Episode 29 - Als Schulbegleitung angreifbar sein

Shownotes

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Transkript anzeigen

00:00:08: Also du wirst um den Versuch, dass jemand mit dir Beziehung gestalten will niemals herumkommen.

00:00:15: Du kannst aber die Spielregeln dafür festlegen.

00:00:17: Wenn du eine Hülle von dir selbst bist und die immer distanziert ist dann werden Kinder versuchen diese Hüllen zu knacken.

00:00:24: Du musst ja für den anderen kommunizieren Und nicht so wie du es verrichtig hältst.

00:00:29: Du musst die Sprache der anderen Menschen sprechen wenn du willst das jemand etwas tut.

00:00:33: Das bedeutet wenn ich mit sechsjährigen Kindern arbeite Dann muss sich für ein sechsjähriges Kind kommuniziere.

00:00:40: Ihr hört Klassenklima, der Talk über Schulbegleitung von der SAP Ruhr.

00:00:45: In diesem Podcast reden wir darüber was es bedeutet und braucht um Schuhbegleiter zu sein.

00:00:50: Hürden, Kontroversen und Erfolge – all das bespreche ich, Fee als freie Journalistin diesmal mit Raphael Kirsch.

00:00:57: Er ist deeskalationstrainer, systemischer Coach, Trainer für Schutz- und Abwehrtechniken und vieles mehr!

00:01:08: Über den Zivildienst ist er dann später in der Kinder- und Jugendpsychiatrie gestartet.

00:01:13: Und dort hat er schon viel über Krisen- und Konfliktmanagement gelehrt.

00:01:17: Die Eskalationstraining gehört sowieso dazu, dann lernst du Paartraining, dann kommt ein bisschen Schutz- und Abwehrtechnikentraining dazu... ...und dann natürlich die Auseinandersetzung mit dir selbst!

00:01:29: Weil es lohnt sich zu verstehen, an welcher Stelle bin ich derjenige, der hier gerade Öhl ins Feuer gießt?

00:01:34: Ohne das zu wollen weil ich verstanden habe was ich für'n Typ bin Ja, und dann habe ich irgendwann meine Frau kennengelernt.

00:01:42: Die ist Grundschullehrerin.

00:01:44: Da hab' ich gemerkt, ah die weiß das alles gar nicht was ich jetzt schon gelernt haben, was schon alles kann!

00:01:49: Und hab ihr so zwei da Tipps gegeben?

00:01:51: Dann haben wir festgestellt es funktioniert ziemlich gut.

00:01:53: Dann habe ich in der Schule meinen Tag Seminar gegeben.

00:01:56: Erst habe ich nur so zwei Stunden Reden und Antwort gestanden von der Schulleitung aus.

00:02:00: Das fand ich total witzig.

00:02:01: Dann war das in allen Schulleiterkonferenzen so... ...dann habe ich mal fünfzig Mark- und Stück Kuchen dafür gekriegt Genau.

00:02:08: Und dann wurde daraus ein Selbstläufer und heute gibt es einfach Krisen fest, als das Bildungsunternehmen mit den meisten Tagessiminaren in deutschen und österreichischen Schulen.

00:02:19: Krass!

00:02:19: Ja, finde ich auch.

00:02:20: Also dafür dass du mal für Ufufßig magst oder Kuchen

00:02:23: warst?

00:02:24: Es waren sogar Euro aber...

00:02:26: Stimmt ja, stimmt.

00:02:29: Das ist gerade einmal erzählt, dass man manchmal unbewusst als erwachsene Person Öl ins Feuer wirft und dass man das wirklich nicht möchte.

00:02:37: Und darum geht es ja auch viel, dass ein Kind – also ein Kind kann vielleicht eine Situation für einen schwierig machen aber du sprichst ja auch ganz viel darüber was bei uns Erwachsene passiert?

00:02:50: Und da würde ich gerne direkt am Anfang glaube ich mal genauer hinschauen.

00:02:54: Was passiert denn in Erwachsenen Wenn du uns ein Kind provozierst, sag ich jetzt mal in einem Anführungszeichen.

00:03:00: Du guckst ja schon so ein bisschen kritisch über dieses Wort.

00:03:02: Ich finde das

00:03:03: gut!

00:03:03: Aber wir haben ein Kind, dass irgendwie aggressiv ist und es verweigert.

00:03:09: Das hat irgendwie keinen Bock oder so.

00:03:11: Das ist ja gerade in der Schulbegleitung oftmals täglich Brot, glaube ich am Anfang.

00:03:15: Was passiert denn bei uns dann?

00:03:17: Kennst du das Gefühl sich unbedingt durchsetzen zu wollen?

00:03:20: Ja, klar.

00:03:21: Ich glaube das ist etwas was uns Pädagoginnen und Pädagogen oder alle die sich für die Arbeit mit Menschen entschieden haben betrifft diese dieser komische Glaubenssatz den man irgendwann mal entweder der Ausbildung oder von seinen eigenen Eltern mitbekommen hat.

00:03:34: wenn du etwas ankündigst dann musst du das auch durchziehen so Du musst ja konsequent sein.

00:03:40: Wenn du das aber zu Ende denkst Dann führt dieser Glauben Satz ja dazu dass du zwangsläufig immer um einen Machtkampf nicht herum kommst.

00:03:49: Ja.

00:03:49: Weil wenn du irgendwann mal sagst so jetzt, also liebevoll wertschätzend hey kannst du mal ganz kurz deine Trinkflasche vom Tisch räumen die muss jetzt weg wir müssen anfangen zu arbeiten und Kind sagt ne mach ich nicht hab ich keinen Bock drauf.

00:03:59: dann ist ja jetzt in dem Moment ganz ganz wichtig wie du über diese Situation urteilst Und Wenn Du mit dem Glaubenssatz aufgewachsen bist Ich Muss mich Jetzt Durchsetzen dann hast du keine andere Wahl, als eine Macht- und Konsequenzkarte zu ziehen.

00:04:13: Dann kannst du so was machen wie ... Und ich hab dir gesagt und wir haben das schon tausendmal besprochen jetzt mach das endlich mal!

