Episode 16 - ABC Modell
Shownotes
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Transkript anzeigen
00:00:08: Weil letztendlich die Arbeitszeit einer Schulbegleitung ist in der Regel vom Klingeln bis zum Klingel.
00:00:13: Der Faktor-Zeit spielt auch insofern eine Rolle, dass der Austausch ja einfach wichtig ist.
00:00:17: Die Schulbekleidung da eng zusammenarbeiten kann, reflektieren und analysieren kann mit der Lehrkraft gemeinsam.
00:00:24: Und diese Austauschszeiten sind natürlich auch eng weil wir dürfen nie vergessen in der Therapie gibt es nur ein Kind das mit dem Therapeuten arbeitet.
00:00:32: im Schulkontext sind aber eben ganz viele Kinder.
00:00:36: Es kriegt vielleicht irgendeine Strafarbeit zum Beispiel.
00:00:39: Und letztendlich führt das dazu, dass nicht die Ursachen erkannt werden dann und damit auch das Verhalten sich nicht ändern wird.
00:00:49: Also auch Sanktionen werden nicht dazu führen, dass das Kind grundlegend sein Verhalten ändert.
00:00:54: Wir gehen ja davon aus es hat eine Funktion.
00:00:58: Ihr hört Klassenklima der Talk über Schulbegleitung von SAB Ruhr.
00:01:04: In diesem Podcast reden wir darüber was es bedeutet und braucht, um Schulbegleiter zu sein.
00:01:10: Hürden, Kontroversen und Erfolge – all das bespreche ich – Fee als freie Journalistin diesmal mit Ute Kaufmann!
00:01:18: Sie hat Heilpädagogik studiert und promovierte im Bereich der unterstützten Kommunikation.
00:01:23: Danach ist sie selbst als Schulbekleidung gestartet direkt bei der SAB Ruhr.
00:01:28: Zunächst war sie als Springerin aktiv und hatte wechselnde Kinder.
00:01:31: Später ist sie in das Team zur Krisenintervention gestartet und macht unter anderem Routine-Hospitation bei den Schulbegleitern.
00:01:39: Heute sprechen wir über verschiedene Modelle, u.a.
00:01:42: das ABC-Modell.
00:01:46: Ich habe ja sowas mir mal einfach aufs Skript reingeschrieben was ich mir so gedacht habe und was ja mal schnell ist im Schulalltag oder mit Kindern.
00:01:54: Man kommt irgendwie in einen Raum rein, das Kind steht da völlig aufgebracht Läuft da rum und wirft einfach was auf dem Boden, sei es jetzt irgendwie ein Heft oder die Jacke oder die Tasche.
00:02:03: Keine Ahnung!
00:02:04: Und meine erste Reaktion wäre ja vielleicht... Ja das macht es grundlos, das Kind.
00:02:09: Macht einfach so jetzt außer keine Ahnung.
00:02:10: Einfach so
00:02:11: um
00:02:12: Frust abzulassen oder mich zu ärgern oder was weiß ich?
00:02:16: Das wär jetzt ein bisschen kurz geriffen, dass wär jetzt etwas unpedagogisch.
00:02:19: Da geht eher ein bisschen anders ran, ne?
00:02:22: Natürlich, das ist ganz klar
00:02:24: Und ihr benutzt ja sehr, sehr viele verschiedene Modelle über die wir heute mal ein bisschen quatschen wollen in eurer Arbeit.
00:02:31: Ich kann ja mal antießen, worüber wir so ein bisschen reden werden.
00:02:34: Wir werden übers Iceback-Modell reden, übers ABC-Model und das SORC oder SORK-Motel?
00:02:42: SORkc.
00:02:45: Das nutzen wir eigentlich nicht.
00:02:47: Wir haben nur so ein paar Punkte daraus übernommen Und das ABC-Modell dafür für uns, also dass da rein adaptiert sozusagen damit es noch ja für die Schulbegleitung gut nutzbar ist und alle wichtigen Faktoren aufgenommen werden.
00:03:01: Okay und warum braucht es denn überhaupt Modelle im Schulalltag wenn das ja eigentlich auch so theoretisch ist?
00:03:08: Ja das ist eigentlich relativ einfach zu beantworten würde ich mal sagen wir haben Viele, viele Schüler, die wegen herausfordernder Verhaltensweisen tatsächlich eine Schulbegleitung bekommen.
00:03:19: Herausfordernde Verhaltenzweisen können sein Material durch die Gegend schmeißen wie du das gerade gesagt hast.
00:03:24: Es kann sein dass die Kinder den Unterricht stören, dass sie der Klassen klauen sind.
00:03:30: Das kann sein, dass Sie werbal etwas übergriffig werden beleidigen oder auch dass es Konflikte gibt mit körperlichen Übergriffen zum Beispiel Kinder-Weglauf-Tendenzen haben.
00:03:44: und dann hören wir eben ganz oft, genau wie du sagst.
00:03:47: Der macht das eben ohne Grund.
00:03:49: Das kommt wie aus dem Nichts, ne?
