Episode 20 - Traumapädagogik für „Systemsprengerinnen“

Shownotes

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00:00:08: Ja, ich denke dass sie sehr häufig in ihrem weil die auffällig sind in ihrem Verhalten und auch schwierig sind in ihren Verhalten häufig auf Aplenungsstoßen einfach als lästig, als störend, als unmöglich ihnen begegnet wird.

00:00:24: Ein sicheren Ort Sichere Ort besteht nicht nur aus einer gesicherten Tür im Gebäude, sondern einem sicheren Ort für die Mädchen wo sie halt eben auch überschauen können was morgen passiert.

00:00:38: Wo Sie Entscheidungen nachvollziehen können, wo nicht plötzlich etwas von oben geschieht, sondern sie auch teilweise mitgestalten

00:00:47: können.".

00:00:49: Ihr hört Klassenklima der Talk-Überschulbegleitung von SAB Rohr.

00:00:54: In diesem Podcast reden wir darüber, was es bedeutet und braucht um Schulbegleiter zu sein.

00:00:59: Hürden Kontroversen und Erfolge?

00:01:01: All das bespreche ich – fehl!

00:01:04: Als freie Journalistin.

00:01:05: liess mal mit Cornelia.

00:01:07: Sie ist Vorsitzende von dem Verein Vivigenne Das bedeutet Frauen lebt Im Vorstand ist sie ehrenamtlich denn eigentlich arbeitet sie als Fotodesignerin.

00:01:17: Mit ihr sprechen wir über Traumapädagogik und sogenannte Systemspringerinnen.

00:01:22: Hinter ihrer jetzigen Arbeit steckt eine ziemlich beeindruckende Geschichte.

00:01:26: Aber eine Trigger-Warnung vorweg, es geht um sexuelle Gewalt und Traumatisierung.

00:01:32: Solltet ihr damit nicht gut umgehen können hört den Podcast vielleicht mit einer euch vertrauten Person oder ihr hört einfach in unsere anderen Folgen rein.

00:01:42: Dass ich und auch Freundinnen Anfang der Neunzigerjahre viele Berichte über die systematischen Vorgewaltigungen von Frauen in Bosnien, Herzegovina gelesen habe und wir uns damals entschlossen dass wir uns das nicht mehr in den Medien angucken wollten und konnten sondern selber aktiv werden wollen.

00:02:07: Und deshalb haben wir einen Verein gegründet beziehungsweise sind wir erst nach Bosnian gefahren während des Krieges August.

00:02:15: um dort zu schauen, was die Frauen brauchen.

00:02:18: Wie die Situation vor Ort ist und haben dann ... Und

00:02:28: dann jemanden seite nach Deutschland gekommen?

00:02:30: Das hingen damit zusammen, dass eine der Gründerinnen, die auch ne gute Freundin von mir ist, die Margaret Spindler im ... gestorben ist leider.

00:02:43: Und ich war oft mit Margaret in Bosnien, wir haben nächtelang uns Projekte für Jugendliche und Mädchen ausgedacht und dann sind wir diesem Plan gefolgt und haben zweieinhalb Jahre eine Konzeptphase gemacht und dann das Mädchenhaus Maggie am ersten April zwei tausendsechzehn eröffnet was auch der Todestag von Margit War und Magel-Spitzname war auch Maggie.

00:03:13: Ah ja, okay, das schließt sich der Kreis.

00:03:16: Und in dieser Einrichtung oder den Projekten, die ich geführt habe, geht es dann vor allem um schwer traumatisierte jugendliche Kinder, also aber Frauen, in dem Sinne, Mädchen und Frauen?

00:03:32: Also wenn ich mich jetzt auf Deutschlampe ziehe, auf das Mädchenhaus Maggie, dann geht es um Mädchen, um Jugendliche Mädchen ... Die schwer traumatisiert sind Mädchen mit Fluchtentergrund, Mädchen Mit Migrationshintergrund.

00:03:46: Mädchen die in deutschen Familien groß geworden sind und im Alter zwischen zwölf und achtzehn beziehungsweise bis ein zwanzig, fünfzwanzig Jahre dann.

00:04:00: Das Ziel der Traumaperagogik ist Kinder- und Jugendliche wieder zu stabilisieren und ihnen einen Gefühl von Selbstwirksamkeit zu geben.

00:04:07: dabei gibt es verschiedene Säulen auf denen die Peragogik aufbaut.

