Episode 30 - Kinder mit Begabung fördern und fordern
Shownotes
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Transkript anzeigen
00:00:08: Man sollte nicht immer nach so Äußerlichkeiten gehen, also wie Noten.
00:00:12: Also wenn ein Kind schlechte Noten schreibt, sollte man wirklich genau rausknobeln.
00:00:17: was ist da eigentlich los?
00:00:18: Kann es das wirklich nicht?
00:00:20: Hat's andere Gründe?
00:00:22: Was könnte dahinter stecken?
00:00:25: Meine eine Kollegin die das Projekt mit betreut hat sagte nach der Veranstaltung Die Kinder halten uns einen Spiegel vor.
00:00:31: Was ist ihnen wichtig?
00:00:32: sehen wir dass eigentlich was ihnen wichtig ist?
00:00:36: Und das war für mich beim letzten Mal wirklich so ein Satz, der hat ganz schön tief gesessen.
00:00:40: Wo ich so dachte, da hat sie recht und deswegen müssen wir das unbedingt
00:00:42: weitermachen.".
00:00:44: Ihr hört Klassenklima – Der Talk über Schulbegleitung von der SAB Ruhr In diesem Podcast reden wird darüber was es bedeutet und braucht um Schulbegleiter zu sein.
00:00:55: Hürden, Kontroversen und Erfolge?
00:00:57: All das bespreche ich Fee als freie Journalistin diesmal mit Cornelia Witzmann.
00:01:03: Sie arbeitet an der Wilhelm Kraftgesamtschule in Spockhöfel und ist Koordinatorin für individuelle Förderung.
00:01:10: Sie unterrichtet aber auch Deutsch, Mathe, Informatik und Musik macht also ziemlich viel!
00:01:16: Ihr Weg zu dem Thema Individuelleförderung kam indem sie sich zuerst auf die Lernschwächen LRS-und Diskalkulis spezialisiert hat.
00:01:25: Aber dann merkte sie schnell dass hinter dem Thema noch mehr steckt...
00:01:29: Was bei uns an der Schule immer Thema ist, kümmern wir uns nur um die mit den Defiziten.
00:01:36: Dann habe ich mal geguckt beziehungsweise sind wir durch einen glücklichen Zufall Lemas-Schule geworden.
00:01:42: Das Lemas Projekt ist ein bundesweites Projekt.
00:01:45: das heißt Leistung macht Schule und da geht es halt darum wie kann man Begabungsförderung in der Schule machen?
00:01:52: Und wie sich das dann immer manchmal so entwickelt, habe ich darüber das Angebot bekommen einen Diplom zu machen in Begabungsförderung und das habe ich letztes Jahr gemacht.
00:02:00: Da habe ich halt ganz viel gelernt und wir haben aus dem Projekt aber super viele Sachen übernehmen können die für unsere Schüler im Bereich Begarbungsfördern jetzt da sind und die wir machen.
00:02:12: Jetzt ist ja das wo wir vielleicht anfangen müssen.
00:02:15: oder sag mal der Basic wo ich auch als Laie entstocken kam.
00:02:20: Man spricht ja von Begabung und Hochbegabungen, manchmal auch von Leistungen.
00:02:26: Das müssen wir glaube ich einmal dekglattern!
00:02:28: Ich weiß nicht ob du das kurz machen kannst weil es ist relativ umfassend.
00:02:33: aber was sind so die Unterschiede?
00:02:34: Wo zieht man da eine Grenze?
00:02:36: Also es gibt ja die Hochbegaupen.
00:02:39: Die fangen ja offiziell an bei einem IQ von hundertdreißig, da gibt es verschiedene Testungen die halt gemacht werden.
00:02:46: Um die geht's natürlich auch in der Begabungsförderung aber der Begarbungsbegriff ist halt ein weiterer.
00:02:50: Da gehts nicht nur um Diagnosen und wie klug ist jemand?
00:02:54: Wie viel IQ hat jemand?
00:02:55: sondern generell was für Begabe können wir fördern?
00:02:58: Es gibt ja vielfältige Begaben, es gibt Musische Es gibt welche im Informatisch-Mindbereich, sprachliche Begabungen und Interessensförderung ist es letztendlich halt auch gleich mit.
00:03:12: Und wir fördern halt die Kinder wo wir Begarbungen und interesse sehen auch gefördert zu werden.
00:03:19: Das heißt dass die Begabe einfach viel früher anfängt?
00:03:26: Wir gehen davon aus das jedes Kind irgendwo eine Begaby hat die wir halt rauskitzeln müssen vielleicht.
00:03:33: Was sind denn dann auch so typische Missverständnisse, die Menschen in dem Zusammenhang haben mit Begabungen und Leistung?
00:03:41: Weil ich denke das ist bei vielen ja im Schulischen auch auf Noten bezogen oder sowas.
00:03:45: Ja das habe ich im Studium tatsächlich auch gelernt.
00:03:48: also das hängt überhaupt nicht an Noten sondern Man guckt wirklich, wer es geeignet.
00:03:54: Wer zeigt?
00:03:55: Es gibt so Indexe, wo man durchgehen kann.
00:03:59: was zeigen Kinder?
00:04:01: zum Beispiel mehr Interesse an bestimmten Themen Einsatzbereitschaft und sowas.
00:04:05: Und das ist nicht automatisch mit Schulnoten verbunden bei Hochbegabten tatsächlich auch so, dass viele gar nicht so gute Noten haben.
00:04:14: Sondern halt sogenannte Anderarchiver sind.
00:04:17: das heißt sie bleiben deutlich von den Leistungen her unter dem was Sie eigentlich zeigen könnten.