00:03:51: Und wir gehen davon aus, dass jedes Verhalten für jeden Menschen im Prinzip, vor allem für unsere Schüler einen Sinn hat und es nicht geschieht weil das Kind irgendwie böse ist sondern dieses Verhalten eine Funktion hat und dass das Kind deswegen dieses Veralten zeigt.
00:04:11: Dann ist es natürlich an uns ... herauszufinden, welche Ursachen da sind und genau dabei sind diese Modelle hilfreich.
00:04:18: Was würde denn passieren?
00:04:19: oder ich sag mal was passiert denn wenn sage ich mal Schulbegleitungen noch kein Modell so an der Hand haben oder ein bisschen aus dem Bauch heraus arbeiten also ohne Modell ist das dann irgendwie schlecht?
00:04:32: Oder hat man dann halt so viele Fragezeichen?
00:04:34: aber was passiert dann
00:04:36: Das passiert halt, dass man dann aus dem Bauch aushandelt und das der Schulalltag ist ja klar strukturiert.
00:04:42: Und es folgt eigentlich eine Situation auf die andere.
00:04:45: Man hat wenig Zeit zu denken.
00:04:47: Die Folge dessen ist, dass ganz oft einfach nur Sanktionen folgen.
00:04:51: Das Kind wird vielleicht angemäckert, es folgen Gespräche ... Es kriegt vielleicht irgendeine Strafarbeit zum Beispiel.
00:05:00: Es kommt dazu, dass die Schulbegleitung sich in solchen herausfordernden Situationen völlig überfordert fühlt weil sie sich der Situation nicht gewachsen fühlt.
00:05:09: Vielleicht das Ganze auch persönlich nimmt.
00:05:12: wenn das Kind Sie beleidigt zum Beispiel und letztendlich führt das dazu, dass nicht die Ursachen erkannt werden dann und damit auch das Verhalten sich nicht ändern wird.
00:05:25: Also auch Sanktionen werden nicht dazu führen, dass das Kind grundlegend sein Verhalten ändert.
00:05:30: Wir gehen ja davon aus es hat eine Funktion und da müssen wir eben rausfinden was sind die Ursache?
00:05:37: Mit den Modellen sollen also Ursachen ermittelt werden um präventiv einzugreifen aber auch gegebenenfalls die Rahmenbedingungen im Schulalltag anzupassen.
00:05:46: Kurz gesagt sollen durch die Modelle Strategien entwickelt werden.
00:05:50: Eine Möglichkeit, das Verhalten zu analysieren gibt das Eisbergmodell.
00:05:55: Das Eisberg-Modell ist ja von der Anne Häusler, Diplom, Psychologin und Pädagogin, die ganz viel mit Teach auch arbeitet.
00:06:04: Der hat auch eine extra Ausbildung.
00:06:06: bei Teach geht es immer um die Visualisierung und dementsprechend ist natürlich das Eisbergmodell auch eine hervorragende Visualisierung der ganzen Situation.
00:06:15: Und letztendlich können wir uns tatsächlich diese herausfordernden Situation wie so ein Eisberg oder die ganze Situation drumherum, wie so einen Eisberg vorstellen.
00:06:28: Das Herausfordernde verhalten?
00:06:30: wie man sich unschwer vorstellen kann, die Spitze des Eisbergs.
00:06:33: Also das was wir sehen und mitbekommen?
00:06:35: Genau richtig!
00:06:36: Und dass es ganz bewusst so gewählt, dass die Anna Häusler sagt eben, so die Spitzen des Eisberges liegt oberhalb der Wasseroberfläche und dadurch ist es sichtbar.
00:06:45: das Verhalten.
00:06:47: Es ist aber nicht sichtba warum das Kind das verhaltend zeigt Das liegt unterhalb der Wasseroberfläche.
00:06:52: Wir gehen dann in eine zweite Phase rein wo die Reaktion quasi, wenn möglich im Vorfeld besprochen wird sagen wir mal so natürlich.
00:07:05: Wenn das Kind erstmalig dieses Verhalten zeigt zweites und drittes Mal dann ist man noch nicht dabei zu gucken wie kann ich reagieren sondern dann ist Überraschungsmoment oft noch da.
00:07:14: aber es wäre eben super wenn in der Folge mit allen Beteiligten die Reaktion auf das Verhalten bespricht.
00:07:21: Was mache ich, wie reagiere ich wenn das Kind eben herausfordernde Verhaltensweisen zeigt?
00:07:29: eine direkte und schnelle Hilfe für alle Beteiligten zu leisten.
00:07:32: Je nachdem, was passiert ... Wenn es nur etwas runterwirft, dann geht im Zweifel etwas kaputt.
00:07:38: Es kann aber auch sein, dass andere Kinder in einer Klasse sind, die sich total erschrecken.
00:07:43: Ja,
00:07:43: klar, das unterleiten.
00:07:44: Genau!
00:07:47: Das Kind, wie ich es mal erlebt hab zum Beispiel ein Besen durch die Klasse wirft, kann natürlich auch ein Kind verletzt werden.
00:07:52: Da geht's darum, tatsächlich die Beteilligten zu schützen.
