Episode 25 - Unterstützte Kommunikation in der Schulbegleitung

Shownotes

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Transkript anzeigen

00:00:08: Das kann völlig überraschend sein, was da plötzlich passiert.

00:00:12: Wenn das Kind die Möglichkeit kriegt sich auszudrücken und dass da Fähigkeiten zu Tage kommen mit denen wir alle nicht gerechnet haben.

00:00:21: Und das ganze Umfeld also nicht nur das therapeutische und das schulische Umfeld oder das häusliche Umfeld sondern im Prinzip muss das ganze umfeld diese Möglichkeit der Kommunikation annehmen und dem kind die Möglichkeit geben auf die Art und Weise zu kommunizieren.

00:00:36: Ihr hört Klassenklima Der Talk über Schulbegleitung von SAB Ruhr.

00:00:41: In diesem Podcast reden wir darüber, was es bedeutet und braucht um Schulbegleiter zu sein.

00:00:46: Hürden kontroversen und Erfolge – all das bespreche ich!

00:00:49: Fee als freie Journalistin diesmal mit Ute.

00:00:53: Sie hat High Pedagogik studiert und promovierte im Bereich der unterstützten Kommunikation.

00:00:58: Danach ist sie selbst als Schulbekleidung gestartet direkt bei der SAB Ruhr.

00:01:03: Zunächst war sie als Springerin aktiv und hatte wechselnde Kinder.

00:01:06: Später ist ihnen das Team zu Krisenintervention gestartet und macht unter anderem Routine-Hospitation bei den Schubbegleitungen.

00:01:13: Mit ihr spreche ich heute über Ihr Lieblingsthema, der unterstützten Kommunikation.

00:01:19: Letztendlich heißt es, gehen wir davon aus dass jeder Mensch das Bedürfnis hat zu kommunizieren und dass kein Mensch wie Watzlawek sagt nicht nicht kommuniziert.

00:01:34: nur dass die Wege, wie man kommuniziert eben unterschiedlich sind und wir sind ja darauf fokussiert mit der Lautsprache.

00:01:44: Also sprechend würde ich mal sagen so, landsläufig sagt man ja wir sprechen miteinander das ist dann fachlich so die Lautsprche damit kommunizieren wir und es gibt aber Menschen die nicht über Lautsprachen verfügen oder denen genug Lautspraches zur Verfügung steht um sich mitzuteilen Und dass die durch die unterstützte Kommunikation auch die Möglichkeit bekommen, sich mitzuteilen.

00:02:14: Darum geht es letztendlich in der Unterstützten-Kommunikation.

00:02:18: Das ist ja so dein Favoritenthema?

00:02:21: Warum genau?

00:02:22: Was fasziniert dich daran so?

00:02:25: Ja das hat im Prinzip eine Vorgeschichte... Ich kam frisch von der Uni und habe in einem high-pädagogischen integrativen Kindergarten gearbeitet.

00:02:38: Und hatte in meiner Gruppe ein Kind, das eine schwere Muskel- und Gelenkerkrankung hatte.

00:02:46: Das heißt es war ihm nicht möglich ... Stimmung und Sprechapparat in irgendeiner Form einzusetzen, das heißt die ganze Mundmotorik war betroffen.

00:02:55: Er konnte nicht lautsprachlich sich mitteilen, er konnte keine Mimik einsetzen, er hatte keine Gästigeinsätze, er könnte nicht laufen usw.

00:03:03: Und zusätzlich hatte er die Diagnose in seinen ärztlichen Unterlagen schwerste geistig Beeinträchtigung oder Behinderung wie man damals noch sagte.

00:03:16: Wir sind damals davon ausgegangen dass es stimmt Und haben eigentlich immer gedacht, der kann es einfach nicht.

00:03:25: Weil er so schwer beeinträchtigt ist und das alles so hingenommen quasi.

00:03:32: Nach zwei Jahren haben wir dann einen jungen völlig unbedarften Zivildienstleisten in die Gruppe gekriegt, der ohne die ärztlichen Unterlagen mit diesem Kind in Kontakt getreten ist.

00:03:48: Ich dann eine Situation nach wenigen Wochen beobachten konnte zwischen den beiden, wo ich merkte,

00:03:54: oh

00:03:55: da ist viel mehr als ich dachte.

00:03:58: Und das ist jetzt ungefähr dreizig Jahre her und während meines Studiums gab es nur die Sprachcomputer.

00:04:07: Wir haben ja nicht gelernt dass es auch andere Möglichkeiten gibt zur Kommunikation.

00:04:12: und dann haben wir uns damals auf den Weg gemacht zu gucken, wie können wir diesem Kind was die damaligen Formen der Sprachcomputer eigentlich nicht bedienen konnte.