00:04:18: Wenn das hier nicht funktioniert dann und jetzt gehen wir mal zur Lehrerin und zur Schulleitung.

00:04:23: Das ist ja so ne Spirale die auf einmal irgendwie losgetreten wird, die du dann auch wenn du dich selbst nicht unglaublich würden machen willst nicht wieder stoppen kannst.

00:04:35: Dann musst du das bis zum Excess durchziehen.

00:04:38: Das heißt, es lohnt sich ja zu verstehen dass meine eigene Vorstellung von dieser Situation auch darüber entscheidet wie sie ausgeht.

00:04:46: Und ich für meinen Teil habe auch durch viele schmerzhafte Erfahrungen den ich ebenfalls mit diesem Glaubenssatz unterwegs war gelernt Naja Ich muss mich nicht immer durchsetzen weil Es geht Ja Gar Nicht Darum Dass Ich Jetzt Gewinne Sondern Dass Ich in meiner Sicherheit Bleibe.

00:05:02: Ich Kann Ja In meiner Autorität Bleiben ohne mich unglaubwürdig zu machen und ohne den Machtkampf zu gehen.

00:05:07: Autorität ist ja per se erst mal nichts Schlechtes, die haben wir als Menschen mit Kindern arbeiten?

00:05:14: So wichtig ist nur dass sie nicht in Macht und Stress ausartet!

00:05:17: Wenn ich dann so etwas sage wie jetzt räumen die mal weg, wir müssen hier anfangen und ein Kind sagt ne mach' ich nich', dann kann ich sagen hey okay was brauchst denn du damit es geht?

00:05:27: Ja gar nix will ich nich'.

00:05:30: Okay und wenn du mal ganz feste darüber nachdenkst wie schaffen wir beide das?

00:05:33: Es gibt ja Sachen, die hast du schon heute richtig gut gemacht.

00:05:36: Wie kriegen wir auch das hin?

00:05:37: So diese Ruhe da rein zu bringen sich nicht kickend zu lassen weil es mein eigener Glaubenssatz ist.

00:05:42: ich glaube das ist schon super hilfreich und zu verstehen dass ich mit Hintus setzen muss ne weil ich kann ja der Ding einfach vertagen.

00:05:49: Ich kann ja auch sagen okay weißt Du was?

00:05:51: lasse kurz stehen dann frage ich dich in zwei Minuten nochmal und wahrscheinlich klappt es dann viel Ruhe rein.

00:06:00: Das ist Glaubenssatzarbeit, das ist ja auch etwas sehr tiefem Psychologisches.

00:06:06: Aber dieses wirklich ist nicht persönlich zu leben.

00:06:09: Ich glaube man muss sich komplett frei machen so ein bisschen oder?

00:06:13: Ja weil in den seltensten Fällen lehnt ein Kind ja nicht dich ab es lehnte ja die Regel gerade ab.

00:06:19: wenn du einem Kind sagst jetzt nimm mal deine Kappe hin nach Schule ab Und er sagt, ne mache ich nicht mal eine Frisur.

00:06:24: Sondern geht's ja gar nicht darum dass du das gerade gesagt hast sondern nur dass die Regel doof ist und das einfachste was du tun kannst ist zu sagen ey verstehe ich total gut.

00:06:33: mir wäre es auch blöd mit meiner Frisure.

00:06:35: nennen sie immer trotzdem ab Einfach bei der Anforderung zu bleiben ganz liebevoll und wertschätzend und in der Regel gibt sich das schon.

00:06:42: Wahrscheinlich könnt ihr euch schon denken worauf wir mit den Geschichten hinaus wollen.

00:06:46: Überall dem steht die pädagogische Haltung.

00:06:48: Dazu haben wir mal eine ganze Folge gemacht.

00:06:51: Bei uns standen da die Begriffe Empathy, Konkurrenz und Wertschätzung im Vordergrund.

00:06:57: Raphael versteht Haltung erst mal als das eigene Menschenbild.

00:07:01: Wie gehe ich mit Menschen um?

00:07:02: Und was möchte ich für ein Mensch

00:07:03: sein?".

00:07:05: Eine Sache, die mir wirklich geholfen hat kam relativ früh in der Erzieherausbildung – das sagt unser Sozialpädagogiklierer damals – Die meisten, die hier sind wollen hier etwas lernen Die wollen Strategien haben, damit sie die anwenden können.

00:07:22: Damit sie jemand sind.

00:07:26: Also für die meisten ist die Reihenfolge ich will haben tun sein Ich will mehr Wissen haben, ich will mehr Tools haben.

00:07:34: Ich will Strategien habe Dann will ich die tun und ich will die Anwenden Weil dann bin ich Pädagoge Dann bin ich eine gestandene Persönlicher Dann hab' ich Autoretät Und das is ein Missverständnis.

00:07:45: Der Weg ist andersrum.

00:07:47: Ich muss erst jemand sein, der etwas tut.

00:07:51: Damit ich mehr habe!

00:07:54: Ich muss ein guter Mensch sein.

00:07:57: Wenn ich das lebe, hab' ich mehr Arbeit mit den Kindern die besser ist.

00:08:01: Ich muss einen respektvollen Menschen sein.

00:08:03: Weil wenn ich Respekt anwende und lebe bekomme ich von Kindern mehr Respekt und hab das dann am Ende des Tages Also nicht haben wollen dass tun damit ich jemand bin Nicht haben tun seien sondern Du musst jemand sein Dann musst du es tun Und dann hast du mehr.

00:08:19: Das heißt, in dem Kontext was ich jetzt so raushöre ist ja auch dass man schon ein sicheres Auftreten braucht.

00:08:27: Genau das mir schon irgendwie meiner selbst sicher bin und vielleicht auch den Regeln oder meine Haltung meiner Überzeugung dieses Ich möchte jetzt irgendwie gutes gute Zusammenarbeit mit diesem Kind haben.

00:08:37: Ich mich, dass die positiv ist aber ich möchte eben nicht dieses Dominante haben.

00:08:47: heißt es, was würdest du denn für ein Wort oder was für eine Ausstrahlungskraft ist?

00:08:51: Wollen man dann souverän sein?

00:08:52: oder wie würdest Du das mit einem Adjektiv vielleicht betiteln.