00:04:22: Was meiner Meinung nach ganz oft damit zusammenhängt, dass es sich ja ganz furchtbar langweilen in der Schule weil's halt nicht an ihre Interessen angebunden ist oder weil sie viele Dinge einfach schon können und dann einfach da auch nicht einsteigen wollen.
00:04:37: Ich sag mal, für sie manchmal auch zu problich ist.
00:04:41: Under Achievement Wenn die tatsächlichen Leistungen eines Menschen deutlich unter seinen vorhandenen Fähigkeiten bleiben Besonders bei hochbegabten Kindern entsteht diese Situation häufig.
00:04:52: Dadurch entsteht Frust und das Selbstbewusstsein leidet.
00:04:56: Deshalb ist eine frühzeitige Erkennung wichtig.
00:04:59: Eine Diagnostik ebnet den Weg individuell zu fördern und die Stärken gezielt zu unterstützen.
00:05:05: Deshalb setzt sie Willem Kraft Gesamtschule mit solchen Projekten
00:05:08: an.
00:05:10: Und das machten wir bei uns an der Schule zum Beispiel durchs Förder-Vorderprojekt, wo wir zwei Stunden in der Woche die Möglichkeit geben aus dem Unterricht rauszugehen und an einem eigenen Projekt zu arbeiten eigenes Thema auswählen und dann dazu entweder eine Präsentation zu erstellen oder was zu bauen, ein Diorama zu machen.
00:05:29: letztes Jahr haben Jungs Spiele programmiert, die Sie denn vorgestellt haben also wirklich nachdem was die Kinder so interessiert?
00:05:36: Wenn jetzt aber so eine Hochbegabung nicht unbedingt an guten Noten zu erkennen ist oder an vielleicht klassischen Tests sage ich mal, wie findet ihr denn überhaupt heraus welche Potenziale bei den Schülerinnen liegen?
00:05:50: Also ihr testet ja die gesamte fünfte Stufe immer durch.
00:05:54: Ja, aber nicht auf Begabungen sondern wir testen halt Deutsch also Lesenschreiben und Grammatik Rechtschreibung Und wir test in Mathe um erst mal zu gucken, wer braucht Hilfe.
00:06:08: Bei dem Matte-Screening, was wir haben.
00:06:10: bei dem Rechenscreening sieht man aber auch sofort, wer kann richtig viel?
00:06:14: Und wenn wir das zum Beispiel sehen dass wir einen Jahrgang haben wo ganz viele sind die richtig gut sind dann versuchen wir auch einen Vorderkurs einzurichten.
00:06:22: Der hängt natürlich von der Personaldecke immer ab.
00:06:25: Aber manchmal machen Kollegen das auch freiwilligweise.
00:06:27: sagen ist uns auch wichtig Dass wir die Kinder auch abfedern und die beschäftigen sich dann halt mit anderen Sachen Die machen andere Mathematik als die anderen.
00:06:37: Sind das dann so standardisierte Verfahren?
00:06:40: Die man anwendet dafür für dieses Screening, sag
00:06:43: ich mal?
00:06:43: Also das eine Screening ist der Duisburger Sprachstandstest.
00:06:46: Der ist hier im Ruhrgebiet relativ verbreitet.
00:06:49: den machen wir um halt rauszufinden wer braucht Sprachförderung und wer braucht LRS-Förderung.
00:06:54: Das andere Screening wurde speziell für unsere Schule entwickelt von Wolfgang Jittler einem Kinder- und Jugendpsychologen der inzwischen in Rente ist Und er hat das bei uns entwickelt, er probt und hat halt ein eigenes Screening für uns erstellt mit dem wir sehr erfolgreich arbeiten wie man damit umgeht.
00:07:12: Also wir haben Förderstunden für rechenschwache Kinder, das hat er auch für uns entwickelt was man da so macht und das funktioniert tatsächlich ganz prima.
00:07:22: Das heißt ihr testet dann durch und dann habt ihr diese fünfte Stufe.
00:07:26: ihr seht Potenziale aber
00:07:29: auch Defizite
00:07:30: genau beides und jetzt möchte man ja dann die Schülerin vielleicht nicht direkt zu in eine Schublade stecken Macht man das dann organisatorisch?
00:07:39: Weil ich stelle mir davor, dass es ja ganz schnell in so einem kleinen Enden kann.
00:07:44: Also klar, man möchte irgendwie Individualismus aber irgendwo muss man ja auch... eine Grenze oder ein Konstrukt, oder eine Struktur ziehen?
00:07:50: Naja wir fördern halt LAS zum Beispiel von Anfang an.
00:07:54: Es kommen ja viele Kinder schon mit Diagnosen zu uns auch mit Rechenschwäche.
00:07:58: da fangen wir aber erst zum Halbjahr an weil das Screening und die Auswertung und die Einzeldiagnostik die dann noch folgt die dauert halt immer ein halbes Jahr Und in der Zeit läuft das erstmal so.
00:08:09: Die Kinder müssen ja auch erst mal ankommen in der Fünftelklasse Und haben aber trotzdem ja auch schon andere Angebote.
00:08:15: Wir haben auch halt musikalische Wettbewerbe zum Beispiel, wo sie sich engagieren können.
00:08:21: es gibt ganz viele Möglichkeiten in den Mittagspausen sich auszutesten an freien Angeboten.
00:08:26: wir haben z.B.
00:08:26: auch ein Makerspace.
00:08:28: Das ist auch cool!
00:08:29: Also für Leute die das nicht kennen das ist so wie eine Werkstatt kann man so sagen?
00:08:33: Eine Digitalwerkstatt also.
