Episode 17 - Ablösung von Schulbegleitung und Therapie schaffen
Shownotes
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Transkript anzeigen
00:00:08: Der Schulbegleiter ist ja nun mal ein Teil der Schule und für unsere Arbeit eine sehr wichtige Person, würde ich mal sagen.
00:00:18: Weil einen Schulbeleiter ist immer noch etwas näher am Kind dran als ein Lehrer.
00:00:26: Beide müssen das!
00:00:27: Also Hohlautisten als auch Neurotypische müssen sich irgendwo begegnen und gucken.
00:00:33: wie kommen sie miteinander klar?
00:00:35: Wenn man das Gefühl hat, dass es jetzt so einigermaßen angekommen Dann kann man so eine Therapie auch beenden.
00:01:06: Viele Kinder, die eine Schulbegleiterung bei der SRB haben sind auch in ihrer Praxis zu Therapie.
00:01:12: Über die genaue Zusammenarbeit reden wir heute.
00:01:14: Erst mal geben wir aber einen kleinen Einblick in ihre Arbeit.
00:01:18: In Ihrer Praxis hat sie nämlich verschiedene Schwerpunkte.
00:01:22: Das ist so dass man viele heilpädagogische Elemente durchaus in der Autismustherapie anwenden kann allerdings aufgrund der Kommunikationsschwierigkeiten die Autisten eben Auch haben Wahrnehmungsschwierigkeiten, die anders geartet sind oft als bei anderen Kindern.
00:01:42: Braucht man schon eine Zusatzausbildung, die ich dann ja gemacht habe im Rahmen dieser Teach-Ausbildung und das sind eigentlich so die großen Unterschiede.
00:01:53: aber die halt pädagogischen Methoden können im Grunde genommen auch da angewandt werden.
00:02:00: Okay, kannst du vielleicht mal... also ich komme jetzt zum Beispiel gar nicht aus diesem Gebiet.
00:02:04: Mal ein Beispiel nennen was da vielleicht dann seit meiner heipedagogischen Theorie oder Therapieform ist.
00:02:12: um was dann durch dieses Tisch der Weitergang zu Autismus?
00:02:17: Also gut Unterschied heipädagogik, Autismustherapie ist auf jeden Fall dass mit autistischen Menschen sehr viel über Visualisierung und Struktur läuft.
00:02:30: Und das beinhaltet ja auch das Teach-Programm, das ist eigentlich was eine lebenslängliche Geschichte sein könnte für diese Menschen.
00:02:42: Und Methoden aus der Heilpädagogik können durchaus einbezogen werden in die Autismustherapie.
00:02:51: Und die Kinder, die jetzt bei dir in einer Hyperpädagogischen Therapie sind.
00:02:57: Was bringen sie denn so mit?
00:02:59: Was sind dann vielleicht so typische ... Typisch ist natürlich ein sehr breiter Begriff.
00:03:03: aber was sind denn so Problematiken, die in deiner Arbeit behandelt werden?
00:03:08: Ja das hat sich in den letzten Jahren auch verändert.
00:03:12: Das sind hauptsächlich ADHS oder ADS-Ginder Und bei den autistischen Kindern ist es ja auch so, dass es da viele Komorbiditäten gibt.
00:03:22: Und ADRS ist auch häufig einfach vorhanden bei autistischem Kindern.
00:03:27: Deshalb gibt's einfach ganz viele Überschneidungen.
00:03:30: Ich glaub', man sagt manchmal Audi-HS wegen Autismus und RS.
00:03:34: Genau ich auch schon gehört.
00:03:36: Ja spannend!
00:03:37: Ahja okay das stell' ich mir dann aber schon auch... Also früher gab´s dann Einfach andere Erkrankungsbildern oder war das einfach nur nicht in der Intensität?
00:03:45: Oder was kann man da sagen.
00:03:49: Ja, dass ich zum Beispiel angefangen habe.
00:03:56: Da gab es auch in der Heilpädagogik noch viele andere Problematiken, was auch zum Teil damit zusammenhängt, dass auch kaum Psychotherapeutin in Bochum waren.
00:04:09: Aber da hat sich halt eben was verändert.
00:04:12: Ich habe damals angefangen mit der Frühförderung, das ist übrigens auch noch ein Standbein bei uns nach wie vor.