00:08:56: Ich finde Souveränität schon ganz gut, da wird ja der Substantiv, aber ich finde Souveränität finde ich schon mal richtig gut.

00:09:03: Dann muss man einmal verstehen, was bedeutet in Souveranität?

00:09:06: und wenn ich's ganz ganz einfach machen darf nicht weil ich den Hörerinnen und Hörern nicht mehr zutraue sondern weil mein Vereinfach ja viel schöner ist Souveränität bedeutet in meiner Welt, ich habe ein Verständnis von dem was schwierig werden kann.

00:09:23: Hab mich damit auseinander gesetzt und hab mich darauf vorbereitet.

00:09:28: Souveranität bedeutet Ich hab das Wissen um das was schwierigwerden kann und die perfekte Vorbereitung darauf.

00:09:32: Und für uns Pädagoginnen und Pädagogen oder alle die auf dem Weg sind bedeutet dass Was ist für dich manchmal schwierig?

00:09:39: Wo hast du schon verstanden, dass dich Kinder manchmal kriegen.

00:09:42: Was dürfen Menschen dir nicht sagen?

00:09:44: da weil du weißt wie es dann sauer.

00:09:47: und wenn du das aber mal gemacht hast auch wenn's vielleicht ein bisschen pieksig ist aber hier möchte ich einmal Mut zu sprechen.

00:09:52: das lohnt sich weil dann bist du vorbereitet und dann kannst du souverän sein.

00:09:55: Und was viele verwechseln ist Dominanz und Klarheit.

00:10:00: Ja also Dominanz brauchst Du Nicht Klarheit umso mehr und Klarheit in seine Kommunikation zu bringen, das ist nicht einfach aber auch total lohnenswert.

00:10:15: Und da habe ich auch ein kleines Beispiel aus meiner eigenen Arbeit.

00:10:18: Ich bin ja keine Pädagogin sondern Journalistin.

00:10:21: Trotzdem hab' ich ab und an mal Workshops mit Kindern und Jugendlichen.

00:10:25: Letztens hatte ich dann das erste Mal eine zwölfte Klasse.

00:10:28: Davor hatte ich eh schon etwas Bammel und es wurde zu Beginn auch relativ viel geredet.

00:10:33: Irgendwann habe ich gesagt, Leute ihr seid alt genug.

00:10:37: Ihr seid in der zwölften Klasse, ihr müsst nicht unbedingt hier bleiben.

00:10:40: Niemand zwingt euch!

00:10:42: Aber wenn ihr hier bleibt dann wäre es cool, wenn ihr zuhört.

00:10:45: Das hat überraschenderweise gezogen weil die Schüler glaube ich auch gemerkt haben dass mich ihr Verhalten gar nicht so emotional berührt hat.

00:10:54: und da ist jetzt meine frage so weil du sagst sie sich auch angreifbar machen ist auch irgendwie wichtig.

00:11:01: Was meinst du genau damit?

00:11:03: Oder an diesem Beispiel hätte man das noch anders lösen können vielleicht.

00:11:06: Also wahrscheinlich jahrtauf tausend Weißen, aber...

00:11:09: Am Ende des Tages muss es ja auch zu dir passen, ne?

00:11:11: So ein Pädagogik hat ja ... Muss Ja!

00:11:13: Also Pädagogik muss ja per se authentisch sein.

00:11:16: So was es aber gibt ist einen Unterschied zwischen Authentizität und Professionalität.

00:11:23: Der ist ja total wichtig und total spannend.

00:11:25: Du kannst ja alles denken, du darfst nur nicht alle sagen.

00:11:29: Das ist der Moment wo ... Professionalität für die meisten Pädagoginnen und Pädagogen schwierig wird.

00:11:36: Aber erst mal, wie hätte ich das vielleicht anders gelöst?

00:11:39: Ich glaube, ich hätte es auch gemacht!

00:11:40: Ich habe gesagt Leute, ich bin hier für euch... Für die Leute, die Bock haben.

00:11:45: Wer das nicht machen möchte ist voll in Ordnung.

00:11:47: Das Einzige was ich mir von dir wünsche ist den Respekt, die anderen nicht zu stören, die Lust haben auf den Tag.

00:11:54: Wenn du das nicht tun möchtest, vollkommen in Ordnungen, ich werde dich nicht überreden.

00:11:58: Und wenn du aber hier bleiben möchtest, dann hätte ich nicht gesagt und sei aber still.

00:12:03: Sondern wenn du hierbleiben willst, dann verspreche ich dir es lohnt sich.

00:12:08: Also so einen kleinen Hint geben?

00:12:10: Weil es gibt ja diesen schlauen Satz alles das was Menschen tun, tun sie nur dann, wenn sie sich ein Gewinn davon versprechen.

00:12:17: Wir alle sind nur heute hier weil wir uns ein Gewinne von versprechen!

00:12:20: Wenn's gehalten ist oder das Verhindern von negativen Konsequenzen oder einen coolen Podcast aufzunehmen... Alles hat nen Benefit.

00:12:27: Und wenn du mit Verweigerung arbeitest oder mit Widerständen, dann stellen Menschen einen Benefit in Aussicht.

00:12:32: Das wäre zumindest meins gewesen.

00:12:34: und jetzt war die Frage was man nicht mit angreifbar

00:12:37: macht?

00:12:37: Genau genau weil ich hätte ja in dem Moment auch sagen können, weil Leute, ich finde das gerade richtig doof hier.

00:12:43: Ja

00:12:44: so und irgendwie stört mich das jetzt gerade richtig.

00:12:47: Was ist los?

00:12:48: Warum seid ihr so unruhig?

00:12:50: So gibt es ja auch oder?

00:12:51: oder Leute, die dann so ganz jetzt so könnte könnt ihr bitte bitte machen?

00:12:55: Ich würde mich

00:12:57: riesig freuen wenn ich

00:12:59: für mich da gar nicht so drüber lustig mache.

00:13:01: Doch, ich mach das!

00:13:02: Okay

00:13:03: gut dann machst du das und ich mache

00:13:06: mich davon frei.

00:13:07: Ich bin jetzt versuch jetzt wieder ein bisschen Professionalität zurück zu gewinnen.

