Episode 18 - pädagogische Haltung
Shownotes
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Transkript anzeigen
00:00:07: Nicht die, ich mag dich.
00:00:10: Du bist toll!
00:00:11: Ich sehe dich und nehme Zeit für dich wenn du dein Zimmer aufräumen sollst.
00:00:15: Sondern ich tue das immer auch wenn du gerade vielleicht rebellierst weil du dein Zimmer aufräumst.
00:00:25: Ich verstehe diese Situation.
00:00:28: Du hast gerade dieses Kind in die Magengrube geholt Und ich verstehe die Situation.
00:00:35: er hat dich vorher geärgert.
00:00:36: Das nächste ist dann dass Verständnis.
00:00:40: Ein Okay, der hat dich die ganze Zeit geärgert und ich habe Verständnis dafür dass du darauf entsprechend reagiert hast.
00:00:48: Und trotzdem bin nicht
00:00:49: einverstanden.".
00:00:52: Ihr hört Klasseklima – Der Talk über Schulbegleitung von SAB Ruhr.
00:00:57: In diesem Podcast reden wir darüber was es bedeutet unbraucht um Schulbeleiter zu sein.
00:01:02: Hürden Kontroversen und Erfolge?
00:01:05: All das bespreche ich Fee als freie Journalistin Diesmal mit Jonas.
00:01:11: Er ist im Hintergrund aktiv und wie er so schön sagt, begleitete er die Schulbegleitung – ist also im Team der pädagogischen Fallberatung.
00:01:19: Sein Weg zu der SAB Ruhr war aber nicht ganz so geradlinig!
00:01:23: Er war viel im Ausland, hat dort auch in Schulen oder pädagogischen Einrichtungen gearbeitet, wollte dann soziale Arbeit studieren, ist aber tatsächlich als Quereinsteiger in der Schule gelandet….
00:01:33: Und nach vielen Weiterbildungen landete er bei der Sab Ruhr.
00:01:37: Mit ihm spreche ich heute über eine Schulung zur pädagogischer Haltung.
00:01:42: Von dieser Schulung gibt es drei Hauptsäulen, kann man so sagen?
00:01:49: Was mir ins Auge gestochen ist sind die Worte Empathie, Kongruenz und Wertschützung.
00:01:56: Die hab' ich mir ja auch nicht ausgedacht.
00:01:58: Kannst
00:01:58: du nicht claimen für dich?
00:01:59: Nein!
00:02:01: Und auch nicht irgendwie unauffällig, sodass es keiner merkt, sondern das ist halt ... wirklich ein Begriff aus der Pädagogik mittlerweile, der Gang und Gäbe ist.
00:02:15: Also das ist ... Wenn man sich mit Pädagogik beschäftigt kommt man relativ schnell zum Thema pädagogische Haltung und dann findet man auch immer diese drei Bausteine.
00:02:24: also da könnte ich nicht mal unter den Teppich kehren dass ich mir die nicht ausgedacht habe sondern das ist ziemlich obvieles.
00:02:30: Lieb dass es die schon vorher gab.
00:02:33: Die sind entstanden auf Grundlage von Karl Rogers, der hat eigentlich aus der personenzentrierten Psychotherapie ... Hat er diese drei Begriffe rausgezogen und als Grundgerüst genommen?
00:02:46: Und dann wurden die im Endeffekt adaptiert auf pädagogik-pädagogisches Arbeiten.
00:02:53: Wie du schon sagtest Empathie einfühlen können... Wertschätzung und die sollte bedingungslos sein.
00:03:02: Also ich sehe dich, ich nehme dich wahr und ich schätze dich und deinen Wert unabhängig davon was du
00:03:09: tust.".
00:03:10: Und die Konkurrenz oder Authentizitäten wort das sich ganz schwer aussprechen kann.
00:03:16: Kann ich den darauf
00:03:18: abnehmen?
00:03:19: Sehr gerne!
00:03:21: Das sind dann ja die drei Pfeiler auf dem pädagogische Haltung im Allgemeinen aufbaut und dann natürlich auch die Schulung aufbauen.
