:09:38: Dann kommt es eben auch dazu, dass wir manchmal richtig gute Leute haben die, sag ich mal, ein gutes Gespür für die Schüler haben und die werden dann eben auch kreativ und machen eigenständige Dinge wo auch Lehrkräfte sagen hey da ist eine gute Idee von dir.
00:09:51: also Das ist jetzt nicht so, dass die reine Befehlsempfänger sind sondern die dürfen natürlich auch im Kontakt mit den Menschen gute Ideen haben und da geht's wirklich auch viel ums Zwischenmenschliche.
00:10:01: Aber die grobe Richtung wird erst mal von den Lehrkräften so vorgegeben.
00:10:04: Und wenn jemand da ist, wo man sagt hey der hat wirklich gute Ideen ja dann ist auch Raum dafür da dass sie umgesetzt werden können.
00:10:09: natürlich darf es jetzt nicht zu kreativ sein wenn einer sagt keine Ahnung habe ich kein gutes Beispiel dafür.
00:10:15: Ich bin aber jetzt der Meinung das der Schüler was ganz anderes braucht als die Lehrkraft sich da ausgedacht hat.
00:10:20: Dann muss man ins Gespräch und sagen Ja ist eine gute Idee ist aber jetzt gerade nicht unsere Priorität.
00:10:25: Für Andreas ist also eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe wichtig.
00:10:29: Das Wünsche und Erwartungen so gut es geht über Einkommen, denn die Schulbegleitung in ihrem Job zu halten ist auch für die Seiten der Schulen wichtig!
00:10:36: Deshalb nimmt Andreas alle Schulbeleitungen am Anfang einmal persönlich in den
00:10:39: Empfang.".
00:10:50: Also zumindest erwarte ich immer, dass die einmal kurz bei mir Hallo sagen damit ich ein Gesicht habe und die auch ein Gesicht haben.
00:10:57: Weil es ist ja auch wichtig das die Ansprechpartner für den Fall ist gibt mal Probleme.
00:11:01: Und dann ist mir das Wort Wertschätzung nicht nur das Wort sondern auch als Grundwert total wichtig weil ich sage immer wenn die Assistenzkräfte an einem Tag gemeinsam beschließen würden wir kommen heute nicht Dann haben wir nicht eine mittelschwere Krise sondern eine ziemlich große Krise.
00:11:20: Und deshalb finde ich das auch wichtig, dass die Assistentinnen und Assistenten immer mit sehr viel Wertschätzung behandelt werden.
00:11:26: Da sollen sie auch spüren.
00:11:28: Da soll nicht irgendwo in einem Konzept stehen sondern die müssen da spülen.
00:11:31: Das bedeutet eben auch wenn die neu sind, dass ich sage, guten Tag mein Name ist Andreas Engelsieben.
00:11:35: schön, dass du da bist.
00:11:37: Du musst jetzt in den und den Raum und wenn du Fragen hast kannst du jederzeit kommen.
00:11:41: Wir versuchen natürlich jetzt auch neuerdings Kleine Mikrofortbildung zu machen, weil die sind ja nicht komplett orientiert in dem Arbeitsfeld wo sie sind und dann kann Informationen und kleine Fortbildungen unfassbar viel helfen.
00:11:54: Und was ist das für Vorbildung?
00:11:56: Also so Mikrovorbildungsglied ist ein süßes Begriff.
00:11:58: Was macht ihr genau?
00:12:00: Genau, also das sind ähnliche Dinge die ihr auch hier beim SAB anbietet.
00:12:04: Ich so weit ich weiß macht die Fortbildung zum Thema Autismus Spektrum Stilungen.
00:12:08: einmal zu den Grundtätigkeiten, die so anfallen.
00:12:11: wir haben z. B jetzt zuletzt Mini- oder Mikrofortbildungs und Thema Schutzkonzept gemacht.
00:12:18: Brandschutz ist eben auch so etwas.
00:12:20: Das machen mit den Lehrkräften natürlich aber wir haben ja mittlerweile sehr viele Assistenzkräfte da rumlaufen Und sie müssen ja auch sehr genau wissen was im Brandfall zu tun ist
00:12:29: Gerade mit Kindern, die eine Behinderung haben.
00:12:31: Das kommt wahrscheinlich auch körperlich.
00:12:35: Genau, erst mal haben wir viele unserer Schülerinnen und Schülern wenig Gefahrenbewusstsein.
00:12:40: Auch in der Orientierung gibt es manchmal Schwierigkeiten.
00:12:42: Dann muss eben der Wachsender da sein, hier geht's lang!