00:13:12: aber was meinst Du denn damit mit diesem angreifbar machen?

00:13:15: Naja also es gibt doch dieses schwierige Verhältnis von Nähe und Distanz.

00:13:19: Was möchte ich von mir preisgeben, möchte ich distanziert sein, möchte eine Mauer aufbauen?

00:13:24: Und wenn ich mit Lehrkräften zum Beispiel arbeite oder mit Erzieherinnen und Erziehern, dann haben die ganz häufig das Verständnis von je distanzierter Ich mich mache umso weniger angreifbarer werde ich.

00:13:37: Das Missverständnis zumindest aus meiner Sicht möchte ich gerne ein bisschen aufdröseln weil Beziehungsarbeit dass A und O mit Menschen ist.

00:13:46: Du wirst niemanden zu etwas bringen Wenn die Beziehung nicht stimmt.

00:13:50: Jetzt bedeutet Beziehungen nicht zwangsläufig, dass wir jeden Morgen, fünfzehn Minuten im Morgengrass über Freundschaft reden müssen.

00:13:56: Sondern Beziehung sind die kleinen Dinge, die einfach passieren.

00:14:00: Nettes Wort!

00:14:01: Einen auf dich habe ich mich gefreut.

00:14:02: Cool, dass ich heute in diesem Podcast sein darf.

00:14:04: Vielen Dank für die Einladung.

00:14:06: Mega toll.

00:14:08: Einfach mal an einem Kind zu sagen bei dem es echt, die auch schwer fällt, zu sagen Ich freue mich, dass du da bist.

00:14:13: Dem sag' ma', ich freu mich das du da ist und guck mal was dir in den Augen passiert.

00:14:16: Das ist ja Beziehungsarbeit.

00:14:19: Wir glauben immer, wenn ich das nicht von mir preisgebe dann bin ich nicht angreifbar.

00:14:25: Das Gegenteil ist aber der Fall weil in dem Moment wo ich eine distanzierte Hülle von mir selbst bin versuchen Kinder Beziehung zu gestalten.

00:14:34: Also du wirst um den Versuch dass jemand mit dir Beziehungen gestalten will niemals herumkommen.

00:14:40: Du kannst die Spielregeln dafür festlegen.

00:14:43: Wenn du ne Hülla von dir selbst bist, die immer distanziert ist Dann werden Kinder versuchen diese Hüllen zu knacken.

00:14:48: Dann wird es dem Moment geben, wo jemand eine Schwäche entdeckt und dann wird die genutzt werden.

00:14:53: Wenn du aber von vornherein zumindest ein Réportoir an Dingen bereithältst, die du bereit bist offen zu legen.

00:15:01: Wo du denkst wenn ich das jemals erzähle, dann schafft das eine gewisse Form von Beziehung macht mich auf einer persönlichen Ebene nicht angreifbar weil sie.

00:15:11: du kannst auch erzählen dass der Schuhgeröße forty-two ist.

00:15:13: Du kannst doch erzählen was dein Hobby reiten ist!

00:15:17: dass du letzte Woche auf einer ganz tollen Konzertreihe warst.

00:15:20: Dass dein Lieblingssänger weiß, weiss ich es so!

00:15:23: Das sind doch alles Dinge wo jemand dann anecken könnte und sagt was den hören sie?

00:15:28: Ja aber erzähl mal was ist dein Lieblingssänger?

00:15:30: Und schon bist Du über eine ganz einfache Sache die Du erzählen kannst in der Beziehung und genau dann wirst Du deutlich weniger angreifbarer als wenn Du Dich distanzierst.

00:15:40: das ist wirklich ein Missverständnis.

00:15:43: Dabei geht es logischerweise nicht um Fakten über die Privatsphäre.

00:15:47: Niemand muss etwas über sein Familienleben oder die Partnerschaft teilen.

00:15:50: Aber Hobbys, Interessen?

00:15:52: Warum eigentlich nicht?

00:15:53: Zum Angreifbarsein gehören ihm Gefühle dazu.

00:15:57: Heißt auch dass ich in schwierigen Situationen authentisch darauf hinweisen darf das mich beispielsweise verletzt hat wobei Raphael da ein Altersgruppen und Situation unterscheidet.

00:16:09: Ich glaube ich würde gar nicht aufmachen Du hast meine Gefühle verletzt, wie geht's dir jetzt damit?

00:16:14: Sondern wenn ich das mit Grundschulkindern machen würde, dann wäre ich wieder beim Thema Klarheit.

00:16:19: Und Klarheit ist etwas anderes als dieses Drossenario von Autorität.

00:16:25: Dann wär' ich einfach eher bei... Guck mal!

00:16:27: Das hat mich gerade getroffen.

00:16:29: Ich möchte dass das beim nächsten Mal anders ist und wenn der Moment vorbei ist, dann nehme ich irgendwann die Eins-zu-Ein-Situation eine Stunde später, zwei Stunden später wenn alle irgendwie ihren Pegel wieder gesenkt haben und geh hin und sag ich möchte dir kurz erklären warum mir das wichtig ist.

00:16:48: Und dann sage ich aus dem und dem Grund, aus dem oder dem Grund.

00:16:52: Ich würde die persönliche Ebene gar nicht aufmachen, ich würde eher sowas machen wie wir wollen doch Respekt von miteinander umgehen.

00:16:57: Das was du gerade getan hast das kann Menschen echt verletzen.

00:17:00: vielleicht hat es mich auch ein bisschen getroffen.

00:17:02: deswegen wünsche ich mir von dir das nächste mal.

00:17:04: Punkt eins zwei drei und jetzt meine Frage an dich Wie schaffen wir das?

00:17:10: Und dann bist du in der konstruktiven Arbeit anstatt dem Kind irgendeine Verantwortung für irgendwas Kryptisches zu geben.

00:17:16: Was soll ein Kind denn mit sieben Jahren damit machen, wenn du sagst, dass hat mich verletzt?

00:17:21: Also es ist schon richtig, dass wir darüber reden und es auch wichtig ist kommt nur auf die Art und Weise an wie wir das tun.