00:03:30: Wenn wir das jetzt mal so ein bisschen deklettern, also Empathie, Konkurrenzwertschätzung, dass es jetzt alles mal so kurz aufgemacht was man darunter so ein bißchen versteht oder was aus dieser Theorie, die du jetzt adaptiert hast, was man da runter versteht?
00:03:43: Wenn wir erstmal mit Empathy reingehen, habe ich auf den Folien gelesen, dass Empathien nicht per se Mitgefühl- oder Einverstanden sein ist.
00:03:55: Ganz genau!
00:03:56: Dann kam ich so in so ein Denkprozess, da ich mir dachte okay was verbinde ich überhaupt mit Empathie?
00:04:00: Aber was heißt das denn dass es das sag mal nicht ist diese Dinge die ich jetzt genannt habe?
00:04:05: Ja,
00:04:06: Empathiesetzt nicht ein Mitfühlen voraus.
00:04:11: also Es geht im Endeffekt darum sich einfühlen zu können und dafür muss ich mit der Person in die ich mich einfühlen möchte auch keine Sympathie haben.
00:04:25: Also es können auch Menschen sein, die eigentlich gar nicht so sehr mag aus welchen Gründen auch immer.
00:04:33: Es geht wirklich ganz basic um ein Einfühlen und ich glaube das wird am verständlichsten.
00:04:42: wenn man's mit einem Beispiel aufmacht und dass würde ich dann auch wirklich sitzt ein Kind auf dem Schulhof in der Ecke gekauert und weint.
00:04:54: Und möchte Patou nicht zurück in den Unterricht, weil es irgendetwas erlebt
00:04:58: hat.".
00:04:59: Jetzt geht's nicht darum zu sagen ich bin gerade genauso traurig wie du und setze mich neben dich und weine auch.
00:05:06: das wäre ja ein Mitfühlen.
00:05:09: Es geht auch nicht darum die Situation so wie sie ist würde mich auch dazu bringen traurigt zu sein Hier quasi ein Einverstanden sein mit der Reaktion.
00:05:23: Auch das ist es nicht, sondern es geht quasi darum zu sagen in der Situation, in der du gerade bist kann ich mich in dich hineinversetzen in so weit auch dass ja ich diese Reaktionen irgendwie verstehen kann aus persönlichen Erfahrungen heraus, aus selber fühlen können.
00:05:46: Gefühle benennen zu sagen okay ich hatte auch schon mal eine Situation in der war ich so sauer und wütend dass sich nicht zurück in den Unterricht wollte.
00:05:57: und ich glaube dieses ja diese Bereitschaft und das ist ja dann im Endeffekt auch wieder einer Haltung dieses sagen ok ich höre dir zu ich nehme dich wahr Ich sehe dich, deine Gefühle, deine Bedürfnisse und kann das nachvollziehen.
00:06:17: Das ist so... finde ich der Grundbaustein der Empathie.
00:06:21: Aber find ich spannend, weil ich glaube das kennt ja also nicht mal nur aus der Arbeit mit Kindern oder Schülern sondern wenn ich jetzt so an mich denke dass man vielleicht mal eine Situation hatte wo man mit jemandem Streit hat oder so und man sich schon in die Perspektive einfühlen kann aber ich finds dann spannend jetzt auch mal zu hören dass er dieses Einverstanden sein mit der Situation... Weil das wird glaub ich oft missverstanden weil Menschen sagen dann ja kannst du dich nicht in mich rein fühlen?
00:06:45: Man sagt ja doch!
00:06:47: Keine Ahnung, verletzt mich das ja vielleicht auch?
00:06:51: Oder ich bin halt einfach anders handeln.
00:06:54: Also wäre jetzt nicht einverstanden und das wird glaube ich so oft missverstanden.
00:06:57: Das wird glaub ich total häufig missverstanden und das hat auch in unserer Gesellschaft aktuell noch hohe Brisanz.
00:07:04: dieses Thema weil es im gemeinsamen Diskurs immer mehr in den Hintergrund gerät und da hat Friedemann Schulz von Thun Neulich noch in einem Interview ganz toll diese drei Ebenen aufgemacht.
00:07:17: Nämlich verstehen, Verständnis und Einverstanden.
00:07:23: Ich verstehe die Situation.
00:07:26: Du hast gerade dieses Kind in die Magengrube gehauen Und ich verstehe diese Situation.