00:04:23: Er war auch noch sehr klein, er war gerade fünf Jahre alt.

00:04:27: Welche Möglichkeiten haben wir ihm die Möglichkeit zu geben sich mitzuteilen und haben uns da auf lange Wege gemacht viel gesucht, Fortbildungen besucht die weit weg waren, weil in dem Gebiet wo der Kindergarten angesiedelt war.

00:04:44: Es gab keine Fortbildung und dann mussten wir im letzten in seinem verbleibenden Kindergaten feststellen dass wir ihm völlig ungerecht getan haben.

00:04:53: zwei Jahre die er bei uns war und das der viel mehr konnte als wir gedacht haben.

00:04:58: und da habe ich mich auf den Weg gemacht und deswegen ist mir das also ein ganz großes Anliegen.

00:05:04: weiterhin nicht von dem was ich sehe von dem, was in den Akten steht auf die vermeintlichen Fähigkeiten zu schließen.

00:05:15: Sondern immer zu gucken, was kann man rauskitzeln?

00:05:17: Was ist wirklich da?

00:05:18: Ich verlasse quasi meine Ebenen des Sprechens der Lautsprache und gucke wie versucht dieses Kind sich gegebenenfalls uns

00:05:26: mitzuteilen.".

00:05:27: Und diese voreiligen Denkmuster, die UTH anspricht haben glaube ich viele.

00:05:32: Ich hatte es selbst noch, dass ich einmal als Journalistin auf einem Termin war und auf einen Schüler getroffen bin der gar nicht mit Lausprache kommuniziert hat.

00:05:39: Und auch da wir im Sportunterricht waren kein Talker dabei hatte.

00:05:43: Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen konnten wir uns super verständigen – anhand von Handbewegungen oder Dingen die er mir auf dem Handy zeigte, konnten wir richtig lange quatschen!

00:05:53: Das war für mich auch neu und ich musste meinen bisherigen Denkmuster hinterfragen weil auch ich habe diesen Menschen vielleicht lange Zeit weniger

00:06:00: zugetraut.".

00:06:02: Und das muss für solche Menschen unglaublich nervig und hart sein, wenn es ständig für sie gesprochen wird.

00:06:09: Wenn ich nicht verstanden werde?

00:06:11: Ich möchte etwas ausdrücken.

00:06:13: Dann kann ich auf zweierlei Art und Weise reagieren – ich ziehe mich zurück!

00:06:16: Also zuerst einmal ist das ja völlig frustrierend.

00:06:19: Ich versuche es immer wieder und dann kann ich mich zurückziehen und aufgegeben.

00:06:26: Das ist das eine was wir sehen also Kinder die ... eher apathisch agieren, völlig inaktiv sind diesbezüglich oder ich versuche mit anderen Mitteln meine Bedürfnisse mitzuteilen und das sind dann eben oft herausfordernde Verhaltensweisen.

00:06:46: Das heißt, dass ein Kind tritt, schlägt, beißt, kneift, schreit Aber leider oft nicht dahintergucken und nicht auf die Idee kommen, dass das aus der Frustration herausgeschied.

00:07:03: Dass das Kind sich nicht lautsprachlich mitteilen kann.

00:07:07: Wir machen in der Schulung also wir bieten ja auch eine Schulung an zum Thema unterstützte Kommunikation.

00:07:12: Da starten immer mit einem kleinen Experiment.

00:07:15: da tun sich zwei Immer zweier Gruppen zusammen.

00:07:19: Der Schüler, also er übernimmt die Rolle des Schülers.

00:07:23: Der andere übernommt die Rolle der Schulbegleitung und ich gebe quasi die Instruktion dass die Situation so ist das das Kind aufgeregt in der Schule ankommt.

00:07:36: Der Schulbeleiter holt das Kind aus dem Bus und sieht nur ein aufgerechtes Kind.

00:07:42: Und diejenigen die in der Rolle des Schüler sind haben von mir quasi ein Zettel bekommen, worauf steht, warum sie so aufgeregt sind.

00:07:53: Und Sie sollen jetzt ohne Worte, also ohne Lautsprache und ohne vereinbarte Gesten Ihrem Schulbegleiter mitteilen, warum Sie so aufgerichtet sind.

00:08:07: Die Schulbeleiter sollen versuchen das rauszukriegen.

00:08:12: Sie dürfen aber nicht ... den Kopf schütteln oder nicken.

00:08:16: Sie dürfen nicht den Daumen hoch oder runter zeigen, das heißt alle vereinbarten Zeichen die wir gesellschaftlich haben für Ja und Nein dürfen nicht genutzt werden und Fragen dürfen nicht beantwortet werden mit Worten.

00:08:29: Dann wird es auch schon schwierig?

00:08:34: Wir geben dann zwei Minuten Zeit dass diese Partner quasi dieses Team versucht das rauszufinden gemeinsam.