00:08:35: wir haben zum Beispiel Drohnen wir haben Computer wir haben Sachen die man programmieren kann Ja, dem lehst dann auch ein Podcast-Raum im Fotostudio und so weiter.
00:08:45: Cool!
00:08:45: Welch kommt immer vorbei?
00:08:49: Okay, da habt ihr ja wirklich sehr, sehr viel individuelle Möglichkeiten.
00:08:57: Aber was heißt bei euch jetzt konkret Fördern und fordern?
00:09:00: Also was für praktische Angebote gibt es in diesem Unterrichtsformat?
00:09:05: Also Fördern sind wirklich ganz traditionell.
00:09:08: LAS-Förderkurse, dann Rechenförderung die Dyskalkulieförderung und ab Klasse sechs haben wir dann halt auch Fachförderungen.
00:09:16: Wir geben den Kindern schon ein Jahr nochmal erst mal nachzulernen.
00:09:19: Wir wiederholen in dem Jahr auch viel in den Hauptfächern und dann haben wir in der sechstund sieben Förderung also Fachfördermathe Deutsch Englisch zusätzlich zu LAS und Dyskalculi.
00:09:31: Dyscalculi endet bei uns.
00:09:32: aber zweites Halbjahr klasse sieben Da kommt der Taschenrechner und er nimmt ganz, ganz viele Probleme weg.
00:09:38: Und ab Klasse Acht haben wir ein anderes Projekt das heißt Schülerinnen helfen SchülerInnen.
00:09:43: da sind ältere Schüler aus der Oberstufe aus klasse zehn die Schülern in acht neunzehn nach Hilfe geben was wir glücklicherweise durch Spenden bezahlen können.
00:09:54: Die kriegen auch ein bisschen Geld dafür und die machen das super!
00:09:57: Das ist so eine Win-Win Geschichte, weil die großen sichern ihre Kenntnisse und die Jüngeren lernen natürlich von Jugendlichen auch besser als von
00:10:05: Erwachsenen.".
00:10:06: Das Projekt, was aber viele vermutlich am meisten interessiert, ist dieses freie Projekt – dass schon am Anfang kurz zur Sprache kam.
00:10:14: Wo Schülerinnen zwei Stunden die Woche an einem selbstgewählten Projekt arbeiten?
00:10:18: Die Aquirierung dafür läuft sehr individuell.
00:10:21: Zum einen wird eine Liste an die LehrerInnen geschickt, auf dieser Liste sind verschiedene Items.
00:10:27: Es wird zum Beispiel gefragt Entsprechend SchülerInnen den und den Eigenschaften.
00:10:32: Dann können LehrerInn Personen vorschlagen.
00:10:35: Dazu wird das Projekt im Klassenrat vorgestellt Und es können sich Kinder selbst nominieren.
00:10:41: Dementsprechend kommen nicht nur Kinder ins Projekt, die einer Vorauswahl unterlaufen.
00:10:46: Zu Beginn der Projektphase gibt es dann eine Einweisung.
00:10:50: Was wird von euch erwartet?
00:10:52: Wie findet man ein Thema, da helfen wir Ihnen dabei, obwohl einige auch immer schon kommen und sagen ich weiß schon, ich mache Apoleon oder ich wollte unbedingt mal was über Farbratten machen.
00:11:02: Interessiert mich total!
00:11:03: Und dann helfen wir ihnen halt ihre Themen auszuarbeiten.
00:11:07: die dürfen aber auch im Unterricht bleiben und das zu Hause machen.
00:11:10: Das ist jetzt nicht nur ein Unterricht gebunden Und er arbeiten dann halt bis zum Sommer, bis zu den Sommerferien ihre Projekte und stellen die nach den Sommer Ferien an einem Präsentationsabend Eltern, Kollegen, Freunden vor.
00:11:23: Das ist schon sehr cool!
00:11:24: Das heißt also von der Struktur... Also sie können das Zuhause bearbeiten, sie können es in diesen zwei Stunden in einer Woche bearbeiten.
00:11:31: Dann haben die wie so ein Mentor oder Coach?
00:11:34: Wir sind mit zwei Lehrern da drin und unterstützen halt Und viele Schüler kennen wir halt auch aus dem Unterricht.
00:11:41: Viele kommen auch, weil sie uns kennen und sagen hier da kriege ich ein bisschen Unterstützung für das was ich mache.
00:11:47: Viele fühlen sich gesehen.
00:11:49: Ich kann endlich mal das machen worauf ich Bock habe und freuen sich halt ihre Themen auch erarbeiten zu können.
00:11:56: Ja
00:11:57: also das ist jetzt nicht speziell darauf ausgelegt.
00:12:01: okay wir wollen diese Potenziale die wir uns schon sehen rauskitzeln sondern wir geben erstmal
00:12:07: Wir geben Möglichkeiten.
00:12:09: Das ist im Sinne von Joseph Vensuli, der Gottfaser auf Begabungsförderung.
00:12:14: Der macht das schon seit den Siebzigern.
00:12:17: Und der hat ein Schoolwide Enrichment-Modell entwickelt, wo halt so verschiedene Stufen drin sind.
00:12:23: Das Diffprojekt ist dann schon tatsächlich die dritte Stufe – die höchste Stufe, die es gibt, wo man sich wirklich ausprobieren kann und die Stufen davor erst mal wissen erwerben
00:12:32: usw.,
00:12:33: aber der geht halt davon aus oder das wird ihm immer zugeschrieben.
00:12:43: Und meinte halt, wir streuen wirklich breit.
00:12:46: Wir bieten allen Möglichkeiten und dann wird das eine oder andere halt wachsen.
00:12:50: Das große Ganze so ein bisschen?
00:12:52: Genau!
00:12:52: In dem Rahmen ist es.