00:07:33: Er hat dich vorher geärgert.
00:07:34: Erstmal nur, ich sehe was passiert ist.
00:07:37: Das ist verstehen der Situation und das kann jeder immer, der dazu bereitet sich auf diese Situation einzulassen.
00:07:46: So das nächste ist dann das Verständnis ein ... Okay, der hat dich die ganze Zeit geärgert und ich habe Verständnis dafür dass du darauf entsprechend reagiert hast.
00:07:58: Der hatte jetzt den ganzen Schultag übergepisagt und es gab so Kommentare und irgendwann hattest du ja die Schnauze voll und hast bis geplatzt und hast gesagt Jetzt kann nicht anders!
00:08:11: Und trotzdem bin ich nicht einverstanden weil ich körperliche Gewalten nicht in Ordnung
00:08:15: finde Und diese Ebene kann eine Schulbegleitung oder jede andere Person transparent für die Kinder machen.
00:08:22: Das einmal zu entzerren und aufzudröseln hilft da total, auch wenn das erstmal etwas theoretisch war wie wir das hier erklärt haben.
00:08:30: Wir haben aber noch eine ganz praktische Übung bezüglich der Empathie
00:08:34: Ist dass du deine eigenen Gefühle kennen musst um dich natürlich einfühlen zu können.
00:08:46: das eine Übung oder ein Experiment, was man hier an der Stelle machen und auch mitgeben kann.
00:08:51: Und da ist die... Ich würde sagen es ist die am häufigsten gestellte Frage, die wir so im Sozialen miteinander und stellen isst wie geht's dir?
00:09:03: Wie gehts dir?
00:09:05: Mir jetzt?
00:09:06: Boah eigentlich ganz gut!
00:09:08: Ich würd sagen vielleicht ganz lightly stressed
00:09:11: Okay
00:09:12: Aber nicht wegen ihr sondern einfach.
00:09:14: Dann hast du jetzt schon ganz, ganz viel getan gerade in diesem Moment.
00:09:19: Weil der erste Satz, den sagt es eigentlich gut so und das ist ja die häufigste Antwort.
00:09:25: Die Menschen sagen ja meistens mir geht's gut, mir gerade nicht so gut.
00:09:29: aber in dem Moment sagst du ja nicht wirklich wie es dir geht sondern du kategorisierst ja einfach nur in gut oder nicht gut.
00:09:39: Im zweiten Satz hast du dann quasi das aufgemacht, was ja auch wieder zum Gespräch einlädt.
00:09:44: Was aber auch zum empathischen Mitfühlen einläht.
00:09:49: Nämlich bin leicht gestresst irgendwie so auch und Das ist ja quasi die Ebene Die Dann wirklich sagt wie es mir wirklich geht.
00:10:00: So ich könnte zum Beispiel auch sagen heute nicht mehr geht's gut Sondern Ich Bin irgendwie ein bisschen träge weil ich ein anstrengendes Wochenende hatte.
00:10:10: Ich bin aber auch total hoffnungsvoll, weil ich eine spannende und aufregende Woche vor mir habe.
00:10:19: Ich bin sehr beseelt, weil am Wochenende schöne Dinge erlebt habe.
00:10:25: Und ich bin glücklich, dass ich heute Nachmittag noch zu meiner Schwester fahren darf, die eine neue Wohnung zieht.
00:10:32: Und vielleicht sogar ein bisschen stolz, weil mich gefragt wurde ... zu helfen, den Schrank aufzubauen.
00:10:39: Also meine Qualitäten und meine Fähigkeiten gesehen werden.
00:10:42: Und dann habe ich jetzt durch dieses wie es mir geht zum einen ein Gesprächsangebot aufgemacht also ganz viel quasi schon preisgegeben wo man anknüpfen kann aber zum anderen halt auch wirklich gesagt wie's mir geht.
00:10:58: das kann dann ja auch besonders in der Schulbegleitung wieder aber auch in jeder anderen sozialen Interaktion berücksichtigt wird.
00:11:06: Wenn mir jetzt jemand sagt, ich bin gerade ein bisschen träge und ausgelaugt.