00:04:11: Beispielsweise, dass alles was die Mädchen tun wie sie handeln und reagieren einen guten Grund hat.

00:04:17: Dass Symptome pathologisch sind aber auch ein Zeichen von Kompetenz und Ressourcen oder das es Mädchenhaus Schutz und Sicherheit vor Reh-Tramatisierung, Tätern und Gewalt bietet nur um ein paar Beispiele zu nennen.

00:04:29: mit dem Konzept wollen Sie dem Mädchen helfen denn einiges haben sie trotz individueller Traumata gemeinsam.

00:04:36: Ich würde mal sagen was ähm...die Mädchen gemeinsam haben.

00:04:41: oder alle Mädchen haben so schwere, frühe Binnungstraumatisierung.

00:04:46: Dass sie viele Erfahrungen haben abgelehnt zu werden, viele Erfahrung haben nicht sich normal zu fühlen, viele Ängste haben unglaubliche Ängster haben viel Verunsicherung haben und auch viel unsere Einrichtungsleitung sagt das immer viele kreative Verhaltensweisen haben, wie sie mit ihren Ängsten umgehen.

00:05:14: Die sind nicht immer lieb, die sind auch mal aggressiv und das gehört halt eben auch alles mit zu ihren Bewältigungs- und Schutzstrategien dazu.

00:05:26: Jetzt gibt es ja auch Menschen, die glaube ich in dem Zusammenhang mit so gerade Intensivpädagogik auch teils von Systemsprüngern oder Systemspringerinnen sprechen.

00:05:36: Das ist ja eigentlich auch so ein Begriff, der mittlerweile ja auch sehr kritisch gesehen wird.

00:05:42: Es trifft das dann würdest du sagen jetzt rein von dem was man damit konnotiert teils auf die Mädchen zu?

00:05:48: Also auf die Mädchen alle trifft es sicherlich nicht so.

00:05:52: Es gibt Mädchen, die innerhalb der Gruppe schon viel Potenzial für eine Systemspringerin haben indem sie dir die Dynamik in einer Gruppe sehr durcheinander wirbeln können.

00:06:11: Bis dahin, dass eine ganze Gruppe also auch sehr viel Explosivkraft hat und das sehr schwierig ist diese Gruppe

00:06:20: so

00:06:21: zu halten auch mit pädagogischen Mitteln zu halten.

00:06:24: Und es gibt auch das einen oder andere Mädchen, dass zum Beispiel bei uns in der Gruppe nicht gut aufgehoben ist sicherlich weil das wie wir arbeiten vielleicht nicht das Richtige für das Mädchen ist.

00:06:38: im Mädchenhaus Maggie oder zur Traumapädagoge gehört eben auch, dass wir viel Geduld haben die Mädchen viel Raum haben anzukommen sich zu spüren.

00:06:49: Es gibt weniger ähm, so klare strukturelle ... Strukturgebende Regeln.

00:06:57: Sondern es gibt mehr Freiraum für die Mädchen.

00:07:00: Das müssen Sie auch aushalten können?

00:07:03: Auch nicht immer einfach für alle.

00:07:05: Aber das heißt so im ... praktisch im Alltag.

00:07:08: wie kann ich mir denn das Leben im Hausmeggie zum Beispiel vorstellen?

00:07:12: was ist dann so die Struktur oder die Pädagogik wenn du sie so exemplarisch erklären würdest?

00:07:19: Die Pädagurgik ist unterstützen.

00:07:22: Also nehme ich die Traumapädagogik, dann gibt es ja halt eben diese Bereiche einen sicheren Ort.

00:07:28: Sichere Ort besteht nicht nur aus einer gesicherten Tür im Gebäude, sondern einem sicheren Ort für die Mädchen wo sie halt eben auch überschauen können was morgen passiert.

00:07:41: Wo Sie sich verlassen können dass das was gesagt wird auch geschieht.

00:07:46: all diese Dinge wo es transparent gibt wo sie Entscheidungen nachvollziehen können plötzlich etwas von oben geschieht, sondern sie auch teilweise mitgestalten können.

00:07:58: Also mitreden können bei bestimmten Entscheidungen und das alles macht einen sicheren Ort aus wo die Mädchen lernen.

00:08:08: hier kann ich lernen zu vertrauen und das andere ist es gibt für alles einen guten Grund.