00:08:44: Das hört sich ganz wenig an, aber die Reaktionen, die wir kriegen ist immer so frustrierend und diese zwei Minuten sind so unendlich lang.

00:08:55: Dann tauschen wir uns einmal aus darüber wie das war und dann kriegen sie weitere zwei Minuten mit dem vereinbarten Zeichen für Ja und Nein.

00:09:06: Dann darf man damit immerhin schon mal antworten.

00:09:10: Dann kommen die ersten Ergebnisse tatsächlich Und ein Jahr kriegen sie auch mit Ja und Nein nicht raus, weil ja und nein extrem begrenzt ist natürlich.

00:09:21: Dann geben wir nochmal zwei Minuten für die Gruppen wo es noch nicht herausgefunden wurde – Mit einem Jein sozusagen!

00:09:29: Das musst du hier wie beim Topflagen vorstellen Es wird wärmer, wärmer ... so ungefähr Du näherst dich an Und, ja.

00:09:37: Das einfach um sich tatsächlich da einzufühlen wie frustrierend die Situation ist wenn ich etwas Wichtiges mitteilen möchte und das nicht kann.

00:09:49: Und halt nicht die Hilfsmittel habe gegebenenfalls?

00:09:51: Genau!

00:09:52: Okay krass.

00:09:53: Das heißt unter Unterstützerkommunikation jetzt also so mal ganz plain gedacht versteht man dann eigentlich schon auch diese Hilfmittel?

00:10:04: um mich auszudrücken

00:10:07: Klar, alle Hilfsmittel aber.

00:10:09: Das heißt du hast ja schon die Sprachcomputer angesprochen.

00:10:15: Aber es gibt ja nicht nur die Sprachtcomputer und nicht nur elektronische Hilfsmittel.

00:10:20: also das sind ja auch einfache Taster zum Teil die genutzt werden können gerade in der Anbahnung.

00:10:29: Es gibt aber auch Kommunikationsmodi die nicht elektronisch sind.

00:10:34: so nennt man das Bildkarten, auf denen Pictogramme sind oder auch man startet anfangs ja ganz einfach weil man erst mal gucken muss was kann das Kind eigentlich tatsächlich kognitiv?

00:10:46: Das heißt man würde zum Beispiel auch mit realen Gegenständen starten und Kinder aussuchen lassen.

00:10:53: Was möchtest du eigentlich essen?

00:10:55: schon dass ist ja auch eine Kommunikation in dem man ihm dann ein Joghurt und ein Apfel zum beispiel zeigt Und wenn man merkt, das Kind kann das mitteilen.

00:11:04: Dann geht man zum Beispiel über dazu Fotos zu zeigen.

00:11:07: Das ist dann das nächste.

00:11:08: Das geht ab von dem dreidimensionalen zum zweidimensionalen.

00:11:12: Davon geht man dann über weil auch das natürlich sehr anders an die Realität gebunden ist.

00:11:18: zur Pictogrammen.

00:11:20: Man kann sich da so langsam ran tasten und auch Pictogramme gibt es in ... sehr bildlicher Form bis hin zum ganz abstrakt.

00:11:28: und die Abstrakter, diese Symbolsammlungen sind, desto vielfältiger kann natürlich die Kommunikation hinterher werden weil man einfach viel mehr Ausdrucksmöglichkeiten hat.

00:11:41: Also da ist dann das Symbol für ein Buch nicht mehr eine Abbildung eines Buches sondern ich weiß es gar nicht was es ist vielleicht nur noch einen Dreieck oder ein Dreiecken mit einem Strich drunter Und dadurch natürlich viel kleiner und dadurch können natürlich viel mehr Worte gefunden werden.

00:12:00: Aber natürlich ist die Kommunikation damit auch viel schwieriger, weil diejenigen, die verstehen müssen, müssen dann auch diese Symbolsammlung kennen wenn das so abstrakt ist.

00:12:11: Ja und dann haben wir das, was du vorhin angesprochen hast.

00:12:14: Wir haben unsere Körpersprache mit der man ganz viel kommuniziert.

00:12:19: Wir kommunizieren unbewusst damit aber man kann es auch ganz bewusst einsetzen sei es mit der Mimik, mit der Gestik, Mit der Körper Spannung, mit dem Blick... ...mit der Ausrichtung der Augen kann man auch ganz viel machen.

00:12:36: Also das heißt, wir haben da im Prinzip die drei verschiedenen Gruppen.

00:12:40: Die körpereigenen Modi, die nicht elektronischen und elektronische Hilfsmittel.

00:12:45: Da merkt man schon wie viele Möglichkeiten Felder es gibt sich zu verständigen.

00:12:50: Trotzdem gibt es eine Hürde.