00:11:11: Dann gehe ich ja anders vielleicht ein bisschen sensibler mit den Anforderungen an diese Person um als wenn die Person mir sagt, eigentlich ganz okay.
00:11:19: Und das ist so eine Übung, die man einfach mal mitnehmen kann für die nächste Woche.
00:11:26: Die gebe ich auch in der Schulung dann mit.
00:11:28: Die nächste Woche darauf zu achten auf die Frage wie geht es dir nicht gut?
00:11:35: oder toll, oder nicht so gut zu antworten.
00:11:38: Sondern in dem Moment zu überlegen wie geht es mir denn eigentlich wirklich?
00:11:43: Ich finde das spielt ja auch schon in die nächste Säule ein, die wir haben weil damit einhergeht ja auch dass man nicht nur diese Gefühlen irgendwie klar ist sondern dass man auch ehrlich antwortet.
00:11:56: also dieses Authentizität worüber wir jetzt als Nest dann sprechen könnten ist ja diese Konkurrenz Echtheit.
00:12:04: Jetzt habe ich mich so ein bisschen gefragt, was bedeutet das genau generell?
00:12:09: Aber vor allem im sozialen Bereich?
00:12:11: für Schulbegleitung war jetzt so Echtheit.
00:12:14: Wüsste ich nicht, ob ich es aus dem Steg greif als direkt etwas damit verbinden würde.
00:12:19: Ja!
00:12:20: Ich finde es, wie du sagst definitiv für den Bereich... Schubbegleitung, sozialer Bereich arbeite mit Menschen wichtig.
00:12:28: Ich finde es grundlegend aber auch wichtig und dafür muss ich mich erstmal damit beschäftigen was ist mir denn überhaupt wichtig?
00:12:35: Also was verkörpere ich, wer bin ich?
00:12:40: worauf lege ich meinen Fokus?
00:12:41: Ich bringe ganz gerne ein Beispiel damit das so ein bisschen griffiger wird vielleicht auch für den Alltag aus der Schubegleitung.
00:12:51: Es geht nicht darum nur die Kämpfe zu kämpfen, die man gewinnen kann.
00:12:56: Und Kampf ist an der Stelle wirklich ein großes Wort.
00:12:59: Aber ... Die Kämpfer-zu-Kämpfen, die ich kämpfen will heißt im Klartext in der Schule gibt es die Regel.
00:13:09: Es wird während dem Unterricht nicht gegessen.
00:13:12: Jetzt habe ich aber einen Kind zum Beispiel das ich begleite dass immer wieder heimlich aus seiner Brotdose nascht.
00:13:19: und jetzt muss ich für mich reflektieren ist mir diese Regel wichtig.
00:13:22: Ist mir persönlich das Wichtig, dass das Kind sich an dieser Regel... Wir sind nicht bei dem Thema.
00:13:27: wir sind eine geschlossene Einheit mit der Schule, wir legen Wert darauf, dass Regeln eingehalten werden und so.
00:13:32: Das steht auf einem ganz anderen
00:13:33: Blatt.
00:13:35: Ich muss erst mal für mich gucken, ist mir das wichtig?
00:13:39: Und wenn mir das nicht wichtig ist, muss ich diese Regel durchsetzen!
00:13:44: Und das heißt nicht, ich mache das Kind nicht darauf aufmerksam.
00:13:50: Dass deine Leckhaft sieht, ist deine Brotdose weg.
00:13:52: Dann kannst du dir die erste Pause abholen.
00:13:54: Trotzdem ist es nicht meine Regel und ich muss nicht für deren Einhaltung kämpfen und sagen ... Ich nehm dir jetzt die Brot-Dose weg!
00:14:03: Weil das nicht mein Wert ist, den ich da vertrete.
00:14:06: Mir ist es vielleicht ganz flachsgesagt total egal ob das Kind im Unterricht ist oder nicht.
00:14:13: Also ich verstehe jetzt voll was mit Echtheit gemeint ist oder diese Authentizität dass wir auch irgendwie immer noch Menschen sind.
00:14:19: Nur, was ich mich dann jetzt irgendwie frage.
00:14:21: Wie viel ist dann noch professionell oder in wiefern darf ich als pädagogischer Fachkraft mich davon auch leiten lassen?