00:04:19: Ich hab angefangen von der Frühörderung und der Heilpädagogik.
00:04:23: Und im Laufe der Jahre hat sich das dann so rauskrass kristallisiert, dass doch immer wieder Kinder die heilpädagogisch erst mal diagnostiziert worden waren, dass sie in die Praxis kamen Ja, das ging aber eher so in Richtung Autismus.
00:04:43: Dann waren auch nicht genug ... Da gab's eigentlich nur einen Autismuszentrum im Bochum zu dem Zeitpunkt vor über zwanzig Jahren.
00:04:54: und dann wurde klar, dass die heilpädagogischen Praxen da mehr in die Autismustherapie einsteigen mussten.
00:05:02: Und das hab ich damals gemacht.
00:05:08: Ausbildung und mit den ersten Kindern gemerkt, dass das doch ein sehr interessanter Bereich ist.
00:05:15: Und jetzt ist es ja so, dass viele der Kinder die bei dir in der Praxis sind oder halt in der Therapie haben dann häufig auch mal eine Schulbegleitung unter anderem von hier von der SAP.
00:05:28: Jetzt habe ich mich gefragt In wiefern sieht denn diese Wenn man's betätigen kann Zusammenarbeit Denn überhaupt aus?
00:05:37: Also mein grundsätzlicher Ansatz ist ja immer die Heilpädagogik.
00:05:41: Und die Heilpedagogik heißt schon, das kommt nicht von Heilen der Name sondern eher von Verganzheitlichung und da spielt auch das gesamte Umfeld eine Rolle.
00:05:53: also da ist natürlich auch sehr wichtig die Elterberatung, die Begleitung in der Schule bis hin zur Freizeitgestaltung.
00:06:02: und der Schulbegleiter Teil der Schule und für unsere Arbeit eine sehr wichtige Person, würde ich mal sagen.
00:06:13: Weil ein Schulbegleiter ist immer noch etwas näher am Kind dran als ein Lehrer.
00:06:20: Ein Lehrer hat immer die gesamte Klasse im Blick aber einen Schulbeleiter ist ja doch sehr auf dieses einzelne Kind bezogen und bekommt die Problematiken, Immer so für den Lehrer deutlich werden, bekommt er ganz anders mit.
00:06:40: Dieser ganzheitliche Ansatz baut also darauf möglichst viele Faktoren im Leben des Kindes zu berücksichtigen.
00:06:46: Jutta unterhält sich für die Therapie mit Eltern, Lehrern und eben auch die Schulbegleitung.
00:06:52: Um das möglichzumachen braucht es eine Schweigepflichtentbindung der Eltern.
00:06:56: Wenn das alles vorhanden ist kann es bestimmte Räume zum Austausch geben
00:07:01: Und das sieht dann so aus, dass ich den Schulbegleiter entweder bei einer Schulaspitation in der Schule kennenlerne oder dass sich einen telefonischen Kontakt zum Schulbeleiter aufnehme und diesen Kontakt eigentlich auch halte.
00:07:18: Weil es ist ja so, dass Ich in der Praxis eher theoretisch mit einem Kind arbeite und diese kommunikativen und sozialen Fähigkeiten, die müssen dann ja in der Schule ausprobiert werden.
00:07:35: Und auch in anderen Bereichen aber erstmal hauptsächlich in der Schule.
00:07:41: Da ist der Austausch halt mit dem Schulbegleiter schon sehr wichtig.
00:07:45: da kann ich gucken wo sind die Schwierigkeiten da.
00:07:49: was kann nicht theoretisch in der Praxis üben?
00:07:54: oder was kann der Schulbegleiter eben von dem, was ich gemacht habe auch mitnehmen für seine Arbeit bei dem Kind?
00:08:01: Das finde ich spannend.
00:08:02: Weil ich dachte irgendwie erst dass das vielleicht mehr so ein... Keine Ahnung!
00:08:07: Der Schulbeleiter erzählt und du sammelst Informationen aber ich wusste nicht.
00:08:11: also es geht dann auch in die Richtung, dass du vielleicht sagst Ich hab heute diese Woche mit dem Kind XY besprochen gesagt, dass vielleicht das und das irgendwie ein Umgang wäre für bestimmte Situationen.
00:08:22: Kannst du mal gucken ob das vielleicht auch so umgesetzt wird?
00:08:25: oder man rückblickend fragt hast du gemerkt, dass sich da was gebessert hat?