00:17:26: also deswegen ich möchte wirklich Werbung dafür machen dass man sich wirklich mal einen Tag mit sich selber auseinandersetzt.

00:17:32: Das macht super viel Sinn und ihr habt ja auch tolle Schulungsangebote, so nehmt das mal wahr!

00:17:37: Es ist einfach ultra cool weil du wirst danach eine bessere Pädagogin.

00:17:44: Ja...

00:17:44: Das ist spannend weil genau diese Aussage viel in einem anderen Interview zum Sozialkompetenztraining.

00:17:52: Und da meinten die auch, dass das Wichtigste nicht irgendwie irgendeine Strategie ist oder irgendwas mit dem Kind sondern Du musst als Person im Rhein mit dir sein.

00:18:01: Und solange du das nicht bist und so lange du nicht deine Schwächen kennst, deine Stärken, deine pädagogischen ... bringt das alles nichts?

00:18:12: Gar nichts!

00:18:13: Und weißt du wer sich am meisten darüber beschwert dass Kinder manchmal unpünktlich sind?

00:18:19: Menschen die selber unpünklich sind oder...?

00:18:20: Naja, erstmal Pädagoginnen und Pädagogen.

00:18:24: Also ich mache in jedem Tagessiminar, in jedem Vortrag von mir mache ich so eine kleine Sache auf.

00:18:29: Ich sage, könnt ihr euch vorstellen dass es Menschen gibt die sich pädagoginnen und pädagogen nennen?

00:18:35: Die sich über die Unpünktlichkeit von Kindern auslassen ist aber selber nicht schaffen aus der Pause pünktlich auf dem Stuhl zu sitzen?

00:18:41: Könnt ihr euch vorstellen das es Menschen Und das Thema Respekt von Kindern noch größer machen wollen und mehr Respekt vom Kindern fordern, ist aber nicht schaffen in der letzten Reihe Nicht-Klassenarbeiten zu korrigieren während ich einen Vortrag halte.

00:18:56: Dann gibt es ja auch Menschen die über den Medienkonsum von Kindern reden, sind aber in meinen Vorträgen oder in meinen Seminaren nicht lassen können mal nicht zwischendurch aufs Handy zu gucken.

00:19:05: Das heißt du musst die Person sein, die alles in die Waagschale wirft was du von anderen verlangst Verlangen nichts, was du selber nicht bereit bist einzuhalten.

00:19:16: Und dann hast du das Potenzial ein richtig toller Pädagogin zu werden?

00:19:23: Jetzt hattest du ja gerade so'n bisschen schon mal etwas aufgemacht an so Strategien.

00:19:27: Ich bespreche vielleicht eine schwierige Situation ein bisschen später mit dem Kind und ich nenne da irgendwie drei Punkte.

00:19:31: Ich heb das auf mich bezogene Aussagen und nicht irgendwie doo-doo-doo sondern sag so okay das fand ich aus denen und den Gründen irgendwie nicht so cool.

00:19:43: Wie kann man denn schwierige Situationen noch anders gestalten?

00:19:46: Vielleicht gerade so im Akutmoment, sag ich mal.

00:19:49: Wo fängt das denn irgendwie an?

00:19:52: Es gibt ein ganz schönes Beispiel.

00:19:54: also wenn wir nochmal zu Widerständen zurückgehen weil für die meisten Menschen ist ja dieses Ich möchte dass du etwas tust und dann passiert das nicht.

00:20:00: Das ist ja im Alltag die richtig große Herausforderung.

00:20:03: Ja Also die meisten menschen wenn ich sie frage haben überhaupt keinen step damit von dem Kind beleidigt zu werden.

00:20:09: Das wird immer groß gemacht, aber die meisten haben wirklich verstanden.

00:20:12: Ach ja komm ist nicht so schlimm.

00:20:13: Ich weiß du bist gerade hüttend.

00:20:16: Kannst du weg lächeln?

00:20:17: Du kannst verstehen hat nichts mit mir zu tun und das für die meisten Menschen auch wirklich gar keine große Herausforderung.

00:20:24: wenn es aber darum geht dass jetzt etwas passieren muss ganz ganz zwingt Und dann gibt's einen Widerstand Dann wird zu viel schwierig weil dann dieses Thema mit den Glauben setzen wieder kommen und ich muss mich doch durchsetzen.

00:20:36: Was richtig Spaß macht zu verstehen ist, es gibt ja nur zwei Arten von Widerständen.

00:20:42: Es gibt den spielerischen Widerstand und es gibt den provokanten Widerstand.

00:20:46: Der Spielerische – das ist der, der uns in unserem Alltag jeden Tag wirklich zu eighty-fünf Prozent begegnet.

00:20:54: Also das meiste was du an Widerstellen bekommst, ist spielerosch!

00:20:56: Das erkennst Du daran dass du jemandem sagst was passieren soll?

00:21:00: Du gibst also eine Anforderung rein, sagst ne ich möchte dass du jetzt dein Heft weglegst und dann sagt jemand Ne, mach ich nicht.

00:21:08: Und dann kommt nach dieser Ablehnung ... Nach diesem Nein, ne, mach' ich nicht, kann ich nicht willig nicht.

00:21:12: Da kommt immer noch was.

00:21:14: So eine Art Geschichte oder Rechtfertigung oder Begründung.

00:21:19: Hier das Beispiel.

00:21:20: Ne, mache ich nicht.

00:21:20: bei Frau Sonne so dürfen wir

00:21:21: auch.

00:21:22: Ja okay, Klassiker ja.

00:21:23: Klassikern?

00:21:24: Oder nimm mal deine Kappe ab, ne mache ich dich meine Frisur Oder bringen wir den Müll raus?

00:21:28: Nee, ich will erst das und das zu Ende machen.

00:21:30: Das ist ein spielerischer Widerstand.

00:21:32: D.h.,

00:21:32: den erkennst du zukünftig hier.

00:21:33: höhere und höhere kleine Hausaufgabe, obwohl alle wissen Hausaufgauben bringen nichts... Den erkennst Du ab sofort daran dass nach Deiner Anforderung und der Ablehnung noch irgendetwas kommt.

