Episode 6 - Autimus im Schulalltag

Shownotes

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Transkript anzeigen

00:00:08: Weil es viele Vorurteile gibt, wie wir sagten so alle sind autistenzentruchbegabt.

00:00:13: Sie können Gefühle nicht zeigen sie wollen keine Kontakte haben.

00:00:17: das und alles Dinge die stimmen so überhaupt nicht aber ist halt immer Stress und deswegen versuchen wir unsere Mitarbeiter auch zu sensibilisieren sehr genau darauf zu achten wie sie sich ausdrücken um den stress zu reduzieren für die Kinder und sich klar und deutlich auszudrücken.

00:00:37: Ihr hört Klassenklima.

00:00:41: In diesem Podcast reden wir darüber, was es bedeutet und braucht um Schulbegleiter zu sein.

00:00:47: Hürden, Kontroversen- und Erfolge – all das bespreche ich fehl?

00:00:51: Als freie Journalistin diesmal mit Ute Kaufmann!

00:00:55: Sie hat Heilpädagogik studiert und promovierte im Bereich der unterstützten Kommunikation.

00:01:00: Danach ist sie selbst als Schulbekleidung gestartet direkt bei der SAB Ruhr.

00:01:04: Zunächst war sie als Springerin aktiv und hatte wechselnde Kinder.

00:01:07: Später ist sie in das Team zu Krisenintervention gestartet und macht unter anderem Routine-Hospitation bei den Schubbegleitern.

00:01:16: Mit Ute spreche ich heute über Autismus.

00:01:31: Das bedeutet, wir sprechen ja auch nicht mehr von Autismus an sich sondern vom Autismus Spektrum.

00:01:37: Dass wir ein sehr vielfältiges Bild an Beeinträchtigungen haben die konzentriert sind auf beeinträachtigung in der sozialen Intaktion und in der socialen Kommunikation Beeinträchtigung in Interessen und Aktivitäten.

00:01:51: Wir kennen das so mit allen Vorteilen, die man hat.

00:01:56: Alle Autisten sind hochbegabt, alle Autisten haben spezielle Interessen.

00:02:00: Nein, das ist nicht so.

00:02:01: aber es gibt eben Menschen... aus dem Spektrum, die eben speziellen Interessen haben.

00:02:07: Die sich nur auf eine Sache fokussieren, die dann auch schwer zu motivieren sind für andere Dinge.

00:02:13: und ein ganz großer Bereich der dazu gehört ist eben auch die beeinträchtigte Wahrnehmung.

00:02:20: das heißt es gibt da große Über- und Unterempfindlichkeiten bei den Kindern, die reagieren besonders auf Reize.

00:02:27: Gibt es denn so ein typisches Fallbeispiel oder so eine typische Situation wo du jetzt sagen würdest Das zeigt sehr gut so exemplarisch, wie Kinder mit Autismus oder auch Jugendliche was die so brauchen.

00:02:42: Im Prinzip ist der ganze Schultag dafür exemplarisch.

00:02:45: Das startet morgens früh, wenn die Kinder in der Schule ankommen.

00:02:50: Sie müssen erst mal reinkommen in die Schule und einigen Kindern fällt das schon schwer je nachdem wie die Schule das auch organisiert.

00:02:57: also wir haben Schulen da geht dann um zehn.

00:03:00: vor acht kommt der Gong der erstmal sehr laut ist es schon für manche Kinder schwierig dass dann wegzustecken.

00:03:05: dann geht die Tür auf.

00:03:07: Der Pulk von zweihundert bis tausend Schülern strömt dann in die Schule rein.

00:03:12: Und das kann für unser autistisches Kind eine ganz große Überforderung schon werden, muss aber nicht.

00:03:19: und andere Schulen organisieren das ganz anders.

00:03:21: Die haben zum Beispiel Plätze auf dem Schulhof wo die Kinder sich aufstellen können.

00:03:25: Dann gehen sie geordnet rein.

00:03:27: Das ist natürlich für ein Kind aus dem Autismus-Spektrum wesentlich stressfreier.

00:03:31: So zieht es sich durch den ganzen Schulalltag.