00:14:32: Ja und das ist genau der Punkt wo es eine professionelle pädagogische Haltung wird und nicht eine persönliche Haltung
00:14:38: verstehe
00:14:39: dass sich natürlich differenzieren muss.
00:14:42: zu hier ist eine Grenze und das is einem Kind in einem gewissen Alter zumutbar.
00:14:49: Und das ist so ein bisschen, wo es ganz viele Fingerspitzengefühle erfordert, wo ich dann schauen muss, wo trenne ich aus professionell pädagogischer Sicht zwischen wirklich meiner Echtheit, meiner Konkurrenz wie ich bin und wie ich mich gerade fühle?
00:15:06: Und wo baue ich vielleicht einen Schutz hier irgendwo um das Kind?
00:15:10: einfach aufgrund dessen dass das Kind in einer ... Zum einen in eine Entwicklung und zum anderen aber auch ja sich selber immer in einer Situation befindet, wo es unterschiedlich sensibel für verschiedene Themen sein kann.
00:15:26: Und das Thema geht noch weiter!
00:15:28: Es geht nicht nur darum welche pädagogischen Handlungen ich im Bezug auf das Kind ausübe sondern die eigenen Handlungen müssen auch dazu passen.
00:15:36: Zum Beispiel wenn ich die Kinder darauf hinweisen würde den Müll in der Schule zu trennen ist aber selbst nicht mache oder mein Müll einfach liegen lasse Dann ist das natürlich ein schlechtes Vorbild und kann im Endeffekt auch dem Respekt schaden.
00:16:12: Wie zeige ich denn, welche Sachen mir besonders wichtig sind?
00:16:16: Also wie ... Ja, wie verleihe ich den auch Gewicht.
00:16:20: Und das ist ganz klar dann die Vorbildfunktion.
00:16:25: Was ja auch so damit reinspielt, ist unsere dritte Säule mit Wertschätzung.
00:16:29: Weil ich ja authentisch zeigen möchte, ich hab eine Wertschätzung und was ich mir als groben Titel geschrieben habe, So jeden Wertschätzung, jenenseits von gut gemacht.
00:16:45: Weil du zum einen, das hast ja auch ganz am Anfang gesagt, bedingungslose Wertschätzungen und dass es auch noch mal einen Unterschied zu Loben gibt.
00:16:54: Vielleicht dekglattern wir das mal so ein bisschen was?
00:16:56: Sehr gerne!
00:16:56: Genau weil ich glaube sehr viel was da drinsteckt.
00:17:00: Was ist denn erst einmal Bedingungslos-Wertschätzung?
00:17:03: Bedingungslose Wert?
00:17:04: Schätzung heißt Ich schätze dich wert und würde mich freuen, wenn ... ganz konkret nicht.
00:17:14: Wenn du dein Zimmer aufräumst, bist du ein liebes Kind.
00:17:17: Ja?
00:17:18: Sondern du bist ein Liebeskind!
00:17:20: Und räumen bitte deinen Zimmer
00:17:21: auf, ja?
00:17:22: Also
00:17:23: nicht die ich mag dich... Du bist toll, ich sehe dich, ich nehme mir Zeit für dich.
00:17:29: Ich respektiere deine Meinung, wenn du dein Zimmer aufräumen sondern ich tue das immer Auch wenn du gerade vielleicht rebellierst weil du dein Zimmer aufräumen sollst.
00:17:43: Und das ist einfach nur, ich finde die Richtung in die wir denken... Es ist nicht ein Wenn-Dann sondern es ist ein Ich schätze dich, ich schätze deinen Wert und habe trotzdem natürlich Wünsche ansprüche Anforderungen an dich.
00:18:03: Die dürfen da sein und die sollen auch da sein, die fördern ja auch Entwicklung aber als Grundlage dafür für eine gute und das sollte es ja immer sein, eine Zusammenarbeit.
00:18:15: Nicht eine Arbeit von mir am Kind zu dessen Entwicklung sondern wir arbeiten gemeinsam.
00:18:22: Das Kind und ich egal ob als Erziehungsperson oder in der Schulbegleitung ist es hier immer ein.
00:18:28: Wir arbeiten
00:18:29: gemeinsam.".