00:08:28: zu in die Richtung?
00:08:29: Ja auch in dieser Richtung ja.
00:08:31: also ich sammle natürlich Informationen vom Schulbegleiter aber es ist natürlich für die Entwicklung der Skene schon wichtig, dass diese Austausch bleibt.
00:08:40: wenn Jetzt eine Umsetzung dessen, was ich damit im Kind gearbeitet habe.
00:08:47: So in der Schule nicht möglich ist, da muss man halt wieder anders
00:08:49: gucken.".
00:08:51: In einem Umfeld eines Kindes gibt es ja unglaublich viele Bezugspersonen!
00:08:55: Die Heilpädagogik oder in unserem Fall Jutta möchte also möglichst ganzheitlich auf das Kind schauen – was sehr viel Arbeit bedeutet.
00:09:03: Der Gespräch mit allen Menschen zu führen nimmt nun mal Zeit in Anspruch….
00:09:07: jetzt habe ich mich gefragt, warum macht sie das?
00:09:10: Warum ist die Perspektive von einer Schulbegleitung so wichtig und warum reicht nicht die der Lehrer oder der Eltern?
00:09:19: In einem Umfeld eines Kindes gibt es ja unglaublich viele Bezugspersonen.
00:09:23: Die Heilpädagogik, in unserem Fall Jutta möchte also möglichst ganzheitlich auf das Kind schauen – was sehr viel Arbeit bedeutet!
00:09:31: Die Gespräche mit allen Menschen zu führen nimmt nun mal Zeit in Anspruch.
00:09:34: Jetzt habe ich mich gefragt, warum macht sie
00:09:37: das?!
00:09:37: Warum isst die Perspective Und warum reicht nicht die der Lehrer oder der Eltern?
00:09:44: Naja, also bei den Eltern geht es ja eher um dieses ganze häusliche Umfeld.
00:09:48: Was passiert in der Familie?
00:09:51: Wie läuft das da im Kontakt und in der Interaktion?
00:09:55: In der Selbstständigkeit spielen viele andere Dinge eine Rolle.
00:10:02: Bei der Schulbegleitung ist es ja speziell ... Ich würde mal sagen, diese ganz enge Begleitung auch.
00:10:11: Immer dieses beobachtendes Kindes in diesen kleinen Momenten.
00:10:18: Das ist schon eine andere Perspektive als bei den Eltern.
00:10:22: Außerdem sind die Eltern ja nicht in der Schule.
00:10:24: Ein Kirchenbauer hält sich häufig in der Schule noch einmal anders als zu Hause und die Problematiken sind oft auch anderer.
00:10:33: Also man kann allgemein ... sagen, dass autistische Menschen die sich in der Schule hoch anpassen.
00:10:43: Es gibt sehr viele und das auch durchhalten zum großen Teil, dass sie zu Hause anders reagieren weil dann diese Anspannung abfällt ja?
00:10:56: Und da der ganze Stress sozusagen raus kommt.
00:11:01: also Beine Felder sind schon etwas sehr unterschiedlich.
00:11:06: Also, ich glaube, maskieren sagt man auch von innen zu?
00:11:10: Genau.
00:11:11: Wissen die Kinder eigentlich das die Schulbegleitung mit dir auch redet?
00:11:15: Ja, das wissen wir.
00:11:17: Das wird ja auch offen gemacht den Kindern gegenüber.
00:11:20: Ich finde es wichtig ist einfach dass die Kinder und Jugendlichen wissen, dass alle eng zusammenarbeiten.
00:11:30: wenn ich in die Schule gehe und Hospitationen mache.
00:11:34: Auch da habe ich ja den Kontakt zum Schulbegleiter, also ist für das Kind wird das immer alles ganz offen.
00:11:40: Manchmal gehe ich auch in die Familien nicht bei allen Kindern, aber häufig schon wenn besondere Schwierigkeiten in der Familie auftreten.
00:11:49: es ist alles offen gemacht und je nach Alter des Kindes werden hier auch die Elterngespräche als Familiengespräch geführt
00:12:00: Okay.
00:12:01: Und das ist dann für die Kinder, also ich stelle mir das jetzt vor... keine Ahnung!
00:12:05: Die Kinder sind vielleicht so elf?
00:12:07: Also hier von all wahrscheinlich alle Alterschufe mal sage ich mal.