00:03:34: durch

00:03:35: Plätzliche Veränderungen wie Vertretungsunterricht, das also ein anderer Lehrer unterrichtet oder wenn die Schulbegleitung aufgrund von Krankheit ausfällt können Menschen aus dem Autismus-Spektrum ziemlich außer Bahn werfen.

00:03:47: Muss aber nicht!

00:03:48: Jeder Mensch aus dem Spektrum verhält sich anders.

00:03:51: an der Stelle sieht Uta auch das größte Missverständnis im schulischen Alltag.

00:03:56: Die Missverständnisse fangen eigentlich da an dass viele Menschen Kindern arbeiten, davon ausgehen.

00:04:05: Ich kenne ein Autisten also bin ich jetzt der Fachmann dafür weil ich habe das ja schon mal bei einem geschafft.

00:04:10: es gibt so diesen schönen Satz kennst du einen autisten?

00:04:12: kennst Du einen Autisten?

00:04:14: Weil wir uns in diesem großen Spektrum bewegen wo die Ausprägungen sehr unterschiedlich sind Weil es viele Vorurteile gibt.

00:04:25: Wie wir sagten, alle sind autistisch in den Hoch begabt und haben Spezialinteressen.

00:04:30: Sie können Gefühle nicht zeigen.

00:04:32: Sie wollen keine Kontakte haben.

00:04:34: Das sind alles Dinge, die stimmen so überhaupt nicht.

00:04:37: Und das macht natürlich das Leben für Menschen aus dem Spektrum schwer.

00:04:42: Noch dazu kommt eine große Schwierigkeit ... dass Autismus oft als Modediagnose auch bezeichnet wird.

00:04:50: Gerade weil es immer mehr Kinder gibt, die diese Diagnose bekommen und die Gesellschaft da sehr kritisch mit umgeht, ob das wirklich so ist, dass die Menschen alle aus dem Spektrum kommen und dann oft nachgesagt wird, der ist schlecht

00:05:06: erzogen.".

00:05:07: Solche Aussagen sind schon hart für Kinder aus dem spektrum – und auch für die Eltern!

00:05:11: Die wissen, dass sich das Kind bemüht….

00:05:14: Der meistens ist es so, dass ein Kind möchte aber einfach nicht anders kann.

00:05:18: Besonders eindringlich zeigte sich das bei einer Situation die Ute als Schulbegleitung hatte.

00:05:23: Ich hatte einmal eine Situation mit erlebt Da ist ein, wir saßen schon drin.

00:05:28: Also ich hinten habe halt hospitiert der Schulbegleiter, saß neben dem Schüler und dann kam nicht die erwartete Lehrer rein und dann ist dieser Schüler völlig eskaliert weil er das so gar nicht verkraften konnte dass nicht das passiert oder was er erwartet hat.

00:05:44: Das ist ein ganz großes Problem für die Kinder in der Klasse.

00:05:48: Anderes ist die Kommunikation, gerade die Kinder mit der Diagnose Aspergerautismus.

00:05:53: Die blenden oft mit einem sehr großen Wortschatz.

00:05:57: Man geht davon aus, dass sie alles verstehen, weil sie sich gut auch ausdrücken können und gleichzeitig haben Sie gravierende Probleme, Dinge zu verstehen.

00:06:06: Da hatte ich eine Situation im Kopf, da hatte ich auch hospitiert.

00:06:11: in der Gymnasie einen Oberstufe.

00:06:17: Tatsächlich mit einer diagnostizierten Hochbegabung.

00:06:20: Er hat später das Abi mit eins, null gemacht und der Lehrer kam rein und begrüßte die Klasse und sagte ihr kriegt jetzt drei Kopien von mir.

00:06:29: Und dann wurden Blätter ausgeteilt und jedes Kind kriechte zwei Blätter und Der junge Mann saß Dann der Haarschulbegleitung hinter ihm und guckte Die Zwei blätter an und wartete verzweifelt auf dieses dritte platt.

00:06:41: alles so wie er gesagt es gibt drei kopien.

00:06:45: Das war für mich sehr beeindruckend zu sehen, also nicht im positiven Sinne natürlich.

00:06:53: wie das bei diesem ehrgeizigen jungen Mann massivsten Stress ausgelöst hat, weil er dachte, er hatte nicht alles Material zur Verfügung.