00:18:31: Jetzt könnte ich mir vorstellen dass einige nicken bei Jonas Aussagen gerade.
00:18:35: natürlich sollte man einen kind immer bedingungslos lieben Aber es wird so hundert Prozent Situationen geben, in denen ihr einfach dem Kopf auf den Tisch legt und denkt was soll ich noch machen?
00:18:46: Da ist es wichtig diese Kämpfe von der bedingungslosen Wertschätzung zu trennen.
00:18:50: Es als zwei einzelne Komponenten zu sehen.
00:18:53: aber es können auch Verstärkerpläne helfen.
00:18:57: Das ist ein System häufig grafisch aufgearbeitet mit dem wir zum Beispiel Regel-Einhaltung in der Schule unterstützen möchten wo's dann darum geht dass das Kind am Ende eine Verstärke erfährt.
00:19:10: Und ich sage ganz bewusst Verstärkung und nicht Belohnung, weil eine Belohnungen wäre an der Stelle wenn du dich alle fünf Tage in der Schule gut benimmst dann machen wir am Wochenende was Schönes.
00:19:24: Eine Verstärke wäre Wenn Du zwei Minuten Konzentriert gearbeitet hast Dann Machen Wir Fünf Minuten Pause So und dann arbeiten wir wieder Zwei Minuten und dann Machen wir wieder fünf Minuten Pause.
00:19:39: und wenn wir das dreimal geschafft haben Dann haben wir uns eine Viertelstunde Pause verdient, also die Sachen mit dem zu verstärken was wir uns wünschen und wo wir hin wollen.
00:19:49: Und das Themenbezogen ganz ganz konkret natürlich irgendwo ein Ausgleich schaffen.
00:19:56: aber der Ausgleicht sollte in der Schule liegen er sollte Themen bezogen sein und nicht wenn das hier gut klappt kriegste Fußballbildchen.
00:20:07: Ich finde das Wort und ich benutze es jetzt schon wieder, kämpfe sehr hart dafür.
00:20:11: Aber am Ende des Tages ist es ja genau das ein sich aneinander reiben irgendwo auch aber das Ganze auf einer wertgeschätzten Ebene ein.
00:20:24: du bist ein tolles Kind und ich mag dich und ich unterstütze dich.
00:20:29: Und jetzt lass uns gucken wie wir gemeinsam arbeiten
00:20:32: können.
00:20:33: Hattest du das gerade schon so ein bisschen aufgemacht, dass es ein tolles Kind ist und so?
00:20:40: Das wäre jetzt vielleicht ein Lob.
00:20:42: Wie wir es in unserem Alltag verstehen würden.
00:20:46: Jetzt macht Ilda aber nochmal
00:20:48: einen
00:20:49: Unterschied im Sinne von differenziertes Loben.
00:20:54: Da habe ich mich jetzt ein bisschen gefragt was genau ein Lob erst mal nicht schlecht ist
00:21:00: oder?
00:21:00: Lob ist an sich erstmal nichts negativ.
00:21:04: Die Frage ist halt, ist dieses Lob zielführend und nachhaltig.
00:21:10: Also auch da wieder nicht weil es das Thema Wertschätzung ist.
00:21:15: aber welchen Wert hat das Lob?
00:21:18: Ja wenn ich zum Beispiel die Situation habe und die passiert in der Schule ja sehr häufig, das Kind malt ein Bild so und jetzt zeigt das Kind mir dieses Bild und ich sage dass das so aber toll gemacht dann ist das Lob an dieser Stelle.
00:21:34: Aber wie nachhaltig ist dieses Lob?
00:21:36: Das Bild wird ein Bild von vielen sein, das irgendwo im Schulranzen verschwindet.
00:21:42: Und das ist definitiv kein nachhaltiges Lob.
00:21:44: Das Kind wird sich schon eine Viertelstunde später nicht mehr daran erinnern, dass du gesagt hast, das hast du aber toll gemalt.
00:21:51: Also es bleibt ja nicht!
00:21:54: Vielleicht bleibt ein Sandkorn von diesem Lob und am Ende habe ich mit ... ... mit... ... tausendfünfhundertmal Lob diese ganze Sandur gefüllt.
00:22:03: Aber es bleibt ein kleines Sandkorn.