00:08:15: Also dem Mädchen wird so begegnet, dass sie egal welches Verhalten Sie zeigen immer einen guten Grund haben dafür.

00:08:24: So der kann auch destruktiv sein aber es ist ein guter Grund weshalb das Mädchen sich so und so verhält Personal eben auch geschult, damit umzugehen und mit dem Mädchen entsprechend auf ihre Verhaltensweisen zu reagieren beziehungsweise sie zu begleiten.

00:08:46: Was verändert sich denn so?

00:08:48: Also das ist jetzt schon in Teilen natürlich wie jedem erklärt oder man hat vielleicht seine typischen Vorstellungen im Kopf.

00:08:53: aber was verändert sich dann im Verhalten durch die Traumatisierung?

00:09:00: Das ist natürlich individuell verschieden.

00:09:03: Aber früher, also ich bin ja jetzt nun keine Pädagogin.

00:09:07: Sondern ich bin halt eben in der Geschäftsführung die diese Projekte mit entwickelt hat.

00:09:13: deshalb bin ich da ein bisschen vorsichtig.

00:09:15: Also was ich sage weil ich eben in dieser Beziehung jetzt kein Expertin bin aber... Ich wacke mich mal ein bisschen vor.

00:09:22: Ja es gibt Dinge die die Mädchen oder traumatisierte Menschen versuchen hier eine Kontrolle zurück zu gewinnen verloren haben und dazu benutzen sie unterschiedliche Mittel.

00:09:37: Zum Beispiel ist ein Mittel, ein starkes Mittel das Mittel der Spaltung.

00:09:41: Das heißt dass das Team zum Beispiel im Mädchenhaus auch immer wieder damit umgehen muss, dass die Mädchen sehr intelligent und sehr kreativ immer wieder so Punkte setzen, durchaus auch Dynamiken von Spaltung erlebt.

00:10:03: Also die eine gegen die andere aufbringen oder so, ja solche Sachen eben und das ist für die Mädchen am wiederum eher gibt es ihnen vermeintlich Sicherheit weil dann haben sie die Sache besser unter Kontrolle.

00:10:17: Und da geht es nicht nur darum innerhalb einer Gruppe die Fan in der Hand zu haben sondern dass ist ihre Lebensstrategie für alles.

00:10:25: Beziehungsweise gehen die Strategien von, ich ziehe mich komplett zurück bis zu dem Punkt dass man Dinge aktiv manipuliert.

00:10:33: Teils haben solche Menschen ein sehr gutes Gespür dafür wie Menschen ticken und nutzen das in Anführungzeichen.

00:10:40: Und bei der ganzen Thematik müssen wir auch festhalten, dass die Begriffe sehr inflationär genutzt werden.

00:10:47: Deshalb hier nochmal die Erinnerungen.

00:10:49: Es geht um wirklich schwer traumatisiert Menschen.

00:10:52: Also auch der Begriff Trauma wird ja sehr inflationär mittlerweile benutzt.

00:10:58: Ja, und wenn man sich halt eben also im Bosnien habe ich das ja sehr deutlich gemerkt.

00:11:04: Also eine Traumatisierung entsteht nach einem Erlebnis wo du überhaupt nichts beeinflussen konntest und wo dich in deinem Leben total bedroht gefühlt hast und etwas ganz plötzlich über dich hereingebrochen ist.

00:11:24: Ja.

00:11:26: Eine Traumatisierung, ein Trauma ist eben eine Verletzung, eine seelische Verletzung so.

00:11:32: Gibt es denn in dem Zusammenhang oder generell noch mehr so typische vielleicht Missverständnisse im Bezug auf irgendwie traumatisierte Jugendliche oder Kinder?

00:11:44: Ich denke, dass sie sehr häufig ... Weil sie auffällig sind in ihrem Verhalten und auch schwierig sind in Ihrem Verhalten häufig sehr häufig auf Ablehnung stoßen sehr häufig nicht auf die nötige Geduld und Toleranz stoßen, sondern einfach als lästig, als störend, als unmöglich ihn begegnet wird.

00:12:13: Und das verstärkt bei Ihnen sicherlich immer wieder, ich bin nicht richtig.

00:12:18: Also ne?

00:12:19: Ich bin nicht normal.

00:12:20: Warum reagieren die so?

00:12:22: und es ist ja auch wirklich so dass wenn man sich in einem sagen wir mal funktionierenden Lebenskontext bewegt häufig eben auch gar nicht Also sehr schwer, eine Idee dafür entwickelt.