00:12:10: Ich stelle mich jetzt mal
00:12:11: an den Elf.
00:12:11: Von sechs bis ein zwanzig.
00:12:12: Von six bis ein zweit.
00:12:13: Wow okay, das ist wirklich eine weite Spanne.
00:12:15: Ja eben erstmal in der Mitte sag ich mal, ich bin nämlich so elf zwölf und präpropatär Und dann möchte man das ja vorsichtig, vielleicht im Kind offenbar so keine Ahnung.
00:12:25: Ich hab letztens mit deiner Schulbeschulbegleitung mal gequatscht und die hat mir irgendwie ... ich wär jetzt kein Therapeuter, ne?
00:12:30: Das merkt man jetzt wahrscheinlich auch in dem, wie ich spreche.
00:12:32: aber dann vielleicht ist es, dass man irgendwie sagt Ja, das und das tritt immer wieder auf.
00:12:37: Wie ist denn dann dieser Kommunikationsprozess darüber?
00:12:40: Also offenbart man einfach und sagt, ich habe gesprochen da gab's das Problem oder wie läuft das ab in der Therapie?
00:12:46: Ja, das läuft dann so ab.
00:12:48: Lass uns doch noch mal überlegen da ist ja letztens das und dass passiert.
00:12:52: also Wie könnte das denn zustande gekommen sein?
00:12:58: Was gibt's da für unterschiedliche Sichtweisen drauf?
00:13:02: Also da wird er auch mit Material gearbeitet.
00:13:05: Da gibt es auch Aufstellungen.
00:13:08: Das man überlegt was hat sich der eine dabei gedacht, was hat die andere dabei gedacht?
00:13:15: Also man versucht, diese Empathie und das besser nachzuwählen.
00:13:19: Manchmal hat man dann für Güchen stehen und dann Person A schon da um B und so war
00:13:25: es.
00:13:26: Und ist ja für die Kinder einfach auch wichtig zu lernen, diese Perspektivübernahme des anderen.
00:13:34: Mir fällt jetzt gerade ein Mädchen ein, die ging immer morgens zur Schule und ging direkt in den Klassenraum rein.
00:13:41: Und dann standen da noch andere draußen, sie ging zu ihrem Platz.
00:13:48: Irgendwann stellte sich raus die Kinder, wochten Sie nicht so gerne?
00:13:52: Was auch damit zusammenhängt, dass die anderen natürlich dachten, ihr grüßt ja nicht mal!
00:13:59: Die hat null Interesse an uns.
00:14:01: Aha... Ja, wieso denn?
00:14:03: Ich geh doch jetzt in die Schule um zu lernen.
00:14:06: Warum soll ich den jetzt auch noch grüßen?
00:14:08: also...
00:14:10: Ah ja okay!
00:14:11: Das ist
00:14:12: ja gar kein Ort der damit konnotiert wird für sie.
00:14:16: Okay, gespannt, okay.
00:14:19: Hi!
00:14:19: Also ich mein, wir haben da jetzt Verständnis für und ich will anders nachvollziehen.
00:14:24: aber klar es an das natürliche.. Es
00:14:25: ist nicht immer einfach so was danach zu vollziehen.
00:14:29: An der Stelle bekommen wir einen guten Eindruck, welche Probleme in der Therapie besprochen werden und wie tiefgreifend diese unterschiedlichen Perspektiven sind.
00:14:37: Trotz dieser Hürden soll am Ende erreicht werden, dass die Kinder möglichst selbstständig leben – das heißt, dass das System von Schulbegleitung, Therapie und andere Unterstützung zu einer Ablösung führen sollen.
00:14:54: Ziel, ich denke mal genauso in der Schulbegleitung als auch jetzt in der Therapie sich da wieder rauszuziehen.
00:15:05: Es geht ja um bestimmte Teilhabeziele die Kinder erreichen, Kinder und Jugendlichen erreichen sollten.
00:15:12: also weder ADAS noch Autismus verschwindet.
00:15:18: ein Leben lang, vielleicht etwas abgeschwächter irgendwann.
00:15:21: Aber es ist ja auf jeden Fall da und da ist das schon wichtig wenn bestimmte Ziele erreicht sind.