00:07:56: Die dritte Phase ist dann das Fundament, was dann wirklich im Unterwasser liegt.
00:08:02: Das heißt es sind die Auslöser, die nicht erkennbar sind auf den ersten Blick und da setzen dann im Prinzip das ABC-Modell nach Heinrich oder eben das SORKC-Model von dem Frederikanfer auch an.
00:08:20: Es geht in der Phase darum, die Ausloser zu suchen damit dass herausfordernde Verhalten nicht mehr auftritt.
00:08:26: Dann gehen wir wieder etwas an die Oberfläche in die vierte Phase.
00:08:30: Das ist der Kollisionskurs, das klingt etwas spooky aber die Phase meint einfach dass es nicht von jetzt auf gleich eine Veränderung des Verhaltens gibt.
00:08:40: Es wird weiterhin Trigger geben was halt versucht wird präventiv einzugreifen als Schubegleitung zum Beispiel.
00:08:47: Die letzte Phase ist übergreifend in dem Modell Der Himmel wie es Ute bezeichnet.
00:08:52: In dem Abschnitt sollen die Zusammenhänge klar werden.
00:08:55: Mit allen Beteiligten werden die einzelnen Erkenntnisse dann zusammengetragen.
00:09:00: Was ich total toll finde an dieser Metapher des Eisbergs ist noch, dass wir nicht davon ausgehen müssen.
00:09:07: Dass nur eine Ursache vorliegt sondern das es viele Ursachen sind.
00:09:11: Das hatten wir ja schon mal in einem anderen Podcast zu unserer Schulung einen Tag ein Stundenplan auch besprochen.
00:09:18: Es bringt das fast zum Überlaufen oder es ist der Tropfen auf dem heißen Stein.
00:09:21: Das sind so viele Redewendungen die wir dazu haben und das zeigt der Eisberg eigentlich auch sehr schön wenn wer von links nach rechts den sozusagen lesen.
00:09:31: Es kommt ein Faktor, der nächste Fakto und der Berg, der steigt langsam an.
00:09:36: Und dann kommt es... Der Stresspegel wird größer und irgendwann sieht man das auch in der Oberfläche quasi behudeln und dann kommt die Spitze des Eisbergs.
00:09:44: Also dass ist nicht, sag ich mal Situation A zu Causa B und hier ist dann ne?
00:09:49: Das passiert dann so a nach b sondern das ist halt einfach vielleicht erst c, dann z, dann d. Bum, kommt zu A.
00:09:56: Genau und das macht die Analyse halt manchmal auch schwer ... weil ein Kind aus dem Autismus-Spektrum, wenn wir das jetzt wieder nehmen, an manchen Tagen auf Veränderungen ganz heftig reagiert und dann anderen Tagen ein bisschen entspannter damit umgeht.
00:10:10: Und da muss man eben erst mal erkennen, wenn es an anderen Tagen entspanner damit um geht dass das auch tatsächlich mit der Hauptauslöser ist aber das vorher eben schon etliches passiert
00:10:20: ist.
00:10:21: Ja okay!
00:10:23: Eines von euren Modellen und das ABC-Modell ist ja dann noch stärker für die Ursachenforschung.
00:10:30: Also wenn wir jetzt klar haben, sage ich mal jemand ruft verzweifelt an und sagt Ja nee, das ist irgendwie aus nichts passiert.
00:10:36: Dann sagt er erstmal okay naja wahrscheinlich nicht.
00:10:39: Es sind wahrscheinlich ganz viele Dinge, die da irgendwie vorgefallen sind.
00:10:43: Und dann kommen wir zu Ursachenforschungen.
00:10:45: Das machen wir mit dem ABC und da steckt ja ganz viel hinter.
00:10:49: Genau, also zum ersten ist es so dass die Mitarbeiter oft relativ verzweifelt sind wenn sie sich dann bei uns melden weil wie aus dem Nichts mal wieder irgendwas passiert.
00:10:59: Keine Frage das macht einen ganz kurzen Druck bei den Mitarbeitern.
00:11:03: Das soll hier auf keinen Fall jetzt irgendwie ins lächerliche gezogen werden in irgendeiner Form aber für die Mitarbeiter sehr schwierig.
00:11:15: Ich hab immer den Eindruck, ob wir jetzt in den Schulungen drüber sprechen oder wenn wir mit den Mitarbeitern telefonieren und wenn wir ihn erst einmal erklären.
00:11:22: Das Verhalten ist nicht grundlos sondern es hat eine Ursache für das Kind eine Funktion und wir müssen rausfinden welche Funktion dieses Verhalten für das kind hat warum es diese Verhaltensweisen zeigt.
00:11:34: dann merkt der Mitarbeiter ja auch ich kann was tun.
00:11:37: so ich bin dieser Situation nicht hilflos ausgeliefert sondern ich kann tatsächlich etwas machen.
00:11:44: Die Mitarbeiter bekommen in solchen Fällen die Mappe, also ein Schema nach dem ABC-Modell für ihre Arbeit.
00:11:50: A steht für antecedentes oder auf Deutsch die Voraussetzung B für behavior für Verhalten und C für Consequences – also Konsequenzen.