00:12:39: Warum ein Mädchen sich so und so verhält?

00:12:42: Weil sie es ja nicht anspricht oder ausspricht, sondern es ist wirklich auch teilweise dedektiv aber zu erkennen warum ein Mädchens sich so-und-so verhält.

00:12:53: Aber um dieses Vertrauen was ja komplett teilt, also das Grundvertrauen was teils nicht da ist oder sehr zerstört ist wieder aufzubauen hast du jetzt gesagt man muss kleine Vertrauensvorschüsse geben oder vielleicht versuchen, diese Sicherheit oder die Mitbestimmung wieder zu manifestieren so ein bisschen im Leben.

00:13:14: Ist das dann jetzt mal ganz praktisch?

00:13:16: Keine Ahnung dass zum Beispiel im Alltag entschieden werden kann was mache ich jetzt überhaupt?

00:13:20: Oder welches Essen gibt es heute, dass man darüber mal abstimmt oder so?

00:13:25: Dann das irgendwie wieder versucht zu erlangen?

00:13:29: Ja Also ich würde schon sagen, das ist jetzt erst mal sehr kleinschrittig halt eben im Alltag.

00:13:35: So was haben die Mädchen sicherlich häufig nicht erlebt dass sie mitbestimmen konnten?

00:13:40: Das richtig und auch Mitbestimmung konnten Also was es zu essen gab, also Mädchen die zum Beispiel unter Vernachlässigung gelitten haben.

00:13:49: Die tendieren dazu, Essen auch auf ihren Zimmern zu horten.

00:13:54: Was natürlich nicht geht weil es dort gammelt und schimmelt usw.

00:13:58: Aber da auch Verhaltensweisen zu entwickeln.

00:14:02: hier gibt's genug und du brauchst nicht das sind längere Wege Das geht eben nicht einmal durch erklären sondern die Mädchen müssen langsam lernen der Alltag eben auch ihr Alltag sie mitbestimmen können und nicht alleine sind, sondern Unterstützung bekommen.

00:14:21: Weil häufig haben die Mädchen das ja auch noch nie erlebt dass ihnen geholfen wird, sondern Sie haben ja eher erlebt, dass Dinge für sie gar nicht berechenbar waren.

00:14:35: Diese Freiheiten hängen natürlich immer davon ab wie ein Betreuungsschlüssel ist oder wie viele Betreuungen einzelne spärere Fälle benötigen.

00:14:43: Sie dürfen mitbestimmen, aber immer wie es der Rahmen hergibt.

00:14:47: Und es geht nicht nur in die eine Richtung sondern logischerweise lernen manche Mädchen dort das erste Mal Strukturen und Regeln kennen.

00:14:55: Zu verstehen dass solche Regeln einen Sinn machen ist für manche nicht einfach.

00:15:01: Viele Mädchen, die zum Beispiel erst ins Mädchenaus kommen sind über Wochen immer wieder abgängig.

00:15:08: Wisst ihr überhaupt erstmal wirklich da bleiben?

00:15:11: Nicht alle, aber manche.

00:15:13: Das ist ein längerer Prozess, den eben auch einen Team aushalten muss.

00:15:18: Weil Sie das dann wieder als einschränkend wahrnehmen?

00:15:25: Das weiß ich nicht.

00:15:25: Das kann ich natürlich so nicht sagen.

00:15:27: Weil jedes Mädchen anders wahrnimmt ... Ich denke erst mal es eine neue Situation.

00:15:33: Die Mädchen haben ja häufig schon viel Erfahrung viele Jungthilfe-Einrichtungen durchlaufen.

00:15:39: Die kommen nicht als erstes zum Mädchen aus Meggiden, da meistens sind wir spätach dran, sagen wir mal so und haben uns auch durch viel Geduld und auch viel Leidensfähigkeit des Teams denke ich einen Ruf bei den Jugendämtern erworben dass sie wissen das die Mädchen dort auch gut aufgehoben sind und nicht sofort wieder raus fliegen als System-Sprengerin, also in Anführungsstrichengesetz.

00:16:09: Sondern dass wir wirklich auch versuchen die Mädchen zu begleiten, auch über Situationen hinaus, die wirklich sehr anstrengend sind?