00:12:45: Es brennt oder ist halt nur ne Übung.
00:12:47: Nun gibt es aber neben diesen eher klassischen Schulungen auch eine besondere Entwicklung an der JKS.
00:12:53: Vielleicht erinnert ihr euch an Andreas Vorstellung?
00:12:55: Er macht krass Maga
00:12:56: – nun Eigentlich sehr weit weg von Schule.
00:13:00: Kauf mal gar ist schließlich Straßenkampf!
00:13:02: Nun hat sich Andreas mit dem Thema auf die Reise gemacht, der Gewalt zwischen Lehrern und Schülern zugenommen hat...
00:13:08: Das liegt einmal daran, dass es manchmal bei Menschen mit Autismus Spektrum einfach Ausdrucksform ist.
00:13:13: Im Sinne von ich begrüße dich nicht mit High-Five sondern meine Kontakteaufnahme ist das ich dir in den Arm knäife.
00:13:18: Das fühle mich völlig normal.
00:13:19: also für einen Menschen kann das normal sein.
00:13:22: oder auch dass ich eben nicht in der Lage bin du hör mal das was du gerade gemacht hast gefällt mir nicht so gut sondern ich schlage dann einfach weil ich meinem Gefühl keinen anderen Ausdruck geben kann.
00:13:31: und das sind Phänomene die im Alltag vermehrt.
00:13:34: Und jetzt kann man ja nicht von Lehrkräften erwarten, dass sie sich jeden Tag kneifen, kratzen und beißen lassen.
00:13:41: Also muss man sagen okay es gibt zwei Komponenten, man kann gucken das man dem ganzen präventiv begegnet, dass man Systeme, Strukturen schafft wo diese Aggression eben nichts zum Ausdruck kommt.
00:13:53: aber egal wie gut die Konzepte sind, man kriegt das nicht weg.
00:13:56: Das heißt Ich muss Lehrkräften eigentlich eine Möglichkeit geben.
00:14:00: Na ja, wie kann ich mich denn in Anführungszeichen verteidigen wenn mir einer mal wirklich aufgrund seiner begrenzten Möglichkeiten wirklich meins Gesicht hauen will oder mich schlagen will oder mig kratzen will?
00:14:11: Die meisten wissen nicht, wie sie das machen sollen.
00:14:14: und dann kommt eben dass Das ist Graf Maga, ist dafür eigentlich nicht wirklich gemacht.
00:14:19: Aber man kann das ganz gut adaptieren weil es eben sehr funktional ist.
00:14:22: also wie kann ich mich denn bewegen?
00:14:24: Wie kann ich denn überhaupt beobachten und sagen okay hier könnt ihr die Luft gleich anfängt zu brennen was kann ich dann tun damit es vielleicht nicht eskaliert?
00:14:32: und gleichzeitig na was kann Ich denn tun wenn der zur Backpfeife ausholt und mir eine scheuern will?
00:14:36: ja also dass heißt man lernt dann oder Die begleitung oder Lehrer können lernen wie man sich ab
00:14:45: Wert?
00:14:46: Also das steckt ein bisschen noch in den Kinderschuhen.
00:14:49: Das heißt, wir haben vor einem Jahr eine große Fortbildung mit allen Lehrkräften gemacht.
00:14:54: zu diesem Thema.
00:14:55: auch wirklich was ist die Rechtslage, was darf ich denn überhaupt mich wehren oder muss sich das alle sehr dulden lassen?
00:15:01: wie kann ich das machen, was kann ich machen wenn es wirklich mal ne Krisensituation ist also wenn einer keine Ahnung mit Neunzig Kilo und sehr viel Energie- und Testosteron auf mich zukommt wenn mich wirklich umwämsen will was kann Ich dann überhaupt machen?
00:15:13: Und wir haben im Nachgang gesagt, okay das ist schon wichtig und dann habe ich halt gesagt, Leute ich kann euch das ein oder andere zeigen.
00:15:19: Dann haben wir wieder so eine Mikrofortbildung einen Nachmittag gemacht weil da geht es ganz viel um eine Haltungsfrage.
00:15:25: Die Pädagogen haben ja in der Regel alle ein großes Herz.
00:15:30: Wenn dein Gegenüber ein Schüler die Wahl der körperlichen Auseinandersetzung wählt.
00:15:35: Dann kann es sein, dass du mit der Sprache überhaupt gar nichts mehr bewirksst.
00:15:39: Also musst du dann möglicherweise eben auch was Körperliches wählen und da muss man eine bestimmte Haltung zu haben?