00:12:54: Darum geht es, dass die Kinder wirklich die Möglichkeit bekommen einfach mal was anderes zu tun und zu schauen ob sie an einem Thema etwas lernen können für sich Strukturen vielleicht lernen können.
00:13:03: Wir lassen Sie auch reflektieren über das, was sie da tun.
00:13:07: Schreiben so eine Art Tagebuch Ah ja, okay.
00:13:09: Und müssen halt immer gucken was hat geklappt?
00:13:11: Was hat nicht geklappt?
00:13:12: Warum hat es nicht geklapt?
00:13:14: Das kann ich vielleicht besser machen.
00:13:15: also geht schon in so ein bisschen auch in Richtung selbst reguliertes Lernen.
00:13:19: Was ja im Augenblick in aller Munde ist sage ich mal wo man halt bevor man anfängt was zu lernen sich einen Plan macht, sich beim Lernen überprüft nach dem Lernen nochmal reflektiert und in die Richtung geht das auch schon.
00:13:31: Genau weil das wäre glaube ich dann meine Nestfrage gewesen weil es klingt ja erstmal sowieso Traumwelt, weil ich darf zwei Stunden die Woche mein Projekt und meine Sachen arbeiten.
00:13:39: Aber da braucht es wahrscheinlich ja trotzdem super viel Rahmen- und Orientierung, Organisationen... Also dieses Tagebuch ist dann so ein Ding.
00:13:49: aber wie?
00:13:50: Gibt's ein Projektplan?
00:13:53: oder wie startet man denn überhaupt
00:13:54: so?
00:13:55: Die Kinder bekommen von uns alle Mappen Und erstmal halt Themenfindung.
00:13:59: Von Lehmars gibt es halt eine Toolbox zu diesem Projekt, das heißt bei denen offiziell DIFF-Projekt, das hieß Fördervorher, wir haben das Fördervorderheit weiter genannt und da kann man wirklich sich so ein bisschen durcharbeiten.
00:14:12: Themenfindungen, Strukturen an was muss ich alles denken wenn ich so ein Projekt mache?
00:14:18: Das lernen Sie dabei auch.
00:14:20: Wie gehe ich was an... Was dann halt auch für später jetzt mit der Änderung der Oberstufenregelungen, wo man ja viel auf Präsentationen wertlegt, nicht ganz unwichtig ist.
00:14:31: Wenn man sowas kann.
00:14:32: Ja absolut und auch fürs Studium oder so fürs Leben.
00:14:36: Das Leben ist ein Projektplan!
00:14:39: Ja, aber
00:14:41: das war immer Plan.
00:14:42: Dass wir uns im besten Fall einen langen Blick darauf haben wenn es gut läuft.
00:14:48: Aber was sind denn so Dinge die dabei rumkommen?
00:14:51: Also oder was sind Situationen wo du jetzt gemerkt hast ah okay da ist irgendwas entstanden was im Unterricht vielleicht nicht entstanden wäre.
00:14:58: Also ich hatte letztes Jahr einen Schüler, der hat mir dann schon in den Sommerferien geschrieben.
00:15:01: Ich kann das nicht Frau Witzmann!
00:15:02: Ich kann mich nicht vor Leute stellen und trau mich überhaupt nicht.
00:15:06: Und hab eben versucht erstmal per E-Mail Mut zu machen.
00:15:08: Das ist natürlich schwierig.
00:15:10: Hab gesagt, ich kenne dich, ich weiß du schaffst das.
00:15:14: Wenn...ich bin an deiner Seite.
00:15:15: Du musst da vorne nicht alleine stehen.
00:15:17: Das Angebot machen wir halt auch allen Kindern.
00:15:19: wenn die Vorträge halt nie müssen nicht alleine davor hin.
00:15:21: Die können sich immer jemanden mitnehmen.
00:15:24: Und dann war er trotzdem zwei Tage vorher ganz fürchterlich nervös.
00:15:28: und wir treffen uns dann immer vorher nochmal.
00:15:29: Und üben mit den halt wirklich auch, wie bestellt man sich vorne hin?
00:15:32: Wo guckt man hin?
00:15:33: Wie fängt man an?
00:15:34: Ich lasse immer die ersten Sätze, wie man Einstieg macht, ganz viel proben.
00:15:39: Und da war er so kreuznerwüst als ich gesagt habe, pass auf!
00:15:41: Wir machen das zusammen.
00:15:43: Ich stelle dir Fragen zu dem Thema.
00:15:45: Ah ja!
00:15:46: Und du antwortest mir und wir lassen nebenher deine Präsentation laufen.
00:15:49: Das hat super geklappt, der kam danach zu mir und hat sich echt bedankt, hat gesagt das war danke.
00:15:55: Cool!
00:15:56: Die Mama kam auch und sagte es ist toll dass er so unterstützt wurde.
00:16:00: ich glaube er traut sich jetzt ein bisschen mehr.
00:16:02: und das ist bei ganz vielen Kindern dass sie erst sagen euch trau mich gar nicht da was zu sagen vor so vielen Leuten sind dann halt hundert Leute die auf einem Sitz man kennt ihr auch nicht alle Und sich da wirklich hinzustellen, das ist schon eine ganz große Sache.
00:16:16: Aber sie sind alle tatsächlich dann auch immer sehr überzeugend und stellen ihre Projekte super, super gut dar weil es ist einfach total cool finden was sie da rausgearbeitet
00:16:26: haben.
00:16:26: Ja klar!
00:16:27: Es ist ja auch wirklich komplett außerhalb des Schulkontexts wenn du das angesprochen hast... Videospiele irgendwie programmiert wurden.
00:16:35: So was zum Beispiel?