00:16:19: Was macht eure Arbeit denn in dem Sinne anders als bei anderen Trägern dort ist es mal angesprochen das ihr auch kleiner seid, dass das natürlich auch flexibel Flexibilität ermöglicht.

00:16:30: aber was sind dann so Dinge dir versucht anders anzupacken?

00:16:32: Also was der feministische Ansatz ist, um immer zu sagen, ist eben dass wir eine Mädchengruppe sind und das wir eben auch viele Mädchen haben die ganz früh sexualisierte Gewalt erlebt haben oder erleben mussten.

00:16:49: Das ist schon mal also eine Mädchengruppe zu haben.

00:16:52: für Jugendliche gibt es nicht so viele mittlerweile ein bisschen mehr gibt's mehr Mädchenhäuser aber die meisten Einrichtungen der Jungthilfe sind glaube ich Jungs und Mädchen gemischt.

00:17:07: Das andere Besondere ist schon, dass wir aufgrund des traumapädagogischen Ansatzes und überhaupt unseres Ansatz versuchen die Mädchen länger zu halten.

00:17:21: Und was bei uns?

00:17:22: Weil wir ein kleiner Verein sind mit einem engagierten Vorstand also es sind Wir sind zu drittem Vorstand, die das jetzt seit zehn Jahren ehrenamtlich machen auch Fachfrauen, also eine Sozialarbeiterin und einer Psychoanalytikerin.

00:17:39: Und mich eben dabei mit viel Erfahrung im Bosnien dass wir können anders Entscheidungen glaube ich treffen näher an den Bedarfen der Mädchen dran weil wir halt eben eine relativ flexible Struktur haben.

00:17:54: Also durch die Ehrenamtlichkeit sind wir hier auch freier in dem was entwickeln können, weil wir zum Beispiel dem finanziellen Faktor eines Vorstandes oder einer Geschäftsführung dann nicht mitdenken müssen.

00:18:11: Ah okay also dieser kapitalistische

00:18:15: Ziel

00:18:15: jetzt nicht so im Vordergrund steht?

00:18:17: Ja!

00:18:20: Also es machen andere natürlich auch.

00:18:22: die Arbeiten hier auch inhaltlich aber ich kenne Einrichtungen zb von der Caritas sind natürlich wesentlich unbeweglicher leichter Ausnahmen machen.

00:18:32: Wir können leichter Flexibel sein, ohne dass das ein Riesenerparat betrifft.

00:18:37: Sondern wir können in der Beziehung also uns anders planen, anders

00:18:43: entwickeln.".

00:18:44: Jetzt ist ja in diesem Biografien oder worüber wir hier auch viel im Podcast sprechen natürlich Schule auch ein großer Faktor oder eine große Rolle jetzt nicht mal im Sinne von weil die jetzt so primär immer wichtig ist.

00:18:56: aber wie spiegelt sich das denn bei den Mädchenteils wieder?

00:19:01: Ja, das ist ein großes Thema.

00:19:04: Weil uns natürlich allen klar ist dass in einer Gesellschaft wie heute Bildung sehr wichtig ist für junge Menschen also nicht nur für junge menschen für ältere auch.

00:19:13: aber da wird es ja nun mal auf den Weg gebracht und viele der Mädchen haben so große Ängste dass sie große Schwierigkeiten haben, in die Schule zu gehen.

00:19:26: Weil Sie nicht nur Ängste haben zu versagen, sondern weil Sie auch Ängster haben zum Beispiel vor einer fremden Gruppe, vor anderen Interaktionen.

00:19:34: Sie haben Ängsten davor gemobbt zu werden, weil Sie wissen, Sie sind anders.

00:19:38: Sie können sich nicht so anpassen und all diese Situationen ... Insofern ist Schule ein großes Thema, weil viele Mädchen gehen nicht in die Schule erst mal und es ein langer Prozess ist dass man die richtige Schulform für sie auch findet oder eine richtige Ausbildungsmöglichkeit für Sie findet.

00:19:58: Das heißt, Schule ist so ein Angstort wegen diesem sozialen Druck?

00:20:02: Oder ...

00:20:03: Also ich denke das in der Schule sehr viel sozialer Druck ist aber es eben auch einen Angstort weil dort eine Gruppe von Menschen ist, die ja erst mal nicht kontrolliert werden kann indem ich mich irgendwie einpassen muss um dort klarzukommen.

00:20:20: Und das ist natürlich für die Mädchen, für viele Mädchen nicht für alle eine große

00:20:26: Herausforderung.".