00:12:00: Aber bei diesem Schema geht es nicht um etwas Einmaliges.
00:12:04: Das heißt das ist nicht ein einzelnes Formblatt wo dokumentiert wird sondern es geht darum dass man anhand mehrerer Dokumentationen über einen gewissen Zeitraum versucht, Regelmäßigkeiten rauszufinden.
00:12:24: Die dann wieder Rückschlüsse auf die Ursachen zulassen.
00:12:28: Also platt gesagt zuerst einmal wenn wir anhand der Dokumentations feststellen dass jeden Montag das Kind eskaliert Dann denken wir okay Es ist der Montag Ja jetzt ist der montag natürlich ganz offensichtlich.
00:12:40: deswegen sage ich einmal plattgesagt Ja, aber wir starten deswegen natürlich nicht mit den vorausgehenden Bedingungen der Dokumentation.
00:12:47: Wir starten mit dem Verhalten.
00:12:48: Welches Verhalten hat das Kind?
00:12:51: Mit dem B. Genau!
00:12:52: Das B ist... Also wir können uns jetzt ein bisschen ähnlich wieder vorstellen wie beim Eisbergmodell.
00:12:56: da starten wir auch an der Spitze des Eisbergs gehen rechts runter dann zum Fundament und dann gehen wir links wieder hoch weil hier lesen ja eigentlich von links nach rechts So, der Eisberg steigt hoch und dann wird da wieder flach ab irgendwann.
00:13:10: Und genauso ist es beim ABC-Modell.
00:13:14: Die vorausgehenden Bedingungen sind natürlich das Erste was passiert aber was wir als erstes sehen ist ja die Mitte.
00:13:20: Das ist die Spitze des Eisbergs oder irgendwie das Behaviour.
00:13:26: Und so würden die Mitarbeiter, also es kommt zu herausfordernden Verhaltensweisen und dann beschreiben die Mitarbeiter eben zuerst einmal das Verhalten was sie beobachtet haben.
00:13:36: Das sollte natürlich möglichst objektiv geschehen.
00:13:39: Das heißt man schreibt da in diese Dokumentationsmappe, in diese Tabelle dann rein wie sieht das unerwünschte Verhalten aus?
00:13:46: Was gehört dazu dem Verhalten?
00:13:49: Wie lange hat es angedauert, wer war dabei?
00:13:52: Das sind zum Beispiel Faktoren.
00:13:53: Es kommen weitere Dinge dazu.
00:13:56: Die haben wir dann aus dem SOR-KC Modell tatsächlich adaptiert.
00:14:00: Das sind die verschiedenen Ebenen und das ist die physiologische Ebene.
00:14:04: Das heißt, wie wirkt sich das körperlich diese herausfordernde Situation auf das Kind aus?
00:14:11: Also atmet schnell wird es blass errötet.
00:14:14: Es schwitzt es zum Beispiel.
00:14:16: Dann haben die emotionale Ebene.
00:14:18: weint das Kind in der Situation schreites oder lacht es vielleicht was natürlich völlig fehlgedeutet werden kann wenn das Ding durch die Gegend schmeißt und ganz fürchterlich lacht dabei?
00:14:30: Und wir haben auch die kognitive Ebene, auf der man eben guckt.
00:14:35: Wenn das Kind sich in dieser Situation irgendwie äußert kann man ausgrund dieser Äußerungen vielleicht auch irgendwelche Rückschlüsse ziehen.
00:14:43: also dass das Kind zum Beispiel ja was weiß ich schreit Ich hasse dich oder du bist total doof Oder ist es alles scheiß?
00:14:55: Ja solche Äußen Das kommt auch noch dazu Und wenn man dann quasi das Verhalten dokumentiert hat, wird man als nächstes in die rechte Spalte gehen.
00:15:05: Das sind die Konsequenzen weil sie folgen ja direkt auf das Verhalt.
00:15:09: Aber bleiben wir noch mal kurz bei B war ich dem hervor also hier wäre es Schulbegleitung und dann Ja, bleiben wir jetzt mal bei diesem Kind.
00:15:17: irgendwie schreit rum und sagen, du bist total doof.
00:15:21: Keine Ahnung, sagt aber auch nicht warum, schmeißt irgendwas durch die Gegend.
00:15:25: Und dann bin ich in dem Moment hier erstmal voll beim Kind komplex vor dem Nachhinein so auszufüllen, nochmal mich zu erinnern oder das auch trennen zu können.
00:15:33: Gerade wenn es ist ja total sinnvoll diese Ebene mal zu trennen und sagen okay was hat das emotional?
00:15:39: Wie war die Mimik?
00:15:40: Was hat's aber gesagt?
00:15:42: Ist das irgendwie
00:15:43: gegeneinander?
00:15:44: War es vielleicht innerlich eigentlich traurig und wollte es aber nicht zeigen?
00:15:48: Ich stell mir jetzt Komplex
00:15:48: vor!
00:15:50: Das ist tatsächlich eine komplexe Sache Und es ist ja auch nicht die Anforderung von uns, du musst das komplett ausfüllen.