00:16:36: Was sind noch so Dinge, die da irgendwie gemacht werden?
00:16:38: Also
00:16:38: letztes Mal waren ganz viele medizinische Themen tatsächlich.
00:16:41: Es hatte sich eine Schülerin mit dem Thema Trauma beschäftigt und zwei andere Schülerinnen hatten.
00:16:49: eine andere hatte Magersucht gemacht.
00:16:51: also es war sehr viel medizinischer Bereich.
00:16:53: dann mentale Gesundheit war ein großes Thema.
00:16:57: dann Rassismus Feminismus.
00:17:01: Die jüngeren Kinder machen eher was in Richtung Tiere.
00:17:06: Da war ein Farbraten, Tritonschnecken.
00:17:13: Also das sind so ganz weite Themen.
00:17:15: Ein Junge aus der Fünf, der hat Magnetschleim selber hergestellt und hat ihn gezeigt.
00:17:21: Also es waren wirklich ganz unterschiedlich.
00:17:23: eine Schülerin hat zum Thema Cannibalismus was gemacht.
00:17:27: Das war super interessant.
00:17:29: Ich hatte ihr nur gesagt dass sie ein bisschen aufpassen soll was sie so präsentiert, auch mit Bildern.
00:17:34: Weil es sind Kinder im Publikum und ich habe ganz viele Kinder noch gesagt ihr müsst vorher eine Trigger-Warnung geben wie das halt im Internet ist.
00:17:42: dass ihr euch jetzt das hier ein Thema jetzt prässentiert was manche Leute vielleicht ja wo die persönlich ganz schwer betroffen sind und dass jeder natürlich jederzeit rausgehen kann haben Sie auch alle ganz brav gemacht.
00:17:53: cool die Triggerwarnungen aber haben halt trotzdem ganz prima ihre ganzen Themen präsented.
00:17:58: An der Stille sieht man am meisten, was passiert wenn Kinder und Jugendliche einen großen Freiraum bekommen.
00:18:04: Und ihr eigenes Thema aussuchen dürfen.
00:18:06: Das sind dann häufig Themen die wir aus erwachsenen Sicht den Kindern vielleicht gar nicht zutrauen würden.
00:18:13: Also meine eine Kollegin mit die das Projekt mit betreut hat sagte nach der Veranstaltung Die kinder halten uns einen spiegel vor.
00:18:21: Was ist ihnen wichtig sehen wir dass eigentlich was ihnen wichtig ist Und das war für mich beim letzten Mal wirklich so ein Satz, der hat ganz schön tief gesessen.
00:18:30: Wo ich so dachte da hat sie recht und deswegen müssen wir das unbedingt weiter machen.
00:18:33: Ja voll weil es ist glaube ich gerade jetzt auch mit dieser Generation die ja durch Social Media unter anderem so viel Zugang zu der Welt und zu allen Themen jederzeit hat vergisst man glaub ich manchmal mal mit was sich schon alles auseinandersetzen in den ganzen Zeit.
00:18:47: also das is ja Das sind ja diese Themen, mentale Gesundheit, politische Themen, gesundheitliche Themen, Feminismus und so.
00:18:54: Und Gerechtigkeitsthemen.
00:18:55: also die werden einfach glaube ich wahrscheinlich noch mehr in den Schulalltag reingetragen.
00:19:01: Ja müssen wir über sowas alles reden und wir müssen auch über Ängste und Sorgen die Kinder haben sprechen.
00:19:09: Und das geht halt indem man viel Wissen vermittelt und ihnen halt auch klar macht du musst erstmal überhaupt verstehen was das ganze Thema ist.
00:19:19: Ja, weil ich glaube das was ihr macht würden bestimmt voll viele gerne so integrieren.
00:19:24: Aber das stellt sich wahrscheinlich für viele auf die Frage wie macht man das?
00:19:28: Man muss halt anfangen erstmal.
00:19:29: Also ich muss auch mal so ein Projekt einführen da muss man natürlich fragen bei der Schulleitung kriegen wir die Stunden.
00:19:35: Man muss natürlich darstellen dass es super wichtig ist und dass man halt alle Kinder im Blick haben muss.
00:19:41: aber ich wüsste nicht dass irgendeine Schulleitung sagt nein also Begabungsförderung kann ich mir sogar nicht vorstellen.
00:19:48: Das wäre doch sehr erstaunlich.
00:19:50: Ja
00:19:50: das stimmt, es ist eigentlich ja auch etwas wo wenn so Potenziale nachher langfristig auch irgendwie gefördert werden womit eine Schule ja auch logischerweise auch glänzen kann.
00:19:59: aber klar die Kapazitäten auch auch die Defizite also sind jetzt nicht nur im Vordernbereich sondern auch im Fördernbereich zu testen.
00:20:06: sowas ist halt ein Aufwand wahrscheinlich oder?
00:20:10: Dafür gibt's ja als solche Leute wie mich die dass dann alles organisieren dürfen.
00:20:16: Natürlich ist das Aufwand, aber wenn man dann den Output sieht es ist alles wert.
00:20:20: Und wie war denn teils der Status quo vorher?
00:20:25: Also erscheint ja schon viele individuelle Angebote immer mehr dazu gekommen zu sein, aber gerade so bevor ihr vielleicht diese Screens gemacht habt kannst du da irgendwie was vergleichen oder ein Resumier ziehen.
00:20:37: Also ich bin jetzt seit sechzehn Jahren an der Schule und wir hatten halt vorher einfach nicht den Blick dafür, sag' ich mal.
00:20:44: Das beziehungsweise ... Wir wussten die Kinder auch fördern aber wir wussten nicht genau wie?