00:15:45: Und dann muss man wissen, auch ein bisschen naja das kannst du machen im Sinne deiner Selbstverteidigung und eben was auch nicht
00:15:54: Das ist natürlich dann wahrscheinlich bei euch an der Schule wirklich so ein Sicherheits- und Präventionsthema.
00:16:02: Wichtiger ist wegen diesem Förderschwerpunkt, oder?
00:16:04: Ja.
00:16:05: Also ich würde schon sagen dass bei uns mehr gekratzt und gekniffen wird als einem klassischen Gymnasium weil es eben auch mit der Schülerschaft zusammenhängt.
00:16:14: aber das betrifft nicht nur unsere Schule.
00:16:16: also gesamter Förderschutzbereich würde ich sagen ist die Gewalt gegen Lehrkräfte gestiegen?
00:16:22: und dann muss ich jetzt noch mal einschieben gewalt ist ja nie nur wenn ich jemanden haue oder klarkleife wir haben ja noch den Bereich der psychischen Gewalt Das sind ja auch Dinge, also auch da haben wir uns mit beschäftigt.
00:16:34: Aber krass ist halt wirklich immer wenn diese Attacke kommt und ich sehe die nicht kommen und hab dann halt eine Hand im
00:16:41: Gesicht.".
00:16:42: Heißt das es auch darum geht viel mehr Prävention zu haben?
00:16:46: Wie wir es teils in der Folge vier mit Bianca gehört haben!
00:16:49: Dort gibt's noch ganz viel zum Thema Prävenzion von Gewalt oder Deeskalation zu hören.
00:16:53: Schaltet doch gern da mal rein... aber auch bei der Kraft Maga weiter Bildung geht es um Deeskallation Und dabei geht es auch ganz viel um Körpersprache, Mimik und wie ich etwas stehe.
00:17:13: Das heißt, wenn ich denke, ich gucke gerade total nett.
00:17:24: Aber ich mache das in Wirklichkeit gar nicht und es wirkt völlig anders dann habe ich Ihnen der Kommunikation schon das erste Problem.
00:17:29: Deshalb ist man gut beraten, wenn man den präventiven Teil also wenn ich noch gestalten und etwas machen kann weiß wie ich wirke wenn ich so und so stehe dass ich eben nicht vielleicht mich groß mache weil groß könnte für den anderen bedeuten hey das eine Bedrohung verdammt er geht gleich auf mich zu und wenn ich mich bedroht fühle dann werde ich nicht sanftmütig und auch diese Dinge fließen natürlich alles in diesem Bereich
00:17:52: ein.
00:17:53: Spannend!
00:17:54: Das heißt aber für euch, weil du was ganz am Anfang erwähnt hast ist das dann auch
00:17:59: um
00:18:00: halt einen Gefühl der auch rechtlichen Sicherheit zu bieten also dass man sich überlegt okay Darf ich dann irgendwie machen?
00:18:07: Ja, das ist halt eine ganz klassische Frage.
00:18:09: Wenn der mich haut darf ich zurück hauen, darf ich das oder darf ich überhaupt meinen Arm dagegen halten dass der sich an meinem Arm dann irgendwie verletzt weil er denkt ihr könnte mein Gesicht treffen?
00:18:17: also da sind wir halt dann wirklich in Paragrafen des Paragrafs ein dreißig dann wo man wirklich sagt okay was muss denn vorlegen damit dich als Lehrkraft gegenüber meinen Schutz befohlen?
00:18:28: überhaupt eine körperliche Ich sag jetzt mal, gegen Attacke klingt so aggressiv.
00:18:32: Überhaupt durchführen darf und da muss man halt wirklich genau hingegen weil diese Kenntnis der Rechtssicherheit macht natürlich auch eine eigene Sicherheit.
00:18:40: wenn ich denke oh ich darf gar nichts machen um wenn nämlich hautmusik das alles ertragen ja dass aber großer quatsch.
00:18:45: wenn ich aber weiß ich darf mich sehr wohl schützen wenn es angemessen ist also es geht hier immer die um die Verhältnismäßigkeiten dann hilft mir das natürlich weil ich dann ein anderes verhaltensreportoire habe als wenn ich weiß du ich darf eigentlich gar nix machen.
00:18:58: Also ich denke mal auch so eine Rechtmäßigkeit wäre ja zum Beispiel, wir haben ja jetzt auch von manchmal sage ich mal so kleineren also sowas wie Kneifen oder dass ich mich vielleicht gegen jemandem drücke.
00:19:10: Oder jemand sehr fest umarme und da wäre ja zb auch eine rechtmäßigkeit würde ich jetzt mal vermuten zum beispiel einen griff zu lösen.