00:21:42: Und dieses Irgendetwas was da kommt Ist im Grunde Nichts anderes als Ein kleiner Versuch.

00:21:48: Vielleicht geht damit ja etwas Vielleicht ist es ja okay, dass das bei Frau So und so anders ist.

00:21:53: Und dann sagt jemand Ja gut, dann nicht.

00:21:55: Die Situation hatte ich auch schon im Kind.

00:21:57: Dann bin ich richtig drauf reingefallen.

00:21:59: Da waren mich dann auch so.

00:22:00: aber unsere Lehrer sagen doch gerade gar nichts.

00:22:02: Ich war schon am Köche.

00:22:04: Es

00:22:06: ist

00:22:06: mir egal, dass seine Lehrer nichts sagen.

00:22:08: Und ich bin trotzdem drauf reingefallen.

00:22:12: Das liegt ja gar nicht an dir sondern das ist ein bisschen Gehirn Physiologie.

00:22:17: Wir sind von unserem Gehirn so ein bisschen darauf programmiert, immer auf das zu antworten was wir als Letztes gehört haben.

00:22:24: Da könnte man drauf achten im Alltag.

00:22:25: Das heißt wenn jemand sagt ne mache ich nicht bei Frau Sohn und so dürfen wir auch lieb den meisten Menschen auf Verzungen?

00:22:30: Ich bin aber nicht Frau Sohne und so!

00:22:33: Das heißt du gehst immer auf die Geschichte ein Auf diese Rechtfertigung, auf die Begründung.

00:22:39: Irrelevant ist quasi...

00:22:40: Absolut!

00:22:41: Die hat nichts damit zu tun und deswegen nennt man das spielerischer Widerstand weil es im Grunde nur ein kleines Spiel ist.

00:22:46: Es geht nur um die Regel, es geht nicht um dich.

00:22:49: Und wenn wir darauf programmiert sind immer auf das zu antworten was wir als letztes gehört haben dann gehen wir zwangsläufig immer auf die Geschichte ein.

00:22:57: Und hier kommt der Deal.

00:22:58: Das kannst du mal ausprobieren.

00:23:00: Auch hier liebe Hörrenhörer einmal draußen bitte jetzt mitmachen?

00:23:03: Wenn Du das nächste Mal sagst doch einmal dann Mathe heft weg Und dann kommt, nehmach ich nicht bei Froson zu dürfen wir auch.

00:23:09: Dann sagst du liebevoll!

00:23:11: Nicht macht voll mit einem Lächeln auf dem Gesicht, mmh okay mach's trotzdem.

00:23:17: Das heißt du bleibst einfach mal mit nur einem einzigen Satz bei deiner Anforderung statt auf die Geschichte einzugehen und dann guck mal was passiert.

00:23:26: Für viele klingt das da draußen irgendwie ein bisschen unpädagogisch so ein Machs.

00:23:30: Trotzdem Ist aber das pädagogisch wertvollste, was du tun kannst.

00:23:33: Weil du bist ruhig, du bist gelassen, lässt dich nicht ablenken, bleibst klar und souverän.

00:23:37: Das hatten wir heute schon mal.

00:23:39: Bleibst bei deiner Anforderung.

00:23:41: Und wenn du sagst okay macht das trotzdem bedeutet dieses OK?

00:23:45: Okay ich verstehe dich!

00:23:47: Ich hab's aufgenommen.

00:23:48: Okay an deiner Stelle fände ich es auch doof.

00:23:51: so das kannst ja sogar mit verbalisieren kann sagen hey okay finde ich an deine stelle auch doch mach das bitte mal kurz.

00:23:55: trotzdem dann sagst du danke drist ich um und mache weiter.

00:23:58: Und guck mal, was passiert?

00:24:00: einfach nur weil du souverän warst ohne die Machtkeule zu schwingen.

00:24:04: Ein bisschen schwieriger wird es beim provokanten Widerstand.

00:24:07: Da kommt nur ein Nö und dann kommt nichts.

00:24:11: Meist hat man da tatsächlich schon verloren und kann das Gespräch nur vertagen.

00:24:16: Weil hier wird man seinen Wunsch sehr wahrscheinlich nicht durchsetzen können heißt für die Person okay sagen lächeln und das war's erstmal so.

00:24:25: entsteht kein Machkampf oder Kontrollverlust.

00:24:28: Dann kannst du noch einmal versuchen mit, okay machst trotzdem.

00:24:30: Und wenn es dann wieder nicht funktioniert und sagst ok Du hast dich dafür entschieden das und dass nichts zu machen?

00:24:35: Ja Dann entscheide ich mich dafür.

00:24:37: Klammer auf als derjenige der hier die Kontrolle bewahrt.

00:24:39: klammer zu Dass wir bei einer Vernachtestunde sprechen und dann drehst du Dich um und machs weiter ja Und guck mal was passiert und du glaubst gar nicht wieviel menschen das ausprobieren und dann feststellen Wenn Ich das so mache dann verschwindet dieses matheft oder die trinkflasche Oder Die kap in einem ganz unbeobachtet Moment.

00:24:55: Ich glaube auch einfach, dass zu verbalisieren was für ein Verhalten gerade auftritt und das wird nicht nur bei Kindern klappen.

00:25:04: Das wird auch bei Erwachsenen ganz gut sehen.

00:25:07: Es funktioniert in dieser Beziehung auf

00:25:09: dem Lager?

00:25:09: Ja genau weil man fühlt sich dann so erwischt.

00:25:14: Man denkt sich eigentlich wollte ich das vielleicht nur aus einer Provokation heraus oder ich hatte grad irgendwie ein anderes Gefühl und wollte es auslassen an der Person whatever.

00:25:26: Und ich glaube, also selbst wenn man das dann vielleicht nicht mal so verbal reflektiert irgendwie dass im Kopf dieses Ich spreche auch okay gut hast du dich jetzt dafür entschieden?

00:25:33: Jetzt gerade halt nicht mitmachen zu wollen.

00:25:37: Reden wir später drüber und das mal so ausgesprochen so gesagt zu bekommen ist glaube ich dann irgendwie.

00:25:46: dann denkt man sich so ah ne eigentlich wollte ich das.