00:15:59: Wir haben ja extra dieses Modell gewählt weil es eben für Schulbegleitung wirklich gut anwendbar ist.
00:16:04: also wir trennen das dann auch eben klar von dem SORKC-Modell weil das einfach noch viel viel komplexer wäre sondern wir gucken gezielt danach was kann eine Schulbekleidung leisten und was natürlich total wichtig ist dass das nicht die Schulbegleitung dann alleine da sitzt und das ausfüllt, sondern dass sie auch mit den Lehrkräften ins Gespräch gehen kann.
00:16:26: Zum Beispiel weil die ja auch diese Situation mit bekommen haben.
00:16:32: Na klar wir sagen es ist für euch also für euch als Mitarbeiter aber wünschenswert ist natürlich die Zusammenarbeit mit den Leerkräften, dass die da auch unterstützen.
00:16:43: Denn solche Situationen können total wuselig sein Und eine Schulbegleitung startet das Kind, was betreut ja nicht die ganze Zeit an.
00:16:51: Heißt kleine Details können auch mal verloren gehen.
00:16:54: Da lohnt es sich also mit den Lehrern und Lehrerinnen zusammenzuarbeiten oder es wird eben nicht jeder Punkt bis ins kleinste Detail ausgefüllt.
00:17:02: Aber gehen wir weiter zu den Konsequenzen!
00:17:06: Also das ist ganz wichtig, eben zu dokumentieren, was resultiert daraus?
00:17:10: Wie verändert das Verhalten dieser Situation?
00:17:12: Es kann auch sein dass das Kind Das Verhalten zeigt, weil es die Konsequenz haben möchte.
00:17:19: Es kann ja auch sein, dass das Kind in der Klasse sitzt und weint.
00:17:23: Weint hat er so ganz fürchterliche Bauchschmerzen ... Was ja auch hilflos macht bei, also es ist ja auch herausfordernd für einen Mitarbeiter damit umzugehen.
00:17:33: Und das Ziel dieser Äußerung des Kindes ist, dass die Mama angerufen wird und dass es nach Hause kommt.
00:17:38: Das hat vielleicht in Wirklichkeit gar keine Bauchschmerzen.
00:17:41: Ja.
00:17:42: Deswegen ist es eben so wichtig, das aufzuschreiben was passiert oder welwas löst das aus?
00:17:48: Das herausfordernde Verhalten.
00:17:52: Welche Reaktion folgt vom Umfeld auf das herausfordernde Verhalten und welche Konsequenzen insgesamt, also da können wir jetzt wieder von diesem Wort ausgehen was wir auch unter Konse quenzen verstehen.
00:18:04: Das hat ja immer so einen negativen Touch, sag ich nach
00:18:07: vorsichtig.
00:18:08: Welche Konseqenzen sind langfristig oder auch kurzfristig für das Kind?
00:18:12: Also
00:18:12: im Sinne von eine Strafe oder...
00:18:16: Genau, zum Beispiel.
00:18:18: Und dann ist es auch wichtig zu erfassen, dass die Konsequent erfolgt direkt.
00:18:23: Ist sie auch angemessen vielleicht?
00:18:25: Weil wenn ich jetzt ein Kind anschnauze, ist das auch eine Konsequenz fürs Kind und es ist tatsächlich nicht immer angemessene.
00:18:32: Und erfolgt diese Konseqenzen auch konsequent!
00:18:37: Toller Satz.
00:18:38: Aber klar, ob das halt auch wirklich durchgeführt wird oder am nächsten Tag schon wieder vergessen ist ungefähr?
00:18:43: Genau.
00:18:43: und wenn beim nächsten herausfordernden Verhalten vielleicht eine ganz andere Konsequenz gezwogen wird und das Kind sich nicht unbedingt dann darauf verlassen kann dass es tatsächlich passiert.
00:18:55: Und wenn ich das dann erfasst habe die Konsekvenzen dann beschäftige ich mich mit den vorausgehenden Bedingungen
00:19:01: Mit den Antis...
00:19:03: Antisidentis.
00:19:05: Wahrscheinlich ist es auch noch völlig falsch ausgesprochen.
00:19:07: Ach,
00:19:09: ja,
00:19:09: damit müssen wir leben!
00:19:10: Genau.
00:19:11: also da dokumentieren wir dann was geschah vorher welchen wochentag haben wir welche stunde ist es?
00:19:18: welcher unterricht ist es?
00:19:20: was war vorher für Unterricht?
00:19:25: mit wem hatte das Kind Kontakt vorher, vielleicht auch wenn wir es wissen was ist tatsächlich im häuslichen Umfeld morgens gewesen?
00:19:34: hat das Schlecht geschlafen?
00:19:36: hatte es Streit mit irgendjemandem.
00:19:38: Hat es auf dem Schulhof Streit gehabt?
00:19:41: also quasi alles was wir irgendwie von vorher erfassen können wird dann ebenfalls auch dokumentiert.
00:19:48: und auch ja ob es irgendwelche Besonderheiten vielleicht gegeben hat irgendwelche Veränderungen.
00:19:56: Das klingt ja jetzt sehr umfangreich, ist es deswegen an den Schluss gestellt oder hat das noch andere Gründe?