00:12:52: Es kann schwierig sein der richtige Form von Unterstützer Kommunikation zu finden.

00:12:58: Was ich wichtig finde ist auch dass man sich nicht auf eins beschränkt.

00:13:04: Natürlich ist es so, da wird aus der Weg bis ein Kind ein Torker kriegt.

00:13:08: Es ist unendlich lang.

00:13:09: Da muss natürlich ... Torkers sind teuer die kosten paar tausend Paar viele Tausend Euro je komplizierter sie sind und das wird dann erst mal müssen Gutachten geschrieben werden Dann geht das Ganze durch die Krankenkasse usw.

00:13:28: Das dauert zum Teil unendliche lange Und in der Zeit sollte natürlich das Kind sowieso schon kommunizieren können.

00:13:36: Dann sind diese elektronischen Hilfsmittel natürlich auch anfällig, kann passieren dass die kaputt gehen.

00:13:46: Von daher sollte man natürlich insgesamt gesehen gucken, dass man sich nicht auf eine Kommunikationsform fokussiert und die anderen dann ausblendet oder sagt du kommunizierst jetzt nur noch über den Tor, weil da kann dich ja jeder verstehen.

00:13:59: Sondern das man A- die Kommunikation Formen, die das Kind selbst ausgebildet hat – die Körper eigenen?

00:14:05: Dass man sie weiter nutzt, dass es nicht unterbindet.

00:14:08: Um dem Kind auch diesen Respekt zu zollen, die Wertschätzung zu zahlen.

00:14:12: oft geht das viel schneller als mit dem Sprachcomputer für eingeweiht natürlich nur.

00:14:17: Aber was ist, wenn dieser Sprachcomputer kaputt ist?

00:14:21: Wenn der Akku leer ist?

00:14:23: oder das Kind bedient diesen Sprachkomputer mit dem rechten Finger und dann hat es eine OP an der Hand.

00:14:33: also Dinge können ja passieren und da muss man einfach wirklich gucken dass man in einem sogenannten multimodalen System bleibt.

00:14:44: Und dann muss man natürlich gucken, was ist für das Kind passend und was akzeptiert das Kind auch.

00:14:50: Das heißt nicht wir sollten alleine bestimmen, was das Kind für eine Kommunikationsform wählt wie als Fachleute sondern das Kind muss da auf jeden Fall sozusagen ein Mitspracherecht haben weil jetzt soll ja dieses Gerät diese Pictogramme was auch immer es dann zu nutzen.

00:15:10: Allein deshalb ist es wichtig dieses multimodale System anzuwenden Und es gibt häufig eine Entwicklung.

00:15:17: Ein Kind kann im Verlauf des Lebens ja manche Kommunikationsformen ablehnen, weil es irgendwas irgendwann nicht mehr so cool findet oder es einfach nicht mehr passt.

00:15:25: Dazu können sich technische Gegebenheiten ändern.

00:15:28: Wenn du jetzt mit dem Kind startest, mit einem relativ einfachen Talker wo du eine Taste drückst um ein Wort rauszukriegen und dann sagst das Kind hat ja eine große Entwicklungsfähigkeit Nach drei Monaten, einem Jahr ist das ausgereizt und es braucht den nächsten.

00:15:48: Dann nimmst du quasi dem Kind wieder die Kommunikationsmöglichkeit weil es muss ja die Sprache wieder völlig neu lernen.

00:15:55: Das hat dann eben was weiß ich das Wort für Essen war vorher... vielleicht unter einem Bildchen versteckt, wo ein Apfel abgebildet war zum Beispiel.

00:16:07: Stellvertretend fürs Essen oder es waren Teller drauf keine Ahnung das wird ja auch nicht mal festgelegt sondern das machen.

00:16:12: die wird dann flexibel womöglich da hingelegt und dann kriegt es den hoch komplexen Torker dann wo dann Essen mit diesem Anwendungsprogramm hinterlegt ist mit Apfel und Bier als Pictogramm und dann muss du erst den Apfel drücken und dann wir drücken damit der Torkler dann sagt essen So, und das heißt du nimmst dem Kind quasi wieder die Sprache weg?

00:16:36: Das ist das Neuland.

00:16:37: Und deswegen sollte man so.

00:16:39: natürlich muss man nicht mit dem hochkomplexesten Computer starten bei jedem kind aber man sollte das mögliche Entwicklungspotenzial versuchen mit einzukalkulieren wenn man so ein teures Gerät anschafft.

00:16:52: Aber ich verstehe die Grundessens ist natürlich klar schon eine sprachliche Entwicklung hat auf einer anderen Ebene, zum Beispiel durch gebernden gestützte Kommunikation und dann natürlich den Most Basic Talker anschaffen würde.

00:17:06: Dass das natürlich

00:17:08: auch

00:17:09: eine nette Ergänzung ist.