00:07:00: Das heißt der wurde immer blasser, sackte in sich zusammen, suchte verzweifelt als dritte Blatt.

00:07:05: Das ging natürlich alles im Sekundenbruchteilen und merkte die Schulbegleitung was da los ist und konnte von hinten dann intervenieren.

00:07:12: also sie saß so schräg hinter ihm und ihm zeigen dass es zwei Blätter waren aber ein Blatt war doppelseitig kopiert.

00:07:20: damit konnte das schnell gelöst werden Richtet das sich dann ja leichtart auch und konnte am Unterricht teilnehmen.

00:07:26: Aber da merkt man, wie leicht diese kommunikativen Missverständnisse eben zu ganz großen Stress bei Menschen aus dem Spektrum führen können.

00:07:34: Spannend!

00:07:35: Einige Dinge werden bereits in Schulen umgesetzt, um es Menschen aus diesem Spektraum einfacher zu machen.

00:07:40: Manchmal ist dabei gar nicht so ersichtlich dass Maßnahmen aus der Autismustherapie kommen.

00:07:45: Wir sehen in Grund- und Förderschulen zum Beispiel ganz oft den Stundenplan mittlerweile, der für den Tag an der Wand hängt.

00:07:54: So dass für die Kinder da eine Struktur gegeben ist.

00:07:57: Das

00:07:58: kommt eigentlich daher?

00:07:59: Das kommt ursprünglich aus der Autistischtherapie.

00:08:01: Es ist ein Ansatz, das sich tiedschninnt.

00:08:04: D.h.,

00:08:05: den Kindern wird es klar vorgegeben du startest mit Mathe, dann kommt Deutsch und eine Pause.

00:08:10: Dann kommt was weiß ich Musik?

00:08:13: Was auch immer.

00:08:14: Und gerade an den ... Je kleiner die Kinder sind, desto mehr wird dann noch mit Pfeilen zum Beispiel am Rand gearbeitet.

00:08:21: Dann wird der Pfeil immer runter gerückt, dass die Kinder genau sehen wo sie sind.

00:08:25: Das hilft vielen autistischen Kindern.

00:08:28: anderen Kindern sich wirklich zurechtzufinden.

00:08:33: Aber wir merken dann oft, wenn wir sagen so diesem autistischen Kind hilft das nicht?

00:08:38: Das braucht es näher an sich zum Beispiel.

00:08:40: Manchen Kindern hilft dass wenn die sitzen an ihrem Platz und gucken dann ganz nach vorne sehen das ist dann okay.

00:08:46: aber andere Kinder brauchen das zum beispiel nah bei sich oder sie brauchen das detaillierter Diese Struktur und dann ist schon, ja aber wir machen das doch schon.

00:08:55: Und warum müssen wir das noch mal anders machen?

00:08:58: Wir wollen ihm keine Sonderrolle geben.

00:09:00: also oft ist auch eine große Angst da dass ein Stigmatisierung zum Beispiel des Kindes stattfindet von Seiten der Lehrerschaft und das wollen die natürlich.

00:09:10: Das möchten die Lehrer nicht, dass das Kind stigmatisiert ist, das Kind braucht es.

00:09:13: aber zum Beispiel

00:09:15: Es ist ein schwieriges Gleichgewicht, dass die Schulen versuchen zu halten.

00:09:19: Der Wille es etwas angenehmer für Menschen aus dem Spektrums machen – ist da!

00:09:23: Es gab sogar schon eine Schule, die sich selbst weiterbilden ließ bei der SRB Ruhr.

00:09:27: Aber es gibt viele Stellschrauben, die wir uns nun nacheinander anschauen wollen.

00:09:31: Als erstes schauen wir auf die Struktur in einer

00:09:33: Schule.

00:09:35: Also letztendlich hilft dem autistischen Kind einen gut durchstrukturierter Tag.

00:09:42: Das wängt mit einem Stundenplan an.

00:09:44: Das ist aber auch die Struktur im Material.

00:09:48: Wenn es zum Beispiel um Wochenplanarbeit gibt, da haben wir dann einen Plan wo die Kinder aussuchen sollen was sie machen quasi um zu lernen sich selber zu strukturieren.

00:10:04: Und ja, das fällt autistischen Kindern oft schwer und dann können auch Strukturen von außen vorgegeben werden.