00:19:18: Respektvoll.
00:19:19: das ist glaube immer das schwierige es halt trotzdem noch würde vollzulassen.
00:19:23: Das ist immer schwierig.
00:19:24: Ja das ist halt immer ein bisschen schwierig weil Hinter jedem Verhalten stinkt er erst mal einen Sinn, ja?
00:19:30: Also wenn jetzt ein Schüler eine Lehrkraft unangemessen heftig und vielleicht sogar liebevoll umarmt dann steckt er erstmal im Bedürfnis hinter.
00:19:38: Trotzdem muss dieser Schüler diese Schülerin hier auch lernen.
00:19:41: übrigens das macht man eigentlich nicht beziehungsweise nicht mit Lehrkräften so Und in diesem Prozess des Lernens muss man dem auch sagen.
00:19:48: Übrigens ist dein Körper und es mein Körper und wir können gerne High Five machen oder dergleichen aber dieses Umarmen Wenn du das gerade möchtest in dem Moment Und ich das nicht möchte, dass es nicht okay.
00:20:00: Neue Einige lernen das relativ schnell und verandern ist es eben ein Prozess über einen langen Zeitraum weil das Bedürfnis ja total nachvollziehbar ist.
00:20:09: Also das ist dieses Nähe- und Distanzverhalten.
00:20:11: Nähe und Distance, Deeskalation oder bestimmte Krankheitsbilder?
00:20:15: Das sind Dinge in denen die JKS schult aber auch die SAB ruht!
00:20:19: So bieten beide Seiten etwas an um eine gute Zusammenarbeit zu ermöglichen, was man an einem Strang
00:20:24: zieht.
00:20:25: Zusammenarbeit geht ja immer in beide Richtungen und ich habe auch das Gefühl, dass sowohl SAB als auch die JKS eben ein verlässlicher Kooperationspartner sein will.
00:20:37: Das heißt nicht, dass alles gut läuft oder rund ist weil ... Ihr habt Rahmenbedingungen, wir haben eine Rahmenbedienung die nicht immer wunschgemäß sind.
00:20:45: Aber wenn man erstmal viel in Kommunikation ist und versucht auch verlässlich zu sein dann ist das schon mal ein Riesenfund.
00:20:51: Und das bedeutet eben auch Wenn jemand krank ist dass ihr versucht einen Ersatz zu schicken wenn sich bei uns irgendwas ändert keine Ahnung Die Klasse ist bestellt oder das Kind es langfristig krank dass wir auch in eure Richtung kommunizieren.
00:21:02: Das sind strukturelle Dinge die dürfen noch ein bisschen wachsen weil der Alltag ist immer echt krass so tausende Informationen.
00:21:09: aber das sind Dinge wenn man gut zusammenarbeitet und ich sage, der hat ja schon wieder Dorf gemacht.
00:21:13: Also in beide Richtungen die dazu helfen dass man eben diesen Job gut machen kann.
00:21:18: also da geht es eben auch um die Mitarbeiter fürsorge das sie wissen.
00:21:21: okay wenn irgendwo was ist Dann kann ich entweder zu meinem Team gehen, ich kann zur Schulleitung gehen.
00:21:26: Ich kann zur Beratungslehrkraft gehen und zu meinem Arbeitgeber sagen, wenn man die behandeln nicht durft, dann macht der Arbeitgebe das für mich aus.
00:21:32: Also ich habe eine Personalvertretung.
00:21:34: All diese Dinge sind strukturell und sehr hilfreich und das muss man eben auch wissen.
00:21:39: Und deshalb versuchen wir uns viel Zeit zu nehmen und da sind wir wirklich noch immer aufgebaut dass wir sagen okay dieses Strukturen zur Unterstützung jedes Mitarbeiter, jeder Mitarbeiterin Die müssen bekannt sein und die müssen noch besser werden, damit man bei jedem Problem weiß, ah, folgendes Problem.
00:21:54: Ich gehe da und dahin und kriege
00:21:55: Unterstützung.".
00:21:56: Jetzt sind das ja vielleicht manchmal besondere Situationen, also die irgendwie schwieriger sind im Alltag?
00:22:03: Gibt es da denn irgendwas, was dir mal im Kopf geblieben ist, wo eine Zusammenarbeit besonders gut
00:22:08: gelaufen
00:22:08: ist, wie bezüglich einem Kind oder so ausfällen ...
00:22:12: Das sehe ich jeden Tag, weil die Leute machen ja alle gute Arbeit Und das sehe ich immer dann, wenn die zu mir kommen und mit Dingen erzählen wo sie sagen, boah das war so schön.