00:17:10: aber halt keine Förderung oder keine Entwicklung.

00:17:13: Ja, man muss halt tatsächlich gucken was kann das Kind und wo wird es wahrscheinlich hingehen?

00:17:18: Wir können alle nicht keine Prognose geben letztendlich wo sich das Kind welche Leistungsfähigkeit das Kind entwickeln kann.

00:17:25: Das kann völlig überraschend sein was da plötzlich passiert wenn das Kind die Möglichkeit kriegt sich auszudrücken dass dann Fähigkeiten zutage kommen mit denen wir allen nicht gerechnet haben.

00:17:37: Aber man sollte einen Entwicklungspotenzial mit einplanen, wenn man überlegt solche Geräte anzuschaffen oder sich da auf Symbolsammlungen festlegt.

00:17:48: Oder wie auch immer.

00:17:50: Das heißt aber auch dass so eine Annehmen von Hilfsmitteln ja auch sehr individuell ist.

00:17:57: bis ein Kind das nutzt versteht.

00:18:02: Das ist völlig individuell und das hängt nicht nur von den Fähigkeiten des Kindes ab, sondern es hängt ja auch ganz viel vom Umfeld ab.

00:18:11: Wie wird das tatsächlich eingesetzt?

00:18:13: Und wie wird's genutzt?

00:18:15: Also das heißt ja nicht umsonst in der Definition – das ist ein Oberbegriff für therapeutische und pädagogische Maßnahmen.

00:18:27: Ich gehe davon aus, dass das Entwicklungspotenzial relativ gering ist.

00:18:31: Wenn das Kind einmal in der Woche zur Terazo-UKR Therapie geht und da sein Torcker auspackt und dann lernt in der UKR-Therapie die Worte anzuwenden.

00:18:40: Das ist ungefähr so als würden wir einmal in einer Woche zum französisch Unterricht gehen und aber zu Hause nicht üben.

00:18:47: Und wann lernst wir uns am besten?

00:18:50: Wenn wir ins Ausland fahren nach Frankreich Tage, Wochen und Monate lang quasi dieser Sprache ausgesetzt sind.

00:18:57: Und genauso ist es bei UK.

00:19:00: Das ganze Umfeld nicht nur das schulische Umfeld also nicht nur als therapeutische und das schule umfeld oder das häusliche Umfeld sondern im Prinzip muss das ganze System rund um das Kind diese Möglichkeit der Kommunikation annehmen und dem Kind die Möglichkeit geben auf die Art und Weise zu kommunizieren.

00:19:22: Jetzt gibt es ja trotzdem sehr häufig noch so Sorgen, Schrägstrich Vorurteile bei der Unterstützung Kommunikation bezüglich dem Spracherwerb.

00:19:36: Also ich glaube mit der Unterstützung kommunikation ist das automatisch mit aufgekommen dieses Vorurteil und hält sich auch immer noch.

00:19:43: also ich glaube vieles hat sich schon verändert aber es ist natürlich trotzdem dass es weiterhin existiert.

00:19:49: was

00:19:50: gibt es dazu?

00:19:51: Wissenschaftliche Einschätzung?

00:19:54: Für meine wissenschaftlichen Einschätzungen.

00:19:56: Ja, du kannst mich

00:19:56: natürlich auch sehr gern nennen!

00:19:59: Also letztendlich besteht die große Sorge dass unterstützte Kommunikation den Lautspracherwerb behindern würde.

00:20:12: tatsächlich ist es so das deswegen oft meiner Meinung nach viel zu spät damit begonnen wird Okay.

00:20:21: Das heißt, ein Kind spricht nicht oder fängt nicht an zu sprechen.

00:20:25: das passiert ja normalerweise so irgendwie rund ums erste Lebensjahr dass ist die ersten lautsprachlichen Worte produziert.

00:20:32: Die Eltern gehen dann mit anderthalb zwei zum Kinderarzt die nächste u-Untersuchung steht an Dann kommt vom Kinderarz unter Umständnis und spätentwickler Machen Sie sich keine Sorgen das funktioniert noch.

00:20:43: das kommt Und spätestens.

00:20:46: da sollte man meiner Meinung nach anfangen mit unterstützter Kommunikation, weil das Kind ja nicht nur den Lautspracherwerb hat sondern auch die Sprachentwicklung an sich.

00:21:04: Man geht davon aus... dass die Sprachentwicklung sensiblen Phasen unterliegt, also die Entwicklung der Hirnzentren zum Beispiel und das die irgendwann auch abgeschlossen ist.

00:21:16: Diese sensible Phase.

00:21:18: Das können wir alle feststellen oder das sehen wir ja alle.