00:20:49: Und es war halt der Fokus wirklich ein bisschen anders.
00:20:52: Durch dieses Projekt und durch das was ich halt auch lernen durfte in dem Studium.
00:20:58: also ich hab einen anderen Blick auf Kinder gewonnen.
00:21:01: Ich gucke natürlich auch noch Ja, LAS klar.
00:21:06: Aber es ist eher so was kann ich tun um ganz viel aus den Kindern rauszubekommen?
00:21:11: Wo sehe ich Potenziale, wo sage ich dir mache jetzt nochmal ein extra Angebot.
00:21:15: Zum Beispiel hier guck mal, ich habe einen coolen Wettbewerb das könnte ich mir bei dir vorstellen.
00:21:18: die Kollegen wissen das inzwischen auch und wir haben natürlich auch noch andere Kollegen, die sich mit Wett bewerben zum Beispiel beschäftigen.
00:21:24: aber ich kenne halt die Kinder ganz viel und sagt denen dann hier Mathe Olympiades was für dich?
00:21:30: Wir bieten halt auch relativ viele Wett Bewerber in der Schule an Jetzt lange nach der Mathematik z.B.
00:21:35: im November Kenguru-Wettbewerk natürlich.
00:21:37: Klassiker!
00:21:38: Wir machen jetzt beim Lesen für UNICEF und sowas.
00:21:41: Wir haben auch ein Lese-Wettbewerb, das ist so Standard was ja ganz viele Schulen machen.
00:21:45: aber wenn man halt Kinder auch direkt ansprechen kann es eigentlich glaube ich das ist etwas für dich.
00:21:49: guck mal wir haben jetzt hier ein Chemiewetbewerbschemie olympiade.
00:21:52: da sehen wir Potenzial bei dir.
00:21:54: das ist nochmal was anderes wenn die Kinder auch persönlich angesprochen werden.
00:21:57: und wie sagt er ich sehe da was ich könnte gut vorstellen dass du da gut reinpasst.
00:22:04: zusammengefasst geht es also darum den Kindern und Jugendlichen viele Angebote anzubieten und ihnen das Gefühl zu geben, ich sehe dich und deine Stärken.
00:22:14: Sowas fehlt vielen – diese extra Aufgaben- und Wertschätzung, wodurch es im normalen Schulalltag zu langweile kommen kann.
00:22:23: Und wenn die auftritt, macht man halt andere Dinge.
00:22:27: Deshalb hat Cornelia ein Mann
00:22:28: dran.".
00:22:30: Also ich kenne das... also ich mach' das nur so dass es nie nichts zu tun gibt.
00:22:34: Es gibt immer Möglichkeiten.
00:22:36: Wir sind auch digitale Schule, unsere Schüler haben iPad zur Verfügung.
00:22:40: auf Anton kann man immer was machen.
00:22:42: wir arbeiten halt mit der digitalen Drehtür mit dieser Möglichkeit dass Kinder sich da einwählen und anderen Unterrichtenteil nehmen können selbst Werkstätten machen können selbst lernen Werkstättens das ist auch über dieses Diplom habe ich das kennengelernt Ein super cooles Angebot, so was gibt es in Amerika auch und das ist sozusagen die deutsche Version wo man sich als Schule anmelden kann.
00:23:09: Dann können alle Schüler sich da einwählen und individuell an Sachen arbeiten.
00:23:12: Ich mache mit meiner Klasse zum Beispiel seit letztem Jahr die Lebensuni Basics, da geht es um meine erste Wohnung Versicherungen Steuererklärung genau sowas alles selbst lernen Sachen wo halt jemand ihnen was dazu erzählt was erklärt und wir machen dann so kleine Zertifikate Und das gibt's auch als Lebens Uni Finanzen.
00:23:32: Das
00:23:32: ist auch für Erwachsen
00:23:36: Es ist halt total interessant und die Schüler finden das total cool, so was zu machen.
00:23:41: Und da gibt es aber auch natürlich alle möglichen anderen Themen.
00:23:43: Da ist ganz viel drin.
00:23:45: Man kann wirklich gucken, was gibt's in Bio?
00:23:47: Was gibt es in Informatik?
00:23:49: Geschichtsthemen, Politikthemen – alles Mögliche da!
00:23:54: Dass jeder etwas findet, was er für sich machen kann.
00:23:56: Das finde ich spannend, weil ich glaube, das ist das Ding dieses, was du meintest mit.
00:24:00: Es gibt immer was zu tun... viel in diesen, ich kenne das zum Beispiel jetzt so von manchen.
00:24:07: Es gibt so Arbeitsplätze oder Makerspaces in Unis wo die sagen ja dieses Hilfe ist zur Selbsthilfe du bekommst irgendwie so ein Set aber dann musst du halt auch selber gucken und am Anfang ist es für viele sehr überfordert weil man kann ja alles machen und dieses von keiner schreibt mir was vor was ich gerade mache und ich kann irgendwie alles machen überfordern auch vieler am Anfang.
00:24:27: und dann sitzt man erst mal rum Reizüberflutet so ein bisschen und überlegt sich, was mache ich denn jetzt eigentlich?
00:24:33: Worauf habe ich überhaupt Lust?
00:24:34: Was interessiert mich nicht überhaupt.
00:24:35: Aber wenn man das einmal überwunden hat, dann öffnet es ja so viele Türen...
00:24:39: Man muss Schüler natürlich auch ein bisschen beraten.
00:24:41: Wenn die Kinder da sitzen und sagen, ich weiß überhaupt nicht, was ich machen will, dann sage ich immer, pass mal auf!
00:24:45: Ich hab mir mal das da angeguckt, schau doch mal, das fand ich ganz cool.