00:20:01: Nee, letztendlich ist es an den Schluss gestellt weil man natürlich zuerst mal mit dem Verhalten sich befasst hat.
00:20:10: also dass der Auslöser sozusagen der ganzen Situation, dass man's überhaupt dokumentiert und dann folgen die Konsequenzen.
00:20:21: Das hat man ja alles sehr präsent.
00:20:24: Bei den vorausgehenden Bedingungen muss man sich dann noch mal damit zu befassen, was kann alles da gewesen sein?
00:20:30: Und da haben wir halt auch nochmal so eine Adaption genommen vom SORKC, von Frederik Kantfer ... Dass wir nicht nur die Situation vorher beschreiben, sondern dass wir dann auch mit erfasst diese Personenfaktoren.
00:20:46: Also gibt es eine Diagnose bei dem Kind?
00:20:49: Lag vielleicht grad ein Schulwechsel vor.
00:20:51: in irgendeiner Form ist durch irgendetwas ein besonderer Druck gerade da beim Kind ...
00:20:58: Diese Dokumentation wird über einen längeren Zeitraum gemacht heißt mehrere Male wird das Verhalten nach dem Schema analysiert.
00:21:06: So können Regelmäßigkeiten erkannt werden und mögliche versteckte Auslöser.
00:21:11: Das ist also ein ziemlicher Brocken, deshalb geben wir das Modell jetzt einmal mit einer kleinen Übung
00:21:16: durch.".
00:21:35: schon ähnlich, würde ich mal sagen.
00:21:38: Also wir stellen uns in den Beispiel vor einen Jungen der die Grundschule einer Förderschule sozial-emotional besucht.
00:21:46: Er ist erst seit vier Wochen dort, das ist der Felix und Felix hat die Diagnose Autismus Spektrum Störung und hat eine Schulbegleitung.
00:21:56: So er zeigt Seite auf dieser Schule es regelmäßig herausfordernde Verhaltensweisen.
00:22:03: Die ist es z.B.
00:22:04: Störungen, während des Unterrichts durch Rheinrufen und auch durch die Nutzung von Schimpfwörtern und Arbeitsverweigerung.
00:22:11: Auch das ist ja eine herausforderndes Verhalten, wo man
00:22:14: oft
00:22:14: davor steht, wie kriege ich das Kind jetzt ans Arbeiten?
00:22:20: Und zusätzlich kommt es in den Pausen immer wieder zu Konflikten, die auch körperlich ausgetragen werden.
00:22:27: Schon viel, ist ja schon eine Masse an Sachen.
00:22:30: Genau, richtig!
00:22:31: Und jetzt stellen wir uns dann eben vor es hat so eine Situation gegeben.
00:22:37: in der Beschreibung des Verhaltens würde dann zum Beispiel drin stehen dass der Felix die Arbeit zuerst verweigert hat und dann folgten relativ schnell nachdem er mit der Arbeitsverweigerung angefangen hat laute Störungen von seiner Seite durch Reihenrufe mit Schimpfwottern während des Unterrichts.
00:22:55: Das war Mittwochs zweite Stunde Mathe.
00:22:59: Das Ganze hat ungefähr zehn Minuten gedauert, dieses Verhalten?
00:23:04: anwesend waren seine Waren die Mathelehrerin, die Schulbegleitung und seine Mitschüler Moritz Emmer, Ahmet und Yusuf So auf der emotionalen Ebene war die Situation so, dass er laut geschrien hat und den Tränen nahe gewesen ist.
00:23:20: Okay
00:23:21: ... Physiologisch hatte einen ganz roten Kopf und war ganz aufgeregt.
00:23:25: Das merkte man auch an der Atmung.
00:23:27: Er hat ganz schnell und flach geatmet.
00:23:30: Und von einer kognitiven Ebene wars so, das er immer gerufen hat, ich hasse die Schule!
00:23:34: Ich hasse diese Schule!
00:23:37: Oh Mann, das wird schon ein bisschen rührend, ja?
00:23:40: Ja, das
00:23:40: ist richtig.
00:23:42: Als Konsequenz erfolgte erst mal, dass die Schulbegleitung eingegriffen hat als die Arbeitsverweigerung angefangen hat und sie hat versucht ihn zu beruhigen und zu motivieren weiterzumachen.
00:23:53: Die Situation ist aber relativ dann schnell eskaliert.
00:23:59: Sie hat dann mit ihm das Klassenzimmer verlassen und er hat ungefähr draußen, beziehungsweise ist man in Nebenraum gegangen.
00:24:06: Das steht eben auch dokumentiert drin also im Nachbarraum nicht Nebenraum.
00:24:12: Ungefähr zehn Minuten noch weiter geschimpft ist aber zunehmend leiser geworden und wurde dann immer ruhiger.
00:24:19: Die Schulbegleitung hat ihn zur Entspannung einfach Lego hingestellt und hat dann angefangen zu bauen.
00:24:26: die In unserem Sinne negative Konsequenz, die dann erfolgte war dass er in eine negative Bewertung für die Stunde in seinem Verstärkerplan bekommen hat.