00:10:12: Also ich hatte das beispielsweise mit einem Jungen den ich damals begleitet habe so gemacht dass ich ihm den Wochenplans erschnitten habe.

00:10:19: Die Lehrerin war erstmal total dagegen.

00:10:21: also wir haben diese die Aufgaben einzeln übereinander gestapelt und er hat dann von oben abgearbeitet weil er mit diesem ganzen Plan überhaupt nicht zurecht gekommen ist.

00:10:31: Er hat erst oben rechts geguckt dann unten links.

00:10:33: dann hat er versucht, das in Angriff zu nehmen und hat es eben nicht hingekriegt.

00:10:38: Und letztendlich geht es ja darum auch diesen Menschen Strategien zu vermitteln.

00:10:45: Wenn er einen Wochenplan hat und irgendwann ohne Schulbegleitung zur Schule geht, ist es eine Strategie zu sagen ich zerschneide mir diesen Plan und stapel mir das übereinander, dann sehe Das heißt, Struktur im Material, Strukturen im ganzen Schulalltag.

00:11:01: Aber auch Struktur in der Zeit ist ein ganz wichtiger Faktor und auch das haben viele Schulen schon übernommen indem sie mit Heimtimern zum Beispiel arbeiten dass es im Prinzip einer ja wie kann man sich vorstellen wie so eine Eieruhr wo die Zeit, die gearbeitet wird, farblich markiert ist oder gespielt wird.

00:11:22: Dann läuft diese Zeit dann rückwärts ab so dass das Kind immer sehen kann ich habe jetzt zehn Minuten Zeit zu arbeiten oder ich muss zehn Minuten arbeiten und dann sieht das Kind wie es weniger wird und wie viel Zeit noch da ist hat dann den Vorteil einmal, dass das Kind diese zeitliche Struktur hat.

00:11:41: Aber gleichzeitig auch den Vorteile, dass nicht die Schulbegleitung oder der Lehrer oder wer auch immer der Böse ist, der dann sagt irgendwann so ... Die fünf Minuten sind jetzt um und das Kind konnte da gar nicht folgen.

00:11:52: Und das Kind hat so das Gefühl es ist einfach einer Subjektivität ausgeliefert.

00:11:57: Das ist ja dann gar nicht so, weil's einfach sieht okay, das ist jetzt einfach so.

00:12:01: Das

00:12:02: passiert halt genau.

00:12:03: Ich hab' das auch mal miterlebt als ich hatte Autistische Kinder und später auch einen autistischen Jugendlichen bei mir in der Klasse.

00:12:12: Also es war relativ üblich an meiner Schule damals, also jetzt sind natürlich immer so punktuell aber ist halt so passiert und habe ich auch mal mitbekommen zum Beispiel auch in Klassenarbeiten.

00:12:21: das fand ich auch irgendwie spannend dass manchmal auch da auch noch mehr Zeitangaben oder ja so ein Plan vorgegeben wird diese Kinder oder Jugendlichen nicht so in

00:12:33: Kognitionsketten

00:12:34: dann enden und dann immer weiter denken, aber gar nicht die Aufgabe allerdings.

00:12:39: Also wird sowas von den Schulen

00:12:40: auch angefertigt?

00:12:41: Oder wie ist das der Weg?

00:12:42: Das wird von den Schulen noch angefertigt.

00:12:44: Jedes autistische Kind hat die Möglichkeit einen sogenannten Nachteilsausgleich zu bekommen.

00:12:49: Den muss die Schule gewähren in einer Konferenz und da gibt es eben verschiedene Möglichkeiten dass im Prinzip der Nachteil, der durch die Beeinträchtigung des Autismus entsteht ausgeglichen wird.

00:13:01: Das heißt zum Beispiel durch mehr Zeit während Klassenarbeiten das die Kinder in getrennten Räumen schreiben können also einzeln nicht so viel Reize drumherum sind oder eben auch, dass die Arbeiten dann zum Beispiel vorstrukturiert sind.

00:13:19: Wie du das gesagt hast mit Zeiten so hierfür hast du zehn Minuten dafür hast du Zehn Minuten sodass die Kinder die Chancen haben sich dazu orientieren.

00:13:26: also das sind so Möglichkeiten die in so einem Nachteilsausgleich drin stehen können.