00:15:30: was ich jetzt sagen würde für die autistischen Menschen dass sie gut in der Schule klarkommen, dass die im Lernbereich klar kommen, dass sie im sozialen Kontakt nicht zu viele Schwierigkeiten haben und die Eltern auch sagen, also wir haben jetzt genug Handwerkszeug um mit unserem Kind umzugehen.
00:15:57: Wir haben jetzt gelernt wie geht man mit einem autistischen Kind um?
00:16:01: Dann denke ich ist auch der Punkt gekommen dass man sich da raussehen sollte.
00:16:06: So eine Autismustherapie kann unter Umständen auch ein paar Jahre dauern aber es sollte ja jetzt auch nicht kindheits- oder jugendbegleitend.
00:16:17: Ah, okay.
00:16:18: Ja.
00:16:19: Ah!
00:16:21: Also es gibt schon Menschen glaube ich, die wirklich ... wir leben lang irgendwie aber...
00:16:27: Na ja der Bedarf ist ja also sagen mal so Die Problematik ist da.
00:16:34: Aber es geht auch darum über die Psycho-Education Den autistischen Menschen selber klar zu machen Da und da sind deine Stärken, da und da seid eine Schwäche.
00:16:47: du ticke so neurotypische Menschen, ticken etwas anders.
00:16:51: Die müssen ja einfach lernen in dieser Welt von neurotypsischen Menschen zurechtzukommen.
00:16:57: Ich sage halt es ist eine Annäherung.
00:16:59: Beide müssen das also wohl Autisten als auch Neurotypische müssen sich irgendwo begegnen und gucken wie kommen sie miteinander klar?
00:17:08: Und wenn man das so verdeutlicht hat, wenn man dann das Gefühl hat dass jetzt zu einem was angekommen Dann kann man so eine Therapie auch beenden.
00:17:19: Häufig kommt es auch vor, dass Kinder meine Fingern noch so zwei Jahre in der Grundschule begleitet werden und dann läuft das auch ne ganze Zeit lang.
00:17:33: Und dann kommt die weiterführende Schule.
00:17:36: Da kommen ja nochmal wieder ganz andere Anforderungen auf die Kinder zu.
00:17:44: An diesen Stellen macht es häufig Sinn, auch noch mal wieder einzusteigen.
00:17:49: Das kann man ja auch machen.
00:17:51: Ja stimmt das schließt sich ja nicht aus, dass gerade so sage ich mal Pubertät wo ne mal so Sachen auftreten.
00:17:57: Genau also in der Pubertäte.
00:17:59: aber auch von schulischer Seite sieht das ja ganz anders aus.
00:18:02: die weiterführenden Schulen sind viel größer viel mehr Lehrer, vielmehr Klassenwechsel und so weiter.
00:18:10: Also da ist das ... Da gibt's noch mal große Veränderungen immer wieder.
00:18:15: Und da haben wir das sehr häufig, dass dann nochmal Kinder wieder und Jugendliche zurückkommen.
00:18:21: Ah ja, spannend!
00:18:23: Aber woran kann man dann?
00:18:24: Ist natürlich wahrscheinlich auch wieder schwierig zu pauschalisieren.
00:18:27: aber was sind denn dann so Zeichen, woran man erkennt okay ein Kind ist langsam bereit für eine Ablösung oder für so eine, dass es selbstständig laufen kann jetzt mal ganz Plattitut gesagt sei.
00:18:41: Ja diese Zeichen sind wenn die Lehrer in der Schule sagen jetzt läuft's eigentlich ganz gut hier ja wenn die Eltern sagen wir haben jetzt genug Input um mit diesem Kind umgehen zu können und auch bei dem kind merkt man ja man hat vieles mit dem gearbeitet.
00:19:03: Ja, dann müssen auch für die Kinder mal wieder andere Anforderungen kommen.
00:19:08: Dass Kinder mit Autismus zum Beispiel in Sportvereine oder zu Treffen gehen, die für Kinder bzw.
00:19:13: Jugendliche mit Autismus sind – so kann es neue Orte geben, die nicht ganz so isoliert sind wie Therapie.
00:19:19: Aber damit einhergeht dass es neue Strukturen sind!
00:19:22: Die Kinder und Jugendliche haben vielleicht monatlich oder wöchentlich Therapie und dann kommt der Punkt das diese Instanz beendet wird.
00:19:30: Also es gibt die, die sagen eigentlich brauche ich das auch nicht mehr.