00:20:28: Was passiert dann wenn diese Schuhverweigerungen einsetzt?

00:20:32: Wie geht es damit um?

00:20:34: Also den Jugendämtern ist ja mittlerweile schon so dass es dafür auch mehr Raum und auch viel Verständnis gibt.

00:20:42: Ja wir bleiben eben dran.

00:20:43: was willst du sonst machen?

00:20:45: also du kannst nur immer wieder versuchen das Mädchen zu stärken Und immer wieder zu versuchen und das machen die Betreuerinnen auch, dass sie in die Schule geht.

00:20:57: Aber ohne zu viel Druck zumachen!

00:20:58: Weil wenn es zuviel Druck gemacht wird, machen die Mädchen natürlich dicht und sagen nee, geht gar nicht.

00:21:04: Ja man muss irgendwie dieses Gleichgewicht versuchen hinzubekommen ne?

00:21:08: Das ist auch glaube ich bei den Schuhebegleitungen immer dieses Näh-und-Distanzen und ich glaub bei euch ist das ja wahrscheinlich viel krasser ein Thema weil das halt dieses Zusammenleben ja auch zu einem gewissen Teil einfach ist,

00:21:18: ne?!

00:21:20: Also was eben schon so ist, dass die Mädchen viele Vermeidungsstrategien natürlich entwickelt haben

00:21:29: und

00:21:30: sie da in einer guten Begleitung herauszuholen.

00:21:36: Das gelingt nicht immer kann man auch wirklich sagen.

00:21:39: es gibt vielleicht auch wichtigere Dinge, die die Mädchern lernen müssen, um im Leben klarzukommen als jetzt einen guten Schulabschluss zu haben.

00:21:48: Das muss man irgendwie auch mal sagen.

00:21:50: wenn sie so tiefgreifende Verletzungen haben dann ist es sicherlich erst einmal wichtig auch zu lernen mit sich selber klartzukommen und ja sich in anderen Kontexten auch zu akzeptieren und bewegen zu können.

00:22:07: Ja ich glaube da erstmal diese grundlegende Lebensalltag von wegen Kochen Waschen.

00:22:13: Ich mach mich morgens fertig und so, dass das wahrscheinlich Sachen sind die Teils ja schon unerreichbar sind oder was ist unerreichbar aber sehr weit weg noch teils von den Perspektiven Und man sich dann über Stochastik im Matheunterricht halt nicht so Gedanken macht.

00:22:29: Ja, du bist richtig.

00:22:31: Jetzt fragen wir uns natürlich also mit dem Thema Schulbegleitung und Inklusion.

00:22:38: Also wenn wir auf dieses Themenkomplex Schule gucken Was müssen denn also vielleicht allgemeinpädagogische Fachkräfte, die glaube ich oft nicht ausreichend geschult sind zu dem Thema Trauma?

00:22:49: Aber vielleicht insbesondere Schulbegleitung.

00:22:51: Also was müsste man denn wissen oder unbedingt verstehen bei dem Thema?

00:22:59: Ich glaube, man muss bei jedem jungen Menschen dort sehr individuell gucken und eine gute Schulbeleiterin glaube ich macht das auch weshalb oder was dieses Mädchen oder dieser junge Mensch braucht, um in dieser Situation Schule anzukommen.

00:23:22: Und diese Bereitschaft müssen Sie glaube ich haben.

00:23:28: viele Pädagoginnen kommen ja von der Universität und haben auch bestimmte klare Bilder im Kopf oder auch Erzieherinnen, haben ganz klare Bilder über Pädagogik im Kopf.

00:23:41: Und das muss so.

00:23:42: und wenn A da muss B und C und so.

00:23:46: Das funktioniert in diesem Bereich halt eben

00:23:49: ...

00:23:50: dass man würde ich sagen nicht sondern es ist wirklich herausfordernd für Schulbegleiterinnen Wenn sie mir traumatisierten Menschen oder Menschen mit Einschränkungen, die häufig auch Traumata erlebt haben arbeiten und sie begleiten.

00:24:08: Da muss einfach ... Nee, da muss halt eben... die Bereitschaft groß sein, wirklich genau hinzugucken und immer wieder sich zu fragen nach dem Grund warum.

00:24:19: Und wieso?

00:24:20: Wie kann ich das thematisieren und auch begleiten?