00:13:31: Jetzt hast du es gerade so halb angesprochen mit so Räumen, wo man zum Beispiel vielleicht eine Klassenarbeit schreibt.

00:13:36: Dass man nicht so viele Reize hat.

00:13:38: So eine Stellschraube kann ja auch in Rückzugsorten

00:13:40: in gewisser

00:13:41: Maßen sein ist natürlich aber immer

00:13:43: irgendwie schwierig.

00:13:44: Wie lässt sich das denn in so einer... Schule in so einem Regelbetrieb realisieren, wird sowas auch mal gemacht oder umgesetzt?

00:13:50: Ja auf jeden Fall.

00:13:51: Ein Problem sind natürlich die räumlichen Gegebenheiten, die da sind.

00:13:55: viele Schulen platzen aus allen Nähten weil sie einfach viel zu voll sind.

00:14:00: es gibt Schulen die haben Nebenräume.

00:14:01: das ist natürlich super weil der Lehrer dann die Möglichkeit hat dem Kind aus dem Spektrum zu sagen, du kannst im Nebenraum weiterarbeiten.

00:14:11: Gleichzeitig vernachlässigt er nicht seine Aufsichtslicht weil er kann die Kinder ja nicht irgendwo hinstimmen.

00:14:15: klar

00:14:17: das ist natürlich dann eine super Möglichkeit gibt es aber leider nicht so oft diese Nebenräume.

00:14:24: Wenn eine Schulbegleitung dabei ist, ist das natürlich dann auch günstig.

00:14:29: Dass die damit rausgehen kann mit dem Kind.

00:14:32: Letztendlich sind Rückzugsräume für unsere autistischen Schüler ganz wichtig, damit sie sich immer wieder gut regulieren können.

00:14:40: Also die Kinder geraten einfach ... Individuell, schnell unter Stress durch verschiedene Faktoren.

00:14:48: Um gut am Unterricht teilzunehmen zu können, sollten Sie die Möglichkeit haben, zwischendurch rauszugehen.

00:14:53: Das kann sein, dass dem Kind hilft.

00:14:54: Ich laufe einmal über den Schulhof und pauere mich aus.

00:14:57: Andere Kinder brauchen ihren ruhigen Raum, wo sie überhaupt keine Reize haben oder Kopf auf den Tisch legen

00:15:04: dürfen.".

00:15:05: Zum Beispiel, ich denke immer es gibt viele Möglichkeiten wenn die Schule sich darauf einlässt auch wenn räumliche Gegebenheiten nicht so da sind.

00:15:16: Ich kenne eine Schule die hat zum Beispiel unter der Treppe den Kindern da eine Möglichkeit eingerichtet ganz gemütlich gemacht.

00:15:24: So ein Treppenhaus hat ja eventuell auch Möglichkeiten wo sie sich dann zurückziehen können.

00:15:29: An einer Schule war ich mal tief beeindruckt.

00:15:31: Das ging es nicht um autistisches Kind, sondern um ein Kind mit vitalen Alkohol-Syndrom.

00:15:36: Dass auch seine Pausen brauchte, da war das fest installiert, dass das Kind in der Pause immer zur Schulleitung durfte!

00:15:43: Ich musste, sondern durfte.

00:15:46: Und dann hat er sich ins Schulleitungsbüro gesetzt und nicht geschafft auf dem Schulhof zu sein mit den anderen Kindern.

00:15:54: Das war zu viel, was da auf ihn eingeprasselt ist.

00:15:57: Dann hat er bei der Schulleitung gesessen mit seiner Schulbegleitung gemeinsam.

00:16:01: Die Schulleitel haben sich auch viel unterhalten und viel Wertschätzung gegeben, sodass das also kein Muss für dieses Kind war.

00:16:09: Sondern tatsächlich ein Privileg, dass er dann dahin durfte.

00:16:12: Es ist natürlich nicht immer möglich und jede Schulleitung hat immer die Möglichkeit das da eingehend ist.

00:16:17: Ich möchte damit einfach nur verdeutlichen es gibt Möglichkeiten, die man einräumen

00:16:23: kann.".

00:16:24: An der Stelle merke ich wie viele Möglichkeiten teils da sind wenn es um die Stellschraube Räumlichkeiten geht!