00:22:07: Und ich kann aber einen viel größeren Effekt haben, zum einen im Sinne des Selbstwert und selbstbewusstsein stärken bei dem Kind, aber auch wieder in einem ... Wir gehen gemeinsam in die Arbeit durch ein differenziertes Lob.
00:22:24: Das fängt ganz einfach damit an, ich nehme mit Zeit zu loben!
00:22:29: Nicht ein, das hast du aber toll gemacht.
00:22:31: Das ist ein Satz von vierenhalb Sekunden und dann ist es weg.
00:22:34: Sondern ich setze mich erst mal neben das Kind und wir gucken uns dieses Bild mal gemeinsam an.
00:22:39: Ah okay!
00:22:40: Und dann stelle ich Fragen.
00:22:43: Was hast Du denn da oben gemalt?
00:22:44: Ist das die Sonne?
00:22:46: Jaa... Dann fängt das Kinder an zu erzählen.
00:22:48: Jaaa..das ist die Sonner und die leuchtet weil das Bild ist entstanden als ich im Urlaub war und da hat die Sonnen immer geschienen und du kriegst den Zugang zu dem Kind und du kannst mit diesem Kind reden Und das, was jetzt hängen bleibt bei dem Kind ist.
00:23:01: Da nimmt sich jemand Zeit, der hat Interesse daran, was ich tue und in diesem Gespräch muss kein einziges Mal das Wortes hast du aber toll gemacht, das hast du gut gemacht, dass es aber schön geworden fallen.
00:23:13: Das ist ja auch etwas ... Was glaube ich die Grundlage?
00:23:18: Ja, ich würde schon fast sagen, in der Schulbegleitung irgendwo bildet es sich, Zeit zu nehmen für das Kind.
00:23:24: das Tolle, was Schulbegleitung uns ermöglicht.
00:23:29: Was diese Kinder brauchen und denen ohne eine Schulbekleidung häufig nicht möglich ist.
00:23:34: Diese Pluszeit, die Zeit an Unterstützung, die sie einfach kriegen.
00:23:38: Und wenn wir die in Wertschätzung und dann auch in der Form irgendwo im Nob umsetzen können ... Dann sind das Mechanismen mit denen wir nachhaltig etwas bewegen
00:23:51: können.
00:23:52: Ich vermute dass ich da jeder mal an die Nase packen muss?
00:23:55: Ich glaub, dieses schnelle Lob hast du gut gemacht.
00:23:58: Das kommt ein mal schneller über die Lippen!
00:24:01: Aber sich mal wirklich intensiv Zeit zu nehmen macht schon Sinn.
00:24:04: Und das sind ja auch Momente wo wir als Erwachsene Wertschätzung erfahren.
00:24:10: also wann fühlst Du Dich wertgeschätzt?
00:24:13: Fällt Dir da irgendwie im Moment ein wo Du sagst Boah das sind so Kleinigkeiten wo ich mich wert geschätzt fühle?
00:24:21: Boah also keine Ahnung.
00:24:22: vielleicht wenn jemand mal für einen So, keine Ahnung.
00:24:25: Kann erst mal nahe sein?
00:24:27: Mein Partner bringt mir Schokolade mit und sagt, ich hab das heute gesehen ... Ich weiß, das ist deine Lieblingsschokolade.
00:24:33: Das wär so ein kleines Ding.
00:24:34: Weil
00:24:34: ich habe dir zugehört.
00:24:36: Ich
00:24:36: hab die Wahl genommen!
00:24:38: Und das ist wieder ... Ich habe mir Zeit genommen, dir zuzuhören.
00:24:43: Hab das abgespeichert, weil du bist mir wichtig.
00:24:46: Darüber schätze ich deinen Wert.
00:24:49: Am Wochenende hat mir jemand erzählt, er hat einen Buch gelesen dass ich ihm vorgeschlagen
00:24:55: habe.
00:24:55: Ah, das ist so schön!
00:24:56: Das war ein tolles Kompliment.
00:24:57: Ja und das ist Wertschätzung.
00:25:00: Voll.
00:25:01: Diese Person schätzt meine Expertise wert und hat sich dieses Buch wirklich zugelegt und angefangen zu lesen.