00:19:36: Man muss das sowieso bei autistisch Menschen machtes sehen dass lange vorher anzukündigen und dann muss man halt gucken was braucht jeder einzelne um gehen zu können?
00:19:47: ja Wir machen dann häufig noch mal so eine Rückschau, guck mal da und du bist zugekommen.
00:19:52: Du warst jetzt so lange hier und am Anfang hat es so und so ausgesehen und das und das hat sich alles entwickelt.
00:20:00: also man muss ja immer gucken wie ist auch der selbstwertes einzelnen Menschen?
00:20:06: wo steht er gerade?
00:20:07: Und was kann er für sich selber sehen?
00:20:10: Ja ich habe wirklich schon etwas Tolles geschafft und dann ist es jetzt auch gut Und da braucht jeder was anderes für die Ablösung am Ende.
00:20:20: Also mancher braucht vielleicht noch eine Urkunde, das heißt wir haben so Urkunden, die wir dann verteilen können.
00:20:29: also Mancher brauchen Kraft hier oder man macht nochmal ein gemeinsames Gespräch mit der gesamten Familie und die Familie benennt nochmal Was ist alles gut geworden inzwischen?
00:20:48: Und dann wird das auf kleine Blätter geschrieben.
00:20:51: Die werden dann hinterher alle zusammen gesammelt und im Kind oder Jugendlichen mitgegeben, also das ist ja unterschiedlich.
00:20:59: Wie spannend!
00:21:00: Irgendwie wird da auf jeden Fall ein schöner Abschluss rausgemacht.
00:21:03: Ja und dann gibt es auch noch was ganz Gutes im Bochum.
00:21:07: Also einen Mitarbeiter hat das mal Boosterstunden genannt Im Anlehnung an die Corona-Zeit Stimmt.
00:21:16: Ja, also es gibt noch die Möglichkeit nochmal für ein Jahr lang so acht Stunden zu beantragen in denen dann wenn Schwierigkeiten auftreten können dass die Praxen da nochmal angestiegen werden.
00:21:30: Dass man nochmal so individuell gucken kann jetzt war mal eine Krise in irgendeiner Form.
00:21:34: Das macht ja auch Sinn
00:21:35: und der Ablösungsprozess passiert ja nicht nur mit dem eigentlichen Klientel, sondern auch mit den Eltern.
00:21:42: Ja?
00:21:43: Stimmt!
00:21:43: Einstahl ist es schwierig für die Eltern abzulösen und da sind diese Stunden immer besonders hilfreichem an den Eltern anbieten kann.
00:21:55: Wir können Therapiestunden mit den Kindern machen... acht Stunden.
00:22:00: Also man kann aber auch Elterngespräche führen, dass Eltern einfach sagen jetzt ist die und die Schwierigkeit aufgetreten und da würde ich gerne nochmal mit ihnen drüber sprechen.
00:22:12: Und das ist sehr beruhigend.
00:22:14: also da gibt es wirklich sehr viele die melden sich dann gar nicht mehr einfach nur weil sie wissen wir haben ja noch die Möglichkeit denn was auf das
00:22:22: beruhe ich manchmal schon an sich
00:22:24: beruhigt an sich schon Oder es wird dann auch genutzt und ist dann auch hilfreich so punktuell.
00:22:32: Ja spannend, okay an die Eltern habe ich jetzt gar nicht so gedacht.
00:22:34: aber klar diese sind natürlich auch irgendwie... bei dir ja auch wirst du nacha ok weil mein Kind was hat Dann kann ich auf diesen Tag vielleicht wieder hin fiebern wo das Kind das dann auch nochmal weekeppen kann.
00:22:46: also mit der professionellen Fachkraft so Und das ist natürlich für Eltern eine große Stütze.
00:22:53: Ja, es treten ja einfach zu Hause auch sehr viele Schwierigkeiten auf.
00:22:56: Wir haben jetzt immer viel über die Schule geredet aber Zuhause gibt es ja auch sehr Viele Schwierigkeiten, die da sind.
00:23:07: Sei's im Alltag in der Selbstständigkeit sei es wenn Besucher kommen und so weiter Es wird ja sehr schnell alles zu einer Überforderung für Kinder und Jugendliche mit Autismus.
00:23:23: Ja, da gibt es eben auch sehr viel Bedarf von Seiten der Eltern, da mal drüber zu sprechen.