00:16:31: Und wenn wirklich nichts von diesen Optionen möglich ist, gibt's auch die Option in den Klassen Selbstrückzug zu ermöglichen zum Beispiel durch Kopfhörer oder durch sogenannte Lernbüros.

00:16:41: Das sind diese großen Pappen, die Kinder auf ihre Tische stellen können und die bei mir eher eine andere Erinnerung

00:16:47: hervorrufen.".

00:16:48: Und das sehe ich auch häufiger, die werden auch genutzt in Schulen nicht zur Reizreduktion.

00:16:54: Sondern dafür dass die Kinder ihren Klausuren nicht abschreiben.

00:16:57: Ach so!

00:16:58: Das sind diese Dinge?

00:16:58: Ja ja, die können

00:17:00: ich auch noch sagen.

00:17:02: Da werden

00:17:02: wieder Erinnerungen machen.

00:17:04: So und die kann man natürlich auch dafür nehmen, dass sich die Kinder abschwimmen können.

00:17:08: Stimmt

00:17:08: klar.

00:17:10: Ja, das sind ganz viele einfache Mittel gibt es, die dann schon helfen.

00:17:15: Man muss nur erkennen welche Möglichkeiten

00:17:16: man hat.

00:17:19: Die dritte Stellschraube, die wir uns anschauen ist die Kommunikation.

00:17:22: Und da kommt dann die Schulbegleitung unter anderem ins Spiel, die teils auch wie eine Art Übersetzer agiert.

00:17:29: Da entstehen durch die Kommunication ganz viele Missverständnisse weil es autistischen Menschen schwer fällt Aussagen nicht wörtlich zu nehmen.

00:17:44: Das heißt, wir haben das einfache Beispiel was wir auch immer in der Schulung bringen ein Nichtautistisches Kind sagt zum autistischen Kind hast du einen Radiergummi dann wird es Autistische Kind wenn es ein Radier-Gummi hat sagen ja und dann wirds weiterarbeiten.

00:18:02: Was macht das nichtautistische Kind?

00:18:05: Das hat mit dieser Aussage eine Erwartungshaltung verbunden.

00:18:07: Es wollte nämlich eigentlich, dass Radierummi gerne haben.

00:18:11: Das hat es aber nicht geäußert und unser autistisches Kind versteht das unter Umständen nicht.

00:18:17: Und da ist es natürlich dann die Aufgabe der Schulbegleitung, da vermittelnd einzugreifen.

00:18:22: Heimat dem autistischen Kind zu sagen du überleg mal hat er wirklich nur Interesse daran ob du das Radiergummi hast oder möchte er vielleicht was anderes damit?

00:18:32: Aber auch dem nicht-autistischen kind zu sagen Du überlegst mal Was du gesagt hast du wolltest hast nur gefragt ob man Radier Gummi hat.

00:18:40: sag ihm doch klar was du möchtest Dann versteht er's auch.

00:18:44: und das sind halt so viele Dinge Im Alltag, die es autistischen Menschen schwer macht in der Kommunikation.

00:18:53: Weil sie einem ganz viel wörtlich nehmen und nicht den übertragenen Sinn verstehen dann dahinter.

00:19:01: Menschen aus dem Spektrum können das lernen?

00:19:04: Keine Frage!

00:19:06: Aber es ist halt immer Stress und deswegen versuchen wir unsere Mitarbeiter auch zu sensibilisieren, sehr genau darauf zu achten wie sie sich ausdrücken um den Stress zu reduzieren für die Kinder und sich klar und deutlich auszudrücken.

00:19:20: Es fällt zum Beispiel Kindern auch schwer gerade je höher der Stresspegel ist Entscheidungen zutreffen.

00:19:26: wenn man dann fragt möchtest du jetzt rausgehen oder möcht das hier bleiben?

00:19:30: Dann ist es vielleicht besser auch mal zu sagen Wir gehen jetzt raus Das gar nicht im Form, wie ich erteile dir jetzt ein Befehl.

00:19:36: Man spricht ja oft vom Imperativ der Befehlsform, sondern ich sehe das Ganze eher als wirklich eine

00:19:41: Hilfestellung.".