00:24:38: Ein paar der Vorabbedingungen haben wir also schon einmal betrachtet.
00:24:42: Mittwoch, Matheunterricht.
00:24:44: Die erste Stunde war unauffällig, die gleichen Mitschieler waren da.
00:24:48: Nur eine Sache war anders.
00:24:50: Der Mitschieler Moritz kam verspätet
00:24:54: Und wir haben aber dann tatsächlich Adelaire und ich immer wieder die Situation analysiert.
00:25:01: Und dann rausgefunden, dass der Moritz der Auslöser war.
00:25:06: Weil er eben ... der Moritz, den Felix immer irgendwie getriggert hat.
00:25:13: Nicht absichtlich, ne?
00:25:14: Aber er hat sich immer getriggert gefühlt.
00:25:16: Moritz kam oft zu spät.
00:25:17: das passt natürlich schon gar nicht in die Regeleinhaltung rein, die da sein müsste.
00:25:22: und der Moriz war eine sehr präsente Persönlichkeit, die auch nicht unbedingt leise ist wenn er da ist aber nicht jetzt.
00:25:28: mit störenden Reihen rufen also für uns störande Reinrufe muss man sagen.
00:25:33: So, und was haben wir gemacht?
00:25:34: Das kommt natürlich dazu.
00:25:36: Wenn man jetzt rausgefiltert hat ... Was sind die Ursachen?
00:25:42: in dem Fall war es eben Moritz.
00:25:44: Wir haben geguckt wie können wir diese Situation retten?
00:25:47: Wir können nicht Moritz und Felix in getrennte Klassen schicken oder auf verschiedene Schulen.
00:25:52: das waren nicht möglich aber für Felix haben wir die Kopfhörer hingehängt.
00:25:56: Die konnte er direkt greifen wenn's ihm zu laut wurde.
00:26:04: Wir haben versucht, schnell, wenn der Moritz lauter wurde, schnell auf ihn einzuwirken.
00:26:12: So dass Felix sich nicht so getrickert fühlte.
00:26:16: Wir haben dem Felix eine Pausenkarte angeboten die auf den Tisch war.
00:26:20: Das heißt, wenn es ihm zu viel wurde konnte er statt reinzuschreien einfach auf die Pausenkart tippen und er hatte zusätzlich noch eine Karte auf den Tisch liegen wo drauf stand Ruhe mit einem dicken Ausrufezeichen, sodass er auch diese Karte antippen konnte ohne da störend reinrufen zu müssen.
00:26:37: Und wir haben dann versucht die Rahmenbedingungen natürlich noch insofern zu ändern dass wir Felix und Moritz weit auseinander gesetzt haben in der Klasse so das auch die Lautstärke dieser Nähe nicht so da war.
00:26:51: aber natürlich mussten wir ja auch gucken.
00:26:53: so die beiden waren mindestens für ein Jahr in einer Klasse, mit Schüler voneinander.
00:26:59: Das heißt wir haben auch überlegt wie können wir es schaffen dass die beiden sich einander annähern?
00:27:05: und dafür haben wir halt gezielt positive Situationen also die für beide positiv waren.
00:27:11: Die haben beidem zum Beispiel gerne Fußball gespielt.
00:27:14: dann haben wir immer mal wieder geguckt wo können wir quasi mit den Beiden kurze Situation, kurze Sequenzen schaffen.
00:27:22: Wenn beide relativ gut drauf waren, dass man gemeinsam mit denen dann eine Runde gekickt hat, so dass die zwei sich annähern konnten.
00:27:31: Wow!
00:27:31: Voll umfassend voll viel was man da gemacht hat.
00:27:33: wie spannend.
00:27:34: Ja
00:27:34: aber das bringt es dann und ich war nur nur in Anführungsstrichen zehn Wochen bei dem Felix gewesen.
00:27:41: In der Begleitung war aber ungefähr ein Jahr später noch mal da, als wir eine neue Mitarbeiterin da eingearbeitet haben und da waren Felix und Moos Best Friends oder hatte sich das dann erübrigt?
00:27:52: Und das war natürlich total cool für mich zu sehen was das auch so gebracht hat.
00:27:58: Wie witzig!
00:27:58: Okay spannend okay ist es ja in dem Sinne schon relativ einleuchtend wie man das dann so analysieren kann.
00:28:05: und dieses SO Ach Gott, er ist so ERCK-Modell.
00:28:10: Ist dann eher kann man sagen ... Also wenn man es unterscheiden würde, ein bisschen tiefer gehen?
00:28:16: Kann man das so sagen?
00:28:17: Es ist umfassend, dass es tatsächlich wird in der Verhaltensanalyse von Psychotherapeutinnen und so weiter angewandt.
00:28:26: Und das ist natürlich nicht mehr Schulbegleitung adäquat, sag ich mal vorsichtig.
00:28:32: Aber
00:28:32: ... Wie ich das ja gesagt habe, haben wir immer wieder Faktoren aus dem SOJCK für uns ins ABC-Modell quasi mit übernommen um das Umfassender zu gestalten aber auch so dass es für eine Schulbegleitung gut möglich ist.