00:25:10: Ganz egal ob er das jetzt am Ende des Tages gut oder nicht gut findet aber erzählt auf meine Meinung da irgendwo und erfindet das interessant und wertvoll und dadurch fühle ich mich total wertgeschätzt.
00:25:22: Auch das ist eine Übung, die man glaube ich mit nach Hause nehmen darf.
00:25:25: Sich jeden Tag, jeden Abend einfach mal ... egal ob beim Zähne putzen oder vom Schlafengehen.
00:25:33: Ich find's zähneputzen immer super weil das dreieinhalb Minuten sind in denen man eigentlich Zeit hat über solche Sachen super nachzudenken und man braucht sich quasi keinen Timer stellen nicht dran denken sondern wenn man es wirklich verknüpfen kann.
00:25:48: Immer wenn ich zäh ne Putze frage mich wann habe ich mich heute wertgeschätzt gefühlt?
00:25:53: Und ich glaube, es gibt viel mehr Momente am Tag in denen wir wertgeschätzt werden.
00:25:58: Die aber häufig untergehen.
00:26:01: in all diesem Alltagslermengen den wir haben.
00:26:03: In all dem Stress, in allen Anforderungen vielleicht auch in Kritik die auf uns zukommt oder wo wir schwierige Situation bewältigen müssen, gibt es trotzdem immer ganz ganz viele Wertschätzung, auch die wir erfahren auf vielen verschiedenen Ebenen.
00:26:21: Und uns das mal bewusst zu machen, dazu lade ich ganz herzlich ein.
00:26:25: Die nächste Woche beim Zähneputzen nutzt die dreieinhalb Minuten und fragt euch wann wurde ich heute wertgeschätzt?
00:26:35: Ich würde gern noch einen Punkt aufmachen zum Thema Wertschätzung.
00:26:38: der Wert den wir haben nämlich.
00:26:43: Der kann ja ganz unterschiedlich sein.
00:26:46: also ich bin Pädagoge möchte ich behaupten, wertvoll in pädagogischen Einrichtungen.
00:26:54: Wenn man mich jetzt ein Handwerksunternehmen Elektroinstallation stecken würde, wäre mein Wert nicht so groß weil ich da nicht so viel zu beitragen kann dass dieses Unternehmen gut funktioniert.
00:27:08: ja weil ich was anderes gelernt habe und dein Wert ist davon abhängig ob er gesehen wird und an welchem Ort du bist.
00:27:17: Ja?
00:27:18: Und ich habe auch das wieder auf die Schulbegleitung übertragen.
00:27:23: Und ich möchte sagen, wir haben ganz viele Kinder mit ganz tollen Fähigkeiten und Stärken, die manchmal im Kontext Schule aber einfach nicht gesehen werden können.
00:27:37: Da möchte ich sogar keine böse Unterstellung sein, sondern einfach ein Kind, das Schwierigkeiten hat beim Lesen und Schreiben und beim Konzentrieren kann.
00:27:48: aber in zwanzig Jahren Wir haben gerade Olympische Winterspüle, beste Bobfahrerinnen der Welt werden.
00:27:56: Safe!
00:27:56: Ja?
00:27:57: Und das ist... Dein Wert ist davon abhängig wo du grade bist und ob du deine Fähigkeiten entsprechend einbringen kannst so wie ich als Pädagoge natürlich in einer pädagogischen Einrichtung mein Wert anders einbringen kann als wenn man mich an irgendwelchen Elektroanlagen rumfummeln lässt.
00:28:15: Ja
00:28:15: wäre nicht so.
00:28:17: Da habe ich keinen hohen Wert einfach in dem Bereich.
00:28:20: So haben wir halt auch die Kinder, die wir in der Schulbegleitung begleiten alle einen hohen wert ein ultrahohen wert wie jedes Kind auf dieser Welt.
00:28:30: Die Frage ist immer können wir den Wert entsprechend sehen und abrufen?
00:28:36: Und dann auch entsprechend stärken und fördern?
00:28:41: Das war Klassenklima!
00:28:42: Der Talk über Schulbekleidung von SAP Rohr.
00:28:45: Ich würde mich freuen, wenn ihr auch in die nächste Folge mal rein hören würdet.
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