00:23:27: Wie kann man das alles so handhaben?
00:23:29: Ja klar!
00:23:30: Jetzt kam das ja jetzt gerade schon viel drennt vor, dass so ein Abschluss... Ich meine, darf mir auch ruhig feiern.
00:23:36: Das ist ja einfach so oft, dass man stolz sein kann und deswegen finde ich diese Dinge, die du jetzt genannt hast mit dieser Abschlusskrituale total süß.
00:23:46: Also ich vermute immer Kinder oder Jugendliche, als man ihnen offenbart hat.
00:23:52: Ohne mich oder ohne Therapie.
00:23:55: Die dann sagten, die saßen und waren so ... oh nein!
00:23:59: Ich bin noch gar nicht bereit, sie sich das selbst vielleicht nicht zugetraut haben?
00:24:06: Ja, das hat's auch immer wieder mal gegeben.
00:24:08: Und dann kann man auch sagen okay wir machen es anders, wir machen nochmal drei Monate.
00:24:16: Also das muss ja oft auch erst mal ins Bewusstsein gehen.
00:24:20: ich erinnere mich gerade an Ein Jugendlichen, der war also schier entwetzt.
00:24:25: Dass das aufhören soll und hat dann aber für sich noch mal so überlegt Und ja ist dann weitergekommen und hat so drei Monate später gesagt Ja ich glaube ich brauche dass jetzt auch wirklich nicht mehr.
00:24:38: naja es geht.
00:24:39: Ja manchmal muss man das so auslösen erstmal diesen Prozess?
00:24:43: Ja,
00:24:43: man muss das auslösen und es hat auch ein bisschen was zu tun mit der allgemeinen Bindung.
00:24:51: Das war jetzt ein Jugendlicher, der seine ersten Jahre in sehr deprivierten Verhältnissen verbracht hat und für den war das so etwas schwierig.
00:25:04: voll nachvollziehen.
00:25:06: Welche Rolle spielt dann auch so eine Schulbegleitung auf diesem Weg?
00:25:09: Weil manchmal geht das ja vielleicht einher, dass auch ne Schulbekleidung irgendwann nicht mehr gebraucht wird.
00:25:16: in dem Sinne.
00:25:18: Ja, auch das kommt natürlich bei mir in der Praxis als Thema an und dann ist es oft ausgetauscht mit der Familie, mit der Schulbeleitung
00:25:28: usw.,
00:25:30: dass ich auch das unterstütze diese Person, dass sicherlich auch ohne Schulbegleitung schaffen wird.
00:25:40: Und auch da gibt es ja oft dieser Möglichkeit, dass das langsam runtergefahren wird.
00:25:46: Dass die Schulbekleidung nur noch für einen Teil der Stunden da ist und in der anderen Zeit die Kinder und Jugendlichen das ausprobieren wie geht es auch ohne?
00:26:00: Also die Prozesse sind ähnlich.
00:26:01: Mhm, dass es jetzt nicht so schwarz-weiß ist in dem Sinne... Ja ja
00:26:04: eben!
00:26:05: Was würdest du denn noch sagen?
00:26:08: Was braucht es denn dann...?
00:26:10: Also kann man jetzt auch rudimentär sehen von Eltern und Schulbegleitung oder Therapie.
00:26:15: Was braucht ein Kind um selbstständig werden zu dürfen?
00:26:20: Weil ich würde das auch sagen, dass nicht immer alle das vielleicht auch wenn nichts nicht beabsichtigt ist aber nicht unbedingt wollen.
00:26:28: selbstständig werden zu dürfen.
00:26:32: Ja, es braucht auf jeden Fall das Signal von Zuhause.
00:26:39: Es braucht das Signal vom Seiten der Schulbegleitung also auch vom Seite der Praxis.
00:26:49: Das ist glaube ich die Frage des Loslassens auch.
00:26:53: Also das müssen alle schaffen.
00:26:58: Schwieriger bei Menschen mit Autismus als jetzt bei so einer normalen Ablösung, die ja für Eltern auch schon schwierig ist wenn Kinder probatieren oder so
00:27:11: weiter.
00:27:13: Das war Klassenklima der Podcast von SAP Ruhr.
00:27:17: Ich würde mich freuen, wenn ihr auch in die nächste Folge mal rein hören würdet.
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