00:19:43: Und das sind aber noch Situationen die, würde ich sagen, angenehmer oder einfacher zugänglich, wenn man geschult ist?

00:19:51: Aber weißt du es denn, wenn sie es mal ein bisschen höher kocht was dann so ... Worauf muss man dann in der Kommunikation achten?

00:19:59: Dass man eine gewisse Ruhe behält, ist ja wahrscheinlich klar.

00:20:01: Aber wie holt man einen Kind wieder ins Tieren jetzt so ein bisschen?

00:20:07: Wichtig ist zu berücksichtigen kann immer wieder zur sogenannten Meltdowns kommen bei Menschen aus dem Spektrum das heißt die eskalieren werden selbst oder fremdgefährdend in diesen Situationen dass man hinterher.

00:20:25: Also die Kinder sind in diesen Situationen oft nicht ansprechbar und das Einzige, was hilft ist tatsächlich Ruhe auszustrahlen, sicherer Pol sein.

00:20:32: Das ist natürlich schwierig im schulischen Kontext.

00:20:35: Es ist immer schwieriger beim schulischem Kontext noch viel schwieriger weil ja auch andere Kinder dann drumherum sind gegebenenfalls.

00:20:44: aber es ist immer wichtig herauszufinden hinterher Was war denn der Auslöser?

00:20:50: Und dann nicht noch auf das Kind so drauf zu hauen, natürlich muss man mit dem Kind die Situation reflektieren.

00:20:58: Das ist ganz klar aber eher eben lösungsorientiert

00:21:01: vorgehen.".

00:21:02: Über die Methodik haben wir bereits

00:21:03: in einer anderen

00:21:04: Folge mit Bianca gesprochen.

00:21:06: Das Analysieren von Verhalten geht zum Beispiel mit dem ABC-Modell.

00:21:10: Das A steht für Antisendenten – Die Vorgeschichte B für Behavior, das Verhalten und C für Konsequenzen.

00:21:17: Hört doch mal rein wenn es euch näher interessiert!

00:21:19: Und oft ist es dann leider im schulischen Kontext so, dass die Kinder dann die Klassenkonferenzen kriegen.

00:21:26: Dass Sanktionen verhängt werden oder das direkt nach einem sogenannten Melter und die Kinder ein Gespräch mit dem zuständigen Sonderpädagogen, Sozialarbeiter, Schulleiter wie auch immer.

00:21:40: Es ist aber leider so, und oft total erschöpft sind.

00:21:46: Und in einen sogenannten Shutdown rutschen,

00:21:49: d.h.,

00:21:50: was uns gespiegelt wird von Menschen aus dem Spektrum.

00:21:54: Die sind dann in einer Situation ... wo sie selber alles nur durch Nebel wahrnehmen und gar nicht reagieren können.

00:22:04: Dann kriegt man aber Situationen mit oder hört das von den Mitarbeitern, dass die dann eben zur Schulleitung mussten oder zum zuständigen

00:22:11: Lehrer.".

00:22:12: Und jetzt mal ganz ehrlich!

00:22:14: Das wäre doch für jeden der absolute Horror – auch für Kinder, die nicht auf dem Spektrum sind?

00:22:19: Natürlich kann man verstehen, dass Schulen ein in Anführungszeichen falsches Verhalten sanktionieren oder aufarbeiten wollen… aber dann vielleicht besser mit etwas Abstands-zu-Situationen und natürlich mit einer Vertrauensperson zum Beispiel der Schulbegleitung oder einem geschulten Therapeut als Vermittler.

00:22:35: Und dieser Vermittlar ist ja nicht nur für die Lehrer, sondern auch vielleicht für die Mitschüler

00:22:39: da.".

00:22:40: Also es ist tatsächlich auch so, dass wenn das Kind in eine Autismustherapie ist – wenn Kinder und Eltern einverstanden sind dass der Autismus-Therapeut auch in die Schule kommen darf, um die Schüler, die Mitschüler aufzuklären.

00:22:58: Und ich hatte leider nie die Chance gehabt bei so einer Veranstaltung sozusagen dabei zu sein höre nur immer das für alle total hilfreich ist weil da auch viele Experimente gemacht werden, wo Situationen simuliert werden.

00:23:17: Wie geht es dem Kind

00:23:18: z.B.,

00:23:18: wenn zu viele Reize auf ihn einprasseln?