00:25:48: jetzt war das ja vielleicht gar nicht das Ziel

00:25:51: Naja, oder selbst wenn du keine Einsicht erzeugst beim anderen.

00:25:55: Was in den meisten Fällen passiert?

00:25:57: Dann gibst du demjenigen oder derjenigen trotzdem die Chance ihr Gesicht zu wahren und dafür zu entscheiden wie es jetzt weitergeht.

00:26:08: Und dann kann man ohne Gesichtsverlust diese Provokation wieder zurücknehmen.

00:26:12: Selbst wenn das nicht funktioniert ist es ja nicht schlimm weil dann führst du hinterher einfach ein Gespräch.

00:26:18: Wichtig bei diesem Gespräch vier Augen Nicht mehr.

00:26:22: Vier Augen und kein... So, jetzt will ich von dir mal hören was da schief gelaufen ist oder warum hast du das gemacht?

00:26:28: Und so weiter und so weiter.

00:26:29: Sondern wenn du richtig gut bist dann stellst du nur zwei Fragen.

00:26:34: Frage Nummer eins Hey wie geht's dir heute?

00:26:38: Und Frage Nummer zwei ist und was brauchst du fürs nächste Mal?

00:26:42: weil egal Wie dass kind auf frage eins antwortet frage zwei passt immer.

00:26:47: Ich mache den beispiel.

00:26:48: Du sagst hey wie gehts dir heute?

00:26:50: ja Ja gut Alles in Ordnung.

00:26:53: Pass auf, wunderbar!

00:26:55: Dann glaub ich dir das?

00:26:55: Was brauchst du fürs nächste Mal, dass wir uns nicht unterhalten müssen?

00:26:59: Und dann bist du klar an dieser Stelle oder ... Das Kind sagt auf die Frage wie geht's ihr heute?

00:27:04: Oh, ehrlich nicht so gut.

00:27:07: und da kannst du empathisch sein und sagen ah war das der Grund, dass beide auch gerade irgendwie den Moment hatten... Das ist ja blöd.

00:27:14: was brauchste für es nächstes mal?

00:27:16: Egal was du tust mit diesen Fragen bist du erstens Die leitende Figur im Gespräch, kommunikatives Grundgesetz.

00:27:24: Wer fragt der führt?

00:27:26: So, Bums aus!

00:27:27: Du interessierst dich für die Lebenswelt des anderen?

00:27:30: Ist nicht anklagend.

00:27:31: es geht nicht darum sich hier durchzusetzen.

00:27:33: jeder ward sein Gesicht und trotzdem machst du liebevoll und wertschätzend aber mit einer umfassbaren Klarheit deutlich.

00:27:39: das will ich noch mal weil wir beide wollen das Gespräch nicht nochmal.

00:27:42: also sehen wir zu.

00:27:43: was brauchen wir fürs nächste Mal?

00:27:45: so?

00:27:45: du fragst nur anstatt etwas zu sagen

00:27:49: Dass in Anführungszeichen Gemeine daran ist, es fühlt sich wie Verlieren an.

00:27:54: Gegebenenfalls kommt die Trinkflasche nicht weg das Heft wird nicht ausgepackt und im ersten Moment gibt es keine pädagogische Konsequenz.

00:28:02: aber das Gefühl zu verlieren hängt nur mit dem Glaubenssatz zusammen dass man sich durchsetzen müsste was man ja nicht muss.

00:28:09: viel wichtiger ist es die Kontrolle zu behalten und nicht die Macht.

00:28:14: Es gibt da diese drei Ideen.

00:28:16: wir Menschen etwas lernen so es muss etwas sanktioniert werden es braucht eine Konsequent und es gibt lernner Modell Und lernen am Modell ist das, was am meisten Erfolg verspricht.

00:28:28: Das heißt in dem Momenten wo du dich nicht machtvoll durchsetzt sondern wo du souverän wertvoll ruhig und gelassene eine Situation händelst lernt ein Kind ja tausend mal mehr von dir als wenn du jetzt ne Konsequenzkarte ziehen würdest oder vielleicht sogar richtig dämlich mit Strafen arbeitest.

00:28:46: Ich will direkt dazu sagen ich bin trotzdem Fan von Konse quenzen Weil Konsequenzen zum Leben dazugehören, es geht in meiner Welt aber immer darum was Konse quenzen wirklich bedeutet.

00:28:58: Es bedeutet Folgeaushandlung.

00:29:01: Ich habe für meine Folgen die direkt ohne dass irgendjemand etwas tut und muss Für meine Konse Quenzen die Hand er die folgen zu tragen.

00:29:07: Ja

00:29:08: Und konsequencen müssen sich ganz ganz dringend von Strafen unterscheiden.

00:29:14: So da gibt's ein himmelweiter Unterschied.

00:29:15: also Lernarmodell Schritt Nummer eins Dann natürliche Konsequenzen führt immer am meisten zu lernen.

00:29:22: Also, natürliche Konsequenz ist erst mal eine Konsequentz die funktioniert ohne dass etwas getan werden muss.

00:29:29: Die pädagogische Konseqenz, die erst danach kommt... Es gibt nämlich Konse quenzen also immer dann wenn es um einen Rahmen geht, wenn's um Werte geht und das Leib und Leben von anderen geht.

00:29:39: Dann können wir nicht mit natürlichen Konse Quenzen arbeiten.

00:29:43: Dann brauchst du pädagogische Konsequenzen.

00:29:45: Du kannst ja nicht einem Kind beibringen, an einer roten Ampel stehen zu bleiben.

00:29:49: über natürliche Konse quenzen?

00:29:51: Ja

00:29:51: bitte nicht!

00:29:52: Das ist eine richtige Scheißidee.

00:29:54: Kannst da nicht sagen, ja probier mal.

00:29:56: Bombs, ja scheiße ne?

00:29:58: Durf gelaufen

00:29:58: ja.

00:29:59: Durf beim nächsten Mal.

00:30:01: Sind mir drei Dinge wichtig.

00:30:03: Genau.

00:30:04: Da brauchst natürlich die pädagogische Kensequenz das es dann heißt, ja dann kannste nicht alleine über die Straße gehen so lange bist du mir beweist dass das irgendwie geht.