00:24:48: Vielleicht findest du das ja auch interessant und dass man überhaupt erstmal einen Start findet oder man nimmt halt wirklich auch das Material aus dem Diffprojekt Themenfindung.
00:24:59: Das geht natürlich und sagt ja, hast du irgendwas?
00:25:02: Was machst du in deiner Freizeit?
00:25:04: Hast du ein Fußballverein den du toll findest.
00:25:07: Machst du Sport gibt es bestimmte Tiere die du magst?
00:25:10: also wenn man mit dem Kleinen anfängt die größeren wissen in der Regel ganz genau was sie interessiert und was nicht.
00:25:15: das heißt dass ist aber auch irgendwas was Lehrkraft zum Beispiel für sich einfacher mitnehmen können.
00:25:21: weil wenn man sich jetzt als Lehrkraft das vielleicht hört und sich denkt okay wie Kann ich denn in meinem Unterricht für mich individuell was Kleines verändern und so ein bisschen mehr auf individuelle Förderung gehen oder so ein bissel mehr fordern und fördern, dass man dann sagen kann okay, so einen bisschen Auswahl im Material zum Beispiel.
00:25:37: Dass das halt allein schon ja so ein kleiner Step im System sein kann?
00:25:41: Ja, man hat das ja früher alles mit Papier gemacht, dass dann immer Papierstapel in den Schulen wagen.
00:25:45: Das kenne ich ja noch.
00:25:47: aber... Bücher haben wir immer noch, die sind ja super wichtig nach wie vor das Lesen.
00:25:55: Aber es ist halt etwas Neues was die Schüler natürlich auch interessant finden weil's digital ist und weil sie alles im eigenen Tempo machen können.
00:26:01: Niemand da der sagt du musst jetzt in zehn Minuten fertig sein sondern mach so schnell wie du möchtest hörst dir nochmal an wenn du es nicht verstanden hast.
00:26:09: und das ist natürlich was was individueller zugeschnitten ist auch aufs eigene Lerntompo.
00:26:15: und das ist glaube ich auch ganz wichtig, dass niemand da im Lacken sitzt und sagt so muss fertig werden.
00:26:19: Ja absolut!
00:26:21: Jetzt ist ja so, dass wir bei der SAP Ruhr viel darüber sprechen wie Kinder im Hochschulalltag individuell unterstützt werden können unter anderem die Schulbegleitung und klar unterstützen viele Kinder und Jugendliche die Schwierigkeiten haben aufgrund verschiedener Dinge und Thematiken.
00:26:37: aber wir haben natürlich auch Kinder und Jungliche In Kombination halt auch Special Interests mitbringen oder Begabungen, oder Interessenleistung in bestimmten Bereichen.
00:26:50: Wie kann ich denn diese Bedürfnisse als Schulbegleitung irgendwie unterstützen?
00:26:54: Weil ich habe natürlich dieses Thema Schule und Unterricht und da darf ich ja per se erst mal nicht reingretschen weil mich ja kein Streit irgendwie mit der Lehrkraft haben.
00:27:01: aber wie kann ich dann trotzdem versuchen das irgendwie zu unterstützen?
00:27:06: Es gibt ja die Möglichkeit, ganz viel abzusprechen.
00:27:08: Also ich denke als Integrationskraft sollte man immer viel mit dem Lehrer Kontakt haben und sprechen.
00:27:14: es gibt auch die HPGs wo dann noch mal ganz viel gesprochen wird und wo man halt darüber reden kann.
00:27:19: was kann ich mit dem Kind tun das vielleicht ein twice exceptional ist dass Autismus hat aber hochbegabt ist oder Autismus hat eine Rechenschweche hat oder Hochbegabe ist eine Rechenschweche?
00:27:29: so etwas gibt's auch.
00:27:31: Was kann ich da alles machen?
00:27:32: Und das sind halt Absprachsachen Das muss wirklich individuell geklärt werden.
00:27:38: Bei uns an der Schule arbeiten wir jetzt auch daran, was wir Kindern mit ADHS für Angebote machen können um ihnen den Alltag zu erleichtern.
00:27:47: und das sind halt alles Sachen ... Das wird auch sehr individuell sein.
00:27:51: Wir müssen aber einen Rahmen geben, was ist alles möglich?
00:27:53: Und dann schauen, was passt fürs einzelne Kind.
00:27:57: Und das ist auch das, was die E-Helfer machen können.
00:28:00: Dafür sind die HPGs da, dass man das in Ruhe bespricht.
00:28:04: Und wenn ich jetzt merke, also das geht ja dann leider auch manchmal damit einher, dass irgendwo eine Megainteresse um Begauung ist und irgendwo halt gar kein Interesse.
00:28:15: Langeweile?
00:28:17: Langweile genau!
00:28:18: Aber ich muss ja irgendwie trotzdem schaffen, dass es Kinder halt irgendwie teilen, auch an Unterrichtsunterrichtsfächern die halt ihm oder ihr nicht so gut gefallen.
00:28:27: Das nennt man Differenzierung im Unterricht.
00:28:29: Das heißt, man muss mehrere Angebote machen an der Gesamtschule.
00:28:32: Machen wir das sowieso?
00:28:33: Wir haben bindendeferenzierte Angebote.
00:28:36: Inzwischen sind ja auch viele Schulbücher darauf eingestellt, dass man halt in drei verschiedenen Niveau-Stufen arbeiten kann.
00:28:42: Ich habe zum Beispiel bei uns immer noch die Gymnasialbüche liegen.
00:28:46: Wer sich mit all dem ganzen Kram langweilt, darf sich gerne mit dem Lambacher Schweizer rumschlagen.