00:21:21: vielleicht lernen kleine Kindersprachen nicht nur die Muttersprache sondern vielleicht auch die Vatersprache oder eine Fremdsprache wenn man zu Hause eine andere Sprache spricht als im Kindergarten oder in der Schule.

00:21:35: Und wie schwer tun wir uns, als Erwachsener Sprachen zu erlernen neu?

00:21:40: Das heißt da steckt was hinter.

00:21:41: Man kann es natürlich nach meinem Business nicht nachgewiesen aber weil man ja nicht Kinder bewusst ohne Sprache aufwachsen lassen kann um dann zu gucken ob das tatsächlich so ist.

00:21:55: Aber man geht davon aus und das heißt wir verpassen da ganz viel Also wenn wir das Kind nicht so früh wie möglich fördern in der Sprachentwicklung.

00:22:05: Und ja, von daher würde ich immer sagen so früh als möglich.

00:22:12: Dazu kommt Ja dass sich ein Kind mitteilen möchte selbst wenn es noch sehr jung ist und erst eins oder zwei Jahre alt.

00:22:19: Von daher könnte es fatal sein Wenn zuspelt mit der unterstützten Kommunikation gestartet wird.

00:22:25: Aus Amerika gibt es etwa einen spannenden Ansatz Der umgangssprachlich Baby Gebärden genannt wird.

00:22:31: Dahinter steckt das Kinder aus anatomischen Gründen vor dem ersten Lebensjahr keine Worte bilden können mit ihrem Sprechapparat.

00:22:38: Die Gebärden sollen dann helfen, eine andere Kommunikationsform zu ermöglichen.

00:22:42: Das hat Ute mit ihren beiden Kindern sogar damals ausprobiert

00:22:48: Und beide Kinder haben das super genutzt.

00:22:51: Also wir haben ganz viel schon kommunizieren können Als sie ganz klein waren.

00:22:55: Sie haben ganz viele mitteilen können über diese Gebärde Und beide sind im ganz normalen Alter in die Lautsprache dann rein.

00:23:05: Es wurden immer weniger Gebärden und immer mehr Lautsprachen, weil man einfach auch davon ausgeht das Kind möchte kommunizieren wie die Eltern.

00:23:16: Sprachentwicklung hat ja auch was mit Imitation zu tun nicht nur aber auch.

00:23:23: von daher Wenn wir das ganze Gesamtpaket jetzt quasi betrachten, sehe ich da überhaupt kein Hinweis darauf dass der Lautspracherwerb behindert werden kann.

00:23:35: Ganz im Gegenteil er wird unterstützt durch unterstützte Kommunikation genau weil wir im Prinzip noch zwei weitere Faktoren dazu haben.

00:23:48: Wenn wir Bildsymbolen einsetzen mit Kindern oder Gebärden unterstützte Kommunikation einsetzen, auch bei Gebärdern.

00:23:55: Dann sind die ja ... Also sagen wir so, wenn wir das Wort Buch nehmen B-U-C-H was haben diese vier Buchstaben mit dem Gegenstand Buch zu tun?

00:24:08: Licks, wenn man es genau nimmt.

00:24:10: Wenn wir aber einen Pictogramm nehmen, wo ein Buch abgebildet ist oder die Gebärde unterstützen für ein Buch, da legst du die Handflächen zusammen vor dir und dann klappst du auf die Hand Flächen.

00:24:23: Das versteht jeder, dass das ein Buch ist.

00:24:27: Damit unterstützt du also auch den Spracherwerb bei den Kindern.

00:24:31: Gerade jetzt bei Kindern mit kognitiven Beeinträchtigungen zum Beispiel.

00:24:35: Und wenn du dazu sagst, Buch!

00:24:38: Ja, dann legst du ja die Betonung noch drauf und du verdeutlichst dem Kind was du eigentlich meinst.

00:24:43: Das heißt dadurch kann das Kind natürlich leichter Sprache erlernen durch die unterstützte Kommunikation.

00:24:49: und ein zweiter Faktor ist wenn wir uns einen Kind vorstellen mit einer Tetraspastik zum Beispiel also eine schwere Spastik den Stimm- und Sprechapparat betrifft, die die Hände betrifgt usw.

00:25:02: Wenn das in Aufregung gerät oder in Anspannung geräte ja da ist wenn es versucht zu sprechen und wenn es weiß dass es nicht verstanden wird dann wächst die Anspannung natürlich.

00:25:11: das kennen wir von uns allen wie unser muskultonus stärker wird wenn wir je mehr wir uns anstrengen etwas zu tun.

00:25:18: und wenn ich diesem Kind jetzt Pictogramme zur Verfügung stelle oder ein Sprachcomputer zur verfügungsstelle und des weis Ich kann mich mitteilen Wenn ich es anders nicht schaffe, dann kann der Entspannung eintreten und dadurch die Möglichkeit laut Sprache zu erwerben.