00:30:11: Ja, also das ist dieser Dreiklang und letzteres Strafen auf gar keinen Fall.

00:30:15: Wenn wir vielleicht nochmal auf Schulbegleitung schauen und auf diese bestimmte Beziehung, die ja echt noch mal anders ist als bei einem Lehrer-Lehrerin oder Schulsozialarbeit von mir aus auch... Also es gibt ja so viele Rollen im Schulalltag aber der Schulbeleitung ist ja wirklich irgendwie sehr nah dran.

00:30:30: Und wenn du dies so auf schwierige Situation vorbereiten würdest?

00:30:33: Was würdest du sagen?

00:30:35: müssen die Schulbekleidungen unbedingt lernen?

00:30:38: Ich gehe direkt wieder zum Anfang zurück.

00:30:40: Ich denke, dass erst was du lernen musst ist dich kennenlernen.

00:30:43: Du musst unbedingt... ich will nicht muss sagen weil muss es immer so und dem muss ich nicht.

00:30:47: Aber es macht einfach ultra viel Sinn das du verstehst was für ein Mensch bist.

00:30:53: Du muss deine Trigger kennen, du musst wissen was darf man mir nicht sagen wann werde ich sauer?

00:30:57: Wann bin ich der liebste Mensch?

00:30:59: Das musst du einfach verstanden haben weil dann kannst du damit arbeiten.

00:31:03: Dann lohnt es sich zu verstehen wie funktionieren Widerstände.

00:31:07: Dann finde ich, ich glaube so ein Kernskill noch vor den richtigen Strategien die man irgendwie braucht und mit verschiedenen Situationen irgendwie zu dielen ist eine gute Kommunikation.

00:31:21: Ich wette dass fünfzig Prozent aller Konflikte dieser Welt mit einer besseren Kommunikations nicht entstanden wären.

00:31:29: So weil wir reden wie wir denken das es richtig wäre.

00:31:34: So, und es gibt einen klugen Menschen weiß ich Hippocrates.

00:31:36: Fünfhundert Jahre vor Christus war der, der ist zurzeit tot.

00:31:40: Der hat damals schon gesagt so zu kommunizieren wie du's für richtig hältst ist der beste Weg in ein Konflikt.

00:31:47: Und wenn dir die Resthochstattung gezergehen lässt dann ist da ja richtig viel dran.

00:31:51: Du musst ja für den anderen kommunizier'n und nicht so wie du es für richtig hälst.

00:31:56: Du musst die Sprache der anderen Menschen sprechen wenn du willst dass jemand etwas tut.

00:32:01: Das bedeutet nicht deutsch-englisch, türkisch, französisch, griechisch, syrisch.

00:32:03: Sondern es bedeutet wenn ich mit sechsjährigen Kindern arbeite dann muss sich für ein sechsjähriges Kind kommunizieren.

00:32:14: Wenn ich mich in den Dienst für einen Kind mit sechs Jahren und Einschränkung verpflichtet habe Dann muss ich so kommunizierend wie dieses Kind das

00:32:21: brauche.

00:32:22: Ja Wenn

00:32:23: ich Eltern dazu bewegen will mit ihrem Kind zum SPZ zu gehen dann muss ich für die Eltern kommuniziere Und nicht für das kind.

00:32:30: Das ist ein Riesen-Learning aus Psychiatrie gewesen.

00:32:33: Die meisten Pädagogen sagen in so einer Situation zu Eltern, das wäre total schön für ihr Kind wenn sie mal da und dahin gehen würden.

00:32:40: Aber dann haben die Eltern keinen Benefit.

00:32:42: Den müsstest du eigentlich sagen.

00:32:44: es klingt jetzt richtig hart und richtig gemein.

00:32:45: ich hoffe die können das richtig ein oder anderen hören.

00:32:48: Eigentlich müsstest Du den sagen Mensch da haben wir uns aber einen Früchtchen in der Klasse gesetzt.

00:32:51: Ich habe keine Ahnung was mit dem machen soll aber ich hab eine Idee wie ich Ihr Leben ein bisschen leichter machen kann.

00:32:56: Wollen Sie's mal hören?

00:32:57: So wollen wir mal dahin geh'n.

00:33:00: Ich glaube, eine richtig gute Kommunikation die mit Basics anfängt.

00:33:04: Mit Bitte und Danke!

00:33:05: Mit einem guten Morgen!

00:33:07: Mit Freundlichkeit, mit Respekt... ...mit dem Verständnis.

00:33:09: ich lasse jetzt mal eine Woche das Wörtchen Aber weg und das Wiertchen Muss.

00:33:13: Okay?

00:33:14: Dann hast du schon richtig viel getan.

00:33:16: Das Wörtche Aber und das wörtche Muss

00:33:18: Ja und immer wenn Du gerade Aber sagen möchtest weil also man sagt ja so alles vor dem Aber ist Gelaber.

00:33:26: Das habe

00:33:26: ich noch nicht gehört, aber es kommt in meine Reportschwa.

00:33:29: Ab sofort sprichst du und tätowierst dir irgendwo hin.

00:33:31: Das ist wichtig!

00:33:32: Weil das Aber macht alles zunichte was du davor gesagt hast.

00:33:37: Ich könnte sagen Du bist also heute... Also nicht nur heute sondern in der Vergangenheit meiner Podcast-Karrieren bist du ja da der sympathischste Podcast House mit dem ich jemals zusammensitzen durfte.

00:33:48: Aber... Und ab dem Moment ist alles davor Geschichte.

00:33:52: Du kannst dem Kind sagen, das machst du total gut.

00:33:54: Aber zack wieder für'n Arsch!

00:33:57: Du kannst Eltern sagen hier sind sie mit ihrem Kind total in Kommunikation aber und dann ist es wirklich vollkommende Gerütze gewesen.

00:34:04: Wenn du aber sagen möchtest wenn's dir auf der Zunge liegt Dann ersetzt das eine Woche mal durch einund gleichzeitig.

00:34:11: Das war Klassenklima Der Talk über Schulbegleitung von der SAB Ruhr.

00:34:15: Ich würde mich freuen wenn ihr auch in die nächste Folge mal rein hört.

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