00:23:21: Wir machen solche Experiments auch in den Schulungen.

00:23:27: Die Mitarbeiter gehen oft sehr erschöpft raus.

00:23:31: Wenn man sich vorstellt, eines dieser Experimentes ist zum Beispiel ... Man setzt sich in drei Jahrgruppen zusammen Und einer kriegt ein Kochrezept, der andere kriegt einen Zeitungsartikel und der Dritte kriegt den Blog zum Schreiben.

00:23:49: Dann fangen die beiden mit den Artikeln und dem Rezept gleichzeitig an zu reden.

00:23:55: Der Schreiber soll dann versuchen sich auf eine dieser Inhalte zu fokussieren und das aufzuschreiben und festzustellen wie extrem anstrengend es ist wenn ich nicht mehr filtern kann Und ein Ergebnis, was ich total interessant fand.

00:24:10: Das hat mal einen Mitarbeiter der die Aufgabe des Schreibens hatte gesagt – Ich konnte gar nicht mehr schreiben!

00:24:16: Also ich war total verkrampft.

00:24:19: Wie konkret können Schulbegleiter dann zu diesen stabilen Strukturen beitragen?

00:24:28: Also würdest du sagen, vielleicht auch jedes autistische Kind sollte die Möglichkeit haben eine Schulbegleitung oder geschult zu werden.

00:24:35: Oder unterstützt zu werden in der Hinsicht?

00:24:37: Ich glaube nicht, dass jedes autismische Kind ne Schulbekleidung benötigt.

00:24:40: Man muss eben gucken ob dieses Kind tatsächlich den Bedarf hat weil Fehler es tatsächlich dann alleine schaffen weil sie durch Therapien Strategien gelernt haben und weil auch die Schulen ja lernen da anders mit umzugehen geht, auch lernen da mit oben zu gehen.

00:25:01: Und dann muss man wirklich ganz individuell gucken ob das nötig ist und wenn ja in welcher Form das nödig ist.

00:25:08: also Wir haben mittlerweile ja auch die Möglichkeiten zu poolen zum Beispiel, dass also einen Schuhebegleiter nicht nur ein Kind begleitet sondern auch zwei oder drei.

00:25:18: Oder auch vier haben wir.

00:25:21: Also eins zu vier Begleitung.

00:25:22: das ist natürlich extrem hilfreich.

00:25:25: Wir haben aber auch immer wieder Schüler glücklicherweise, die wir in die Selbstständigkeit entlassen können.

00:25:32: Also hört sich so doof an!

00:25:33: Aber wir freuen uns jedes Mal darüber wenn ein Kind das schafft ohne Schulbegleitung in der Schule zurechtzukommen.

00:25:41: Gibt es denn trotzdem noch etwas, wo du sagen würdest das würdest du dir wünschen?

00:25:46: Sei es eine konkrete Veränderung oder so ein Appell für dieses Schulsystem?

00:25:52: Ja wir sind verpflichtet eigentlich ein inklusives Bildungssystem zu schaffen Und das würde ich mir tatsächlich wünschen, dass nicht nur die Kinder aus dem Spektrum mit ihren Stärken und Schwächen angenommen werden.

00:26:10: Sondern dass alle Kinder – und wirklich alle egal ob sie eine Beeinträchtigung haben oder nicht mit Stärkungen und Schwächen angenommen – werden und dass das Schulsystem bei uns so gestaltet wird dass das auch stemmbar ist.

00:26:25: Man geht immer leicht mit Vorwürfen gegen die Schulen, gegen die Lehrkräfte.

00:26:29: dann aber wenn wir uns vorstellen, wir haben eine Lehrkraft mit dreißig Schülern, die hat den Auftrag vorne zu unterrichten.

00:26:37: sie hat den Antrag auf alle Schüler individuell einzugehen und das ist überhaupt nicht stemmbaund ich würde mir wünschen Dass das Schulsystem bei uns wirklich angepasst wird an den inklusiven Gedanken, sodass das auch wirklich stemmbar ist für alle.

00:26:52: Das war Klassenklima – der Talk über Schulbegleitung von Esser Beruhe.

00:26:57: Ich würde mich freuen wenn ihr nächste Woche wieder einschaltet!

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