00:22:24: Ich arbeite jetzt seit drei Wochen mit dem ne?
00:22:27: Und sitze jeden Tag im Einzelplatz und ich weiß auch was ich tun soll.
00:22:30: und jetzt auf einmal Legt der die Karte an, die richtige Stelle.
00:22:34: Jetzt auf einmal hat er die Teach-Map befertigt gemacht!
00:22:37: Jetzt auf mal hat er verstanden dass groß und klein Unterschied ist und ich stelle das bildhaft da Und das sind die Dinge wo dann die Assistenzkräfte sich so mit Sinn erfüllt fühlen und dann geht es eben weiter weil dann ist eine Beziehung da Dann ist der schulische Faktor da und das ist einfach großartig.
00:22:53: also Das kann man nicht planen, aber wenn man die gut schult dann kommen diese Momente.
00:22:58: Die sind nicht jeden Tag zehn Stück davon.
00:23:00: Aber das ist das wo ich denke so ja genau dass soll es sein.
00:23:04: Wie kriegt man das denn hin?
00:23:05: Dass alle Erwachsenen irgendwie an einem Strang ziehen weil da ja so viele Erwartungen sind wie muss da die Kommunikation stimmen?
00:23:13: oder wie krieg man das dann?
00:23:14: Naja dass alle an einem strang ziehen ist erstmal ein Idealbild und jeder für sich würde sagen klar arbeiten wir in eine Richtung Aber das würde auch bedeuten, dass man von dem anderen und von allen die in der Teams da sind drei, vier, fünf Leute drin.
00:23:27: So,
00:23:28: d.h.,
00:23:28: ich muss ja immer wissen, welche Erwartung hat der?
00:23:30: Welche Erwartungen hat?
00:23:31: der kann nicht erfüllen, muss ich dir erfülle darf ich dir erfüllen so... Also es geht nur mit viel Kommunikationer.
00:23:37: Das bedeutet eben
00:23:38: auch,
00:23:39: dass Team Sitzungsstadt finden wo die Assistenzkräfte mitbeteiligt werden weil viele Dinge, die die Lehrkräfte nicht sehen oder nicht sehen können kriegen die Assistenzkräfte mit, weil sie so unfassbar nah an den Kindern dran sind.
00:23:53: Jetzt wird an der JKS und auch von Trägerseiter von der SRB Ruhr bereits darauf geachtet, die Schulbegleitung einzubinden und Vorschläge aufzunehmen – aber das ist natürlich nicht überall so!
00:24:03: Deshalb hat Andreas einen
00:24:05: Appell.
00:24:06: Seid mutig Und Mut bedeutet, wenn ich etwas nicht verstehe, dass ich ihn nachfrage.
00:24:12: Wieso macht er das?
00:24:13: Sowieso hampelt der so mit den Händen rum?
00:24:15: Ah!
00:24:15: Der ist nautistisch oder hat ein Autismus-Spektrumstörung.
00:24:18: Das braucht er um sich selber zu beruhigen.
00:24:20: Oder wenn ich Verhalten sehe... Wo ich sage, da habe ich noch nie gesehen, was ist denn dat?
00:24:24: Dass man eben sich die Information holt und Erläuterung und eben auch Nachfragt.
00:24:30: Also man kann es vielleicht ganz gut an der Pflege, was für die Assistenzkräfte auch in großer Bereich ist.
00:24:34: ja Wir sagen immer, wir müssen die natürlich irgendwie anleiten.
00:24:37: Weil zu sagen, guten Tag das ist ein erster Tag da es ist der Martin der muss jetzt die Windel gewechselt kriegen gehen wir los und wird schon klappen.
00:24:44: Nein, so kann man es natürlich nicht machen.
00:24:46: Die müssen halt wissen wie das geht und da müssen wir die Leute eben auch gut... Na ja fortbilden ist vielleicht nicht das richtige Wort aber wir müssen sie gut an die Hand nehmen!
00:24:53: Und das sind ja Werkzeuge, die die Assistentinnen und Assistenzen am Anfang gar nicht haben können, sei denn Sie im Vorerfahrung.
00:25:00: Das muss dann eben das Team und die Lehrkräfte leisten damit eben die Arbeit irgendwann von der Assistentin oder Assistenten selbstständig durchgeführt werden konnte und eben gut damit Pflege für alle Beteiligten angenehm
00:25:11: ist.".
00:25:14: Der Talk über Schulbegleitung von der SAP Rohr.
00:25:17: Ich würde mich freuen, wenn ihr nächste Woche wieder rein hört!
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