00:28:47: Was glaubst du denn macht trotzdem Schwierigkeiten in der Anwendung des Modells oder berichten die Schulbeleitung nur positiv dazu?
00:28:57: Beim ABC-Modell meinst du generell oder beim Eisbergmodell.
00:29:00: Es ist natürlich der große Faktor Zeit zum einen, weil letztendlich die Arbeitszeit einer Schulbegleitung in der Regel vom Klingeln bis zu dem Klingel.
00:29:11: Das ist ein großes Problem.
00:29:15: Der Faktorzeit spielt auch insofern eine Rolle, dass der Austausch ja einfach wichtig ist.
00:29:19: Dass die Schulbegleitung da eng zusammenarbeiten kann, reflektieren und analysieren kann mit der Lehrkraft gemeinsam.
00:29:27: Und diese Austauschszeiten sind natürlich auch eng weil wir dürfen nie vergessen in der Therapie gibt es nur ein Kind das mit dem Therapeuten arbeitet.
00:29:35: im Schulkontext sind aber eben ganz viele Kinder.
00:29:37: Ja man kann ja heute nicht mehr davon ausgehen, dass man nur in der Regelschulklasse zum Beispiel nur ein kind hat bedarfen, sondern es sind ja ganz viele Kinder die besondere Bedürfnisse haben und auch beachtet werden möchten und sollen natürlich.
00:29:56: Also das ist natürlich ein großes Problem dass der Faktor Zeit da eine Rolle spielt Die Erkenntnis da sein muss nicht nur bei der Schulbegleitung, sondern bei allen Beteiligten.
00:30:11: Dass das Verhalten einfach funktional ist was das Kind zeigt und die Bereitschaft dann auch da sein müssen natürlich des Verhalten zu ändern.
00:30:18: also das heißt dass ihr aber schon diesen Ansatz so hinter jedem verhalten steckt ein Bedürfnis oder oder irgendwas Funktionales vielleicht ein Ziel dass das schon gegeben ist.
00:30:27: in dem Sinne es gibt jetzt nicht so Häufige Situationen, wo man was analysiert und sagt, das Kind wollte einfach nur ... Okay, du schüttelst den Kopf.
00:30:35: Nein!
00:30:37: Weil das ist ja manchmal die Diskussion in der Pädagogik, wo sich Leute so ein bisschen ... sag ich mal, die Geister scheiden, sagt man das so genau.
00:30:45: Wo manche sagen ja, ach dieses überall steckende Begriff ist hinterher, es sei so Hummburg oder so übertrieben oder wir gehen zu viel ein auf Kinder, da gibt's ja genauso die Menschen, die erst sagen.
00:30:54: Ja klar natürlich gibt es das.
00:30:56: aber letztendlich.
00:30:58: also wir haben tatsächlich mal einen Schüler gehabt der immer wieder körperlich übergriffig geworden ist, der auch in der Reflexion immer nur sagte ja ich habe Lust darauf das zu tun
00:31:10: Ach ja.
00:31:11: Und da standen wir natürlich alle ziemlich hilflos davor.
00:31:14: Ja, das
00:31:15: glaube ich.
00:31:17: Das spielt eine große Rolle.
00:31:19: aber ich glaube bis man so weit ist sollte man auch wirklich erst mal gucken welche Funktion hat das Verhalten für das Kind?
00:31:29: und was glaube ich ein ganz wichtiger Faktor ist Wir schließen immer von uns selbst auf andere.
00:31:36: Das können wir bei Kindern aus dem Spektrum nicht und das können wir mit ADHS nicht.
00:31:40: Und das können auch Kinder mit Traumata nicht, sondern wir müssen uns auf deren Wahrnehmung, auf deren Vita, auf die Bedürfnisse dieser Kinder einstellen und da eben wirklich uns einlassen um zu gucken was kann jetzt der Faktor dafür sein dass dieses Kind einfach in dieser Situation alles zu viel geworden ist?
00:32:03: Das heißt, du würdest sagen so dass die größten Fehler oder Schwierigkeiten im Ungang mit heraus von einem Verhalten vielleicht sind das auch da der Perspektivwechsel manchmal fehlt.
00:32:17: Ja auf jeden Fall!
00:32:19: Und was auch immer wieder als Ursache auftaucht ist, dass nonverbale Kinder herausfordernde Verhaltensweisen zeigen.
00:32:29: und bei nonverbalen Kindern ist man ja immer schnell dabei.
00:32:33: Dass man sagt Ja es spricht nicht.
00:32:35: also geht man auch auf eine von einer verminderten Kognition aus eben denkt, okay das Kind kann nicht viel äußern.
00:32:46: Also kann es auch kognitiv nicht soviel.
00:32:49: und wir dass auch immer mal wieder haben, dass sich die herausfordernden Verhaltensweisen abbauen wenn dem Kind die Möglichkeit gegeben wird sich
00:32:59: mitzuteilen.".
00:33:01: Das war Klassenklima der Talk über Schubbegleitung von Esser Berur.
00:33:06: ich würde mich freuen wenn ihr auch die nächste Folge anhören würdet.
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