00:25:35: Und sich jetzt lautsprachlich zu äußern.

00:25:37: Also alles so ganz viele Argumente, die das eigentlich völlig widerlegen dieses Vorurteil.

00:25:44: Jetzt ist dieser Podcast ja nicht nur dass wir über verschiedene Methoden und Pädagogik- und Theorien reden sondern es geht ja im Endeffekt immer darum irgendwie den Kreis zu schließen, zur Schulbegleitung.

00:25:55: Und das stelle ich mir auch schon schwierig vor wenn ich als Schulbekleidung reinkomme und ich hatte vielleicht bisher nicht so die ... Ich habe vielleicht von gehört aber jetzt noch nicht die starken Beruhungspunkte in der Praxis mit Unterstützer-Kommunikation.

00:26:07: Inwiefern kann ich das als Schul Begleitung denn dann einsetzen?

00:26:12: oder wie lerne ich das jetzt vielleicht bei euch hier bei der SAB Ruhr umzusetzen?

00:26:18: Also zum einen bieten wir ja die Fortbildung dazu an zur unterstützenden Kommunikation.

00:26:24: Das ist eine ganz gute Einführung, was ist das überhaupt?

00:26:28: Warum nutzt man das?

00:26:30: und so weiter?

00:26:30: Wir sensibilisieren natürlich die Mitarbeiter dafür ganz viel und dann wird in den Schulen auch viel angeboten dazu.

00:26:38: Also im Schulalltag, dass einfach unbedarf mit Nutzen darauf zugehen.

00:26:47: Es gibt viele Förderschulen wo nebenbei im Alltag Gebärden unterstützt, kommuniziert wird.

00:26:54: Und da sollte man natürlich die Hemmungen verlieren, die anfangs ganz klar da sind wenn ich auf einmal nicht nur so ein bisschen mit den Händen gestikuliere sondern das Bewussteinsetzer und ja da auf die Schule zugehen.

00:27:09: und dann gibt es noch den weiteren wichtigen Punkt dass oft in den Förderschulen auch unterstützte Kommunikation in Therapieform quasi angeboten wird.

00:27:22: Da können die Lehrer nicht mitgehen, aber unsere Mitarbeiter, die können mitgehen wenn sie das Kind begleiten und sind dann auch so ein wichtiges Verbindungsglied zwischen der Klasse, den Lehrkräften der Klasse und den Therapeuten um dann zu sagen wir brauchen das und das Vokabular zum Beispiel.

00:27:39: oder wir haben das und gelernt Und dann soll man einfach unbedarft und hemmungslos quasi sich darauf einlassen, und dann macht das riesig Spaß.

00:27:49: Es sind eure Erfahrungen da in der Hände auch, dass das immer gut klappt.

00:27:55: jetzt mal ganz platt gesagt wenn da eine Schulbegleitung kommt die vorher nicht so mit Berührungspunkter hatte also lernt man das schnell an.

00:28:04: Ich glaube, dass man das natürlich jetzt nicht bei den hochkomplexen Sprachküchtern tut.

00:28:10: Weil da das Vokabular schon so versteckt ist... Also wenn wir wieder auf dieses Sprachsystem zurückgehen, ein Apfel und wie heißt Essen?

00:28:18: Da kämen wir beide nicht drauf!

00:28:20: Ich habe es gerade tatsächlich nachgeguckt.

00:28:22: Grundsätzlich ist es aber so, dass ...dass man das glaube ich sehr leicht lernen kann.

00:28:29: damit meine ich nicht die deutsche Gebärdensprache.

00:28:33: Das ist eine eigene Sprache, aber das Gebärdenunterstütze ist ja eben angelehnt an... Wie soll ich sagen, an unsere Wirklichkeit von den Gebärden her.

00:28:45: Also wenn du dir einen Finger auf die Nase drückst und die Nasa ein bisschen hoch schiebst dann weißt du das ist das Schwein, das kann jeder erkennen.

00:28:53: oder wenn du mit der Hand aufs rechte Beinhaust dann weisst du dass es der Hund bei Fuß heißt das sozusagen oder das Buch hatten wir ja gerade schon.

00:29:03: Von daher ist das relativ leicht zu lernen was natürlich schwierig ist, mit Unterstützer Kommunikation zu kommunizieren braucht Zeit.

00:29:14: Ja das braucht wirklich viel Zeit weil die Kinder ja eben nicht die Worte einfach lautsprachlich raushauen können sondern sie müssen die Torke ansteuern Sie müssen die Bildkarten finden die sie benötigen was welches System auch immer benutzt wird und da braucht man einfach ganz viel Zeit.

00:29:35: Das ist die Chance der Schulbegleitung, aber auch glaube ich schon ein großes Hemmnis.