00:24:24: also wie kann nicht die Ängste nehmen, wie kann ich mehr Sicherheit geben diese Schule auch zu einem sicheren Ort zu machen?

00:24:33: Typische Probleme in der Schule sind zum Beispiel, dass traumatisierte Menschen als Störfaktor gesehen werden.

00:24:39: Da gibt es noch zu wenig Strukturen um adäquat zu reagieren.

00:24:43: Da wünscht sich Cornelia eine gemeinsame Strategiebesprechung mit ihnen als Einrichtung den Schulbegleitung und den Schulen.

00:24:50: Aber sie hat noch mehr Wünsche für sich und die

00:24:52: Einrichtungen.".

00:25:05: Jugendlichen schaut mit den vielen Verletzungen und sie stärker, mit mehr Maßnahmen unterstützt.

00:25:13: Und auch mehr schaut auf Mädchen die diese Situation haben.

00:25:18: denn wir erfahren die Jugendämter sind völlig überfordert ja wir warten manchmal monatelang um überhaupt also ein Telefontermin zustande zu bringen ist nicht weil die Menschen im Jugendamt nicht arbeiten wollen, sondern weil sie einfach völlig überfordert sind.

00:25:36: Weil es nämlich wesentlich mehr Gewalt und Vernachlässigung in Familien gibt und vielmehr Kinder gibt, ganz früh schon schwierige Situationen überleben müssen.

00:25:50: und wo das Jugendamt auch reagieren muss, wo andere Institutionen reagieren müssten.

00:25:55: Wo man eigentlich viel mehr, wenn man früher eine bessere Begleitung hätte ... Und ich meine, er greift hier eins ins andere.

00:26:03: die Eltern sind ja nicht einfach schlechte Menschen sondern haben auch ihre Geschichte.

00:26:09: Da gibt es einfach zu wenig würde ich sagen.

00:26:13: Finland also hinter allem was man auf Metaebene sagt oder was man oben auf irgendwelchen Papieren steht, dass es halt natürlich einfach finanziell irgendwo ankommt.

00:26:22: Ja!

00:26:22: Also ich meine, ich hab den Vergleich mit Bosnien.

00:26:25: und dem Bosnian haben wir unsere Projekte natürlich gemacht indem wir Anträge gestellt haben.

00:26:29: Und Geld von hier oder der EU nach Bosnienne halt eben transferiert haben um dort diese Projekten machen zu können.

00:26:38: Fand ich auch richtig weil zum Beispiel Srebrenica Europa die ganze Welt hat zugeguckt und nicht reagiert während dort ein Genozid stattfand und bei dem Vergewaltigungen auch.

00:26:49: also Und da finde ich auch, dass man entsprechend zumindestens dafür die Verantwortung übernehmen kann.

00:26:58: Hier haben wir innerhalb der Jugendhilfe als freie Jungthilfeträger natürlich im Vergleich zu Bosnien den Luxus, dass wir überhaupt wirklich Gelder für die Situation und für die Plätze auch der Mädchen bekommen um.

00:27:16: Halt eben, Gehälter zu zahlen an Betreuerinnen entsprechend die wichtigsten.

00:27:20: Weil die Arbeit ja nummer ungeheuer schwierig ist und diese Gehäuter und das ganze System um die Betreurerinnen herum muss professionell gut sein und da kann man nicht wirklich sparen weil sie brauchen Supervisionen Sie brauchen eine traumatpädagogische Fortbildung Und und und um diesen Job wirklich auch machen zu können, weil er nämlich mega anstrengend ist.

00:27:46: Auch wenn das jetzt das perfekte Statement am Ende wäre, eine Sache wollen wir euch noch mit auf den Weg geben.

00:27:55: Genau ich habe ganz vergessen!

00:27:57: Wir haben zehn jähriges Bestehen!

00:27:59: Genau, stimmt!

00:28:00: Habe ich ganz vergessen, wir haben im April und April ist es das Mädchenhaus Maggie seit zehn Jahren und wir wollen das auch gerne feiern am neunzehnten Juni Im Theater im Depot in Dortmund.

00:28:17: Da würden wir uns freuen, wenn da ein bisschen Werbung für gemacht

00:28:21: wird.".

00:28:26: Das war Klassenklima – der Talk über Schulbegleitung von SAP Ruhm.

00:28:31: Ich würde mich freuen, Wenn ihr auch in die nächste Folge mal rein hört!

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