00:28:52: oder man gibt mal Aufgaben aus dem Känguru-Wettbewerb rein oder sowas in Mathe ist, da gibt es ganz viele Möglichkeiten zum Beispiel.
00:29:00: Aber auch für Deutsch gibt es halt Bücher die nochmal nach oben eine Differenzierung bieten und einfach noch mal andere Anforderungen stellen sprachlich wie aber auch inhaltlich.
00:29:10: Also dass ich dann zb als Schubbegleitung ja auch das anregen kann so helfleicht ein differenziertes Buch sei's nach oben hin oder nach unten hin Förder oder Vorderster egal.
00:29:20: Wir lesen zum Beispiel oft auch differenziert.
00:29:22: Das heißt, wir lesen eine Lektüre.
00:29:24: Ein Teil liest sie im Original und die einfache Version.
00:29:28: Und zu den Lektüren gibt es aber auch in der Regel noch mal Lekture-Hilfen, wo man dann auch nochmal über das hinausgehen kann und nach oben nochmal andere Angebote machen kann.
00:29:36: Ich habe festgestellt z.B.
00:29:38: beim Bücherlesen, dass meine Schüler sehr gerne Filmchen drehen, Plämobilfilmchen.
00:29:43: Und dass sie da nochmal Szenen aus dem Buch dann nachstellen, dass sie das sehr gut machen sind und sehr einprägsam, was sie da so tun.
00:29:52: Man muss halt einfach Angebote finden die dann nochmal eine andere Möglichkeit den Kindern bieten sich mit Sachen auseinander zu setzen auf einer anderen Ebene haptisch visuell digital.
00:30:04: Welche Kompetenzen glaubst du braucht denn eine Schulbegleitung um vielleicht auch Potenziale zu erkennen bei einem Kind?
00:30:11: Ich hab zwei tolle Schulbegleitung bei mir in der Klasse gehabt, deswegen weiß ich das ungefähr.
00:30:16: Die müssen unheimlich gut die Kinder beobachten können und müssen einschätzen können so was kippt das Kind gerade langweilte sich?
00:30:25: Was braucht es jetzt grade etwas anderes?
00:30:27: Das heißt sie müssen sehr fokussiert auf die Kinder sein.
00:30:30: Was natürlich wenn in Zukunft die Pool-Lösung auch in der weiterführenden Schule angedacht werden ein bisschen schwieriger wird.
00:30:37: Wir haben auch schon bei uns gesagt für die Autisten wird das hart wenn die Einzelschulbegleitung für sie wegfällt.
00:30:45: Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass meine E-Helferinnen haben das geschafft sich immer sehr gut ums eigene Kind sozusagen zu kümmern, aber auch noch ein paar anderen auch noch so ein bisschen ankert zu sein oder einfach durch meinen aufmonternden Blick oder so was oder Daumen hoch da auch schon ganz viel mit zu bewegen.
00:31:02: und ich denke Beobachtung und einschätzen können also wirklich gute Personenkenntnis, Kindkenntnis.
00:31:11: Und wenn wir jetzt so noch Dinge zu diesen Potenzialen, zur Begabung oder vielleicht auch zur Hochbegabungenmensch mitgeben würde es, gibt's da noch irgendein Punkt wo du sagst das sollten Leute auf jeden Fall auf dem Schirm haben?
00:31:24: Ja man sollte nicht immer nach so Äußerlichkeiten gehen also wie Noten.
00:31:28: Also wenn ein Kind schlechte Noten schreibt sollte man wirklich genau rausknobeln.
00:31:33: was ist da eigentlich los?
00:31:35: kann es das wirklich nicht?
00:31:36: hat andere Gründe?
00:31:38: Was könnte dahinter stecken?
00:31:40: Und da muss man halt immer sehr genug schauen, dass es natürlich sehr individuelles arbeiten.
00:31:44: Was für Lehrer mit großen Klassen – also ich sage mal so, ich habe auch dreidreißig Schüler – dann auch eine Herausforderung?
00:31:53: natürlich ist und ich bin ein Fan davon das mein zum Beispiel Kurse-und-Klassen sehr lange begleitet weil man die Kinder dann einfach gut kennt.
00:32:02: Ich habe zum Beispiel ein Matheekurs gerade, die hab ich seit der Fünf.
00:32:05: Also wir sind jetzt das fünfte Jahr zusammen und wir kennen uns alle sehr gut.
00:32:09: Das ist wirklich sehr lang!
00:32:10: Ja
00:32:11: und das macht halt, dass Arbeiten doch deutlich entspannter.
00:32:15: Würdest du dir denn in dem Kontext noch irgendwas wünschen für die Zukunft?
00:32:21: Wo fängt
00:32:23: man an?
00:32:24: Natürlich mehr Lehrer, kleinere Klassen und es geht nicht um kleine Klassen.
00:32:28: Ich finde das immer so lustig wenn dann alle sagen ja Kleine Klassen das bringt's überhaupt nicht.
00:32:32: für mich fängt eine kleine Klasse ab vierundzwanzig an also alles was drüber ist größer.
00:32:37: aber wir reden halt immer eigentlich über Klassen stärken achtund zwanzig bis dreiunddreißig und das sind definitiv große Klassen Und Vierundzwanzig ist für mich ne kleine klasse und ich glaube was so im Allgemeinen?
00:32:48: Es ist immer so Achtzehn oder siebzehn und über sowas reden wir gar nicht.
00:32:53: Das wäre halt schön, aber vor allen Dingen halt mehr Lehrer und vielleicht auch tatsächlich noch mehr Unterstützer also Alltagshelfer wie das in der Grundschule ist oder wirklich für jede Klasse E-Helfer die für Kinder da
00:33:15: sind.".
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