00:29:45: Weil A hat die Schulbekleidung die Zeit, aber sie kann sich vielleicht auch unter Druck gesetzt fühlen weil der Schultag muss ja irgendwie laufen.

00:29:54: Und wenn man das Kind morgens fragt, wie geht es dir?

00:29:56: und ist antwortet mit dem Worten gut?

00:29:59: Dann ist das in einer Sekunde durch.

00:30:01: Aber erst mal den Sprachcomputer ansteuern muss um das zu sagen und dann will's nicht nur gut sagen sondern dann wird vielleicht auch noch sagen warum es ihm gut geht oder was es tolles erlebt hat, dann ist das nicht in der Minute durch Sondern kann das auch durch die Ansteuerung fünf Minuten zehn Minuten oder länger dauern.

00:30:19: Die Zeiten muss man dem Kind natürlich geben und das ist im Schulalltag schwierig, aber durch die Schulbegleitung gegeben.

00:30:25: Dass es diese Zeit gibt, in der Lehrkraft hat die Zeit nicht.

00:30:29: Gibt es denn auch Fehler oder... Ich rede jetzt nicht von diesen technischen Anwendungsfehler oder Hürden sondern andere Dinge, die jetzt im Laufe deiner Jahre du so erlebt hast wo du sagst okay da ist manchmal vielleicht sei es der Mentalität oder Haltung Irgendwas anderes, was manchmal im Schulalltag passiert?

00:30:50: Ja.

00:30:51: Ja gibt es natürlich.

00:30:52: Also zum einen ist das, was wir ganz am Anfang gesagt haben dass man immer... Dass man nicht mit den Vorteilen dran gehen sollte orientiert an der Diagnose was das Kind kann sondern dass man wirklich das Kind wirklich angucken soll.

00:31:09: ich habe oft gehört dass diejenigen die Therapie quasi anbahnen, den Eltern als ersten Auftrag geben.

00:31:20: Guckt mal was dein Kind dir mitteilt und dann sagen die Eltern mein Kind kann sich nicht mitteilen und dann Sagen die Therapeuten ja schreib einfach mal auf was du am Tag verstehst Und dann kriegen sie in der nächsten Stunde so sagten mir dann zwei Therapeuten unabhängig von einer lange Liste Ja klar weil das kind ganz viel mit teilen kann nur über Ungewohnte Wege und den Eltern gar nicht bewusst waren, was sie alle kann.

00:31:42: Das heißt wir sollten uns nicht nach den Diagnosen richten sondern wirklich gucken was das Kind kann und was es vermittelt.

00:31:50: Und Zeit ist ein Faktor Es ist immer zu wenig Zeit eigentlich.

00:31:55: und das was ich schwierig finde wenn das Kind schon so ein Gerät hat.

00:32:02: Dass ich es oft erlebe, dass der nur in einem schulischen Kontext in bestimmten Situationen zum Einsatz kommt.

00:32:08: Zum einen weil manchmal die Angst besteht, dass das Gerät kaputt geht.

00:32:13: Kann natürlich passieren auch diese Geräte fliegen mal runter.

00:32:18: Zum anderen aber auch ... Weil das Kind natürlich, wenn es eine Chance hat sich mitzuteilen Natürlich nicht nur Brav da sitzt und den Sprachcomputer betätigt, wenn es gefragt wird.

00:32:31: Max wie ist das Wetter heute?

00:32:33: Und er drückt Brav auch sonnig!

00:32:35: Es macht auch kein Kind, das sich lautsprachlich mitteilen kann.

00:32:37: Sondern das Kind quatscht auch dazwischen und das machen die Kinder dann gegebenenfalls auch beim Talker gerade wenn sie da noch in der Findungsphase sind dass Sie da einfach wild draufgucken und mal gucken was verbügt sich hinter welcher Taste?

00:32:49: Und ich möchte jetzt auch etwas sagen Auch wenn es kuddelmuddel ist nach unserer Auffassung und da einfach Wild irgendwelche Tasten gedrückt werden und dann wird so ein Sprachcomputer an der Schule manchmal einfach ausgemacht oder weggenommen.

00:33:03: Ich denke immer, das ist als wäre würde ich einem Kind ein Pflaster auf den Mund kleben und das machen wir auch nicht.

00:33:08: Das heißt auch da eine Chance wieder für die Schulbegleitung dem Kind den Talker zu lassen und das Kind aber dann zu regulieren und zusammenkommen.

00:33:16: Du schaffst das du hättest deine Finger jetzt stillen und du erzählst mir hinterher alles was du möchtest oder wir nehmen uns Zeit und kannst einfach

00:33:22: ausprobieren.".

00:33:24: Das war Klassenklima der Talk über Schubbegleitungen von der SAP Ruhr!

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