Episode 15 - Dritter Deepdive in die Schulbegleitung
Shownotes
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Transkript anzeigen
00:00:09: Ihr hört Klassenklima, der Talk über Schulbegleitung von SRB Ruhr.
00:00:14: In diesem Podcast reden wir darüber was es bedeutet und braucht um Schuhbegleiter zu sein.
00:00:19: Hürden, Kontroversen und Erfolge – all das bespreche ich, Fee als freie Journalistin diesmal wieder mit mir selbst!
00:00:28: In dieser Folge möchte ich die letzten vier Episoden nicht einfach nur zusammenfassen sondern einordnen.
00:00:33: Denn die Folgen elf bis vierzehn waren auf ganz unterschiedliche Weise intensiv.
00:00:39: Sie haben mir noch mal vor Augen geführt, wie viel Feingefühl, Geduld und Perspektivwechsel in diesem Beruf stecken.
00:00:46: Um wie sehr Schulbegleitung immer auch mit persönlichen Biografien verknüpft ist!
00:00:52: In der elften Folge haben wir uns sehr detailliert mit der Schulung ein Tag einen Stundenplan beschäftigt die sich auf die Begleitung von Kinder im Autismus-Spektrum konzentriert.
00:01:02: Diese Episode war bewusst sehr ausführlich weil sie zeigt wie kleinschrittig und individuell Unterstützung gedacht werden muss.
00:01:10: Die Schulung wird jedes Mal länger, wo wir sie machen.
00:01:13: Weil wir das erste mal für Sie gemacht haben, hat sich tatsächlich eine Stunde gedauert weil wir es vorgestellt haben.
00:01:20: Inzwischen sind wir bei rund zweieinhalb Stunden, weil wir ganz interaktiv arbeiten.
00:01:27: Das heißt ... Wir ziehen die Teilnehmenden tatsächlich mit ganz viel mit ein, indem wir diesen Ablauf, diesen Reminder immer so.
00:01:38: woran müsst ihr denken?
00:01:39: So, und dann müssen Sie sich wieder vor Augen führen.
00:01:42: Den haben wir da vor Augen?
00:01:45: Und woran müssen wir denken, vorbeugend um das ... damit sie das verinnerlichen, wirklich dieses vorbeugegende ... mit in den Schulalltag zu nehmen?
00:01:59: Dann überlegen wir auch gemeinsam was könnt ihr denn tun?
00:02:02: Da kommen so viele tolle Gespräche an ganz toller Austauschstandsstand.
00:02:10: Zwischen den Teilnehmern auch, weil viele ja Kinder aus dem Spektrum begleiten und dann geben sie sich auch ganz viele Ideen.
00:02:18: Und die Rückmeldung ist immer großartig, weil Sie sagen wir haben so viel heute mitnehmen können – auch wirklich jetzt mal an der Praxis!
00:02:27: Wir versuchen immer ganz praxisnah zu arbeiten in den Schulungen mit vielen Beispielen, mit Werkzeug was Sie an die Hand kriegen.
00:02:35: aber das ist Alltag Das ist tatsächlich der Alltag und da finden unsere Schulbegleitungen sich einfach wieder.
00:02:42: Wenn ich ein zentrales Learning benennen müsste, dann wäre es genau das!
00:02:47: Es gibt keine Pauschalösung.
00:02:49: Jede Unterrichtsstunde jede Pause jede Übergangssituation kann unterschiedlich herausfordernd sein Und genau deshalb braucht es eine Begleitung die permanent mitdenkt.
00:03:00: Seit wir diese Schulungen gemeinsam durchgegangen sind, habe ich nochmal ein tieferes Verständnis dafür entwickelt wie hoch der innere Stresspegel bei vielen Menschen im Spektrum sein kann.
00:03:10: Eine Schulbegleitung muss also vieles im Blick haben und versuchen viel Stabilität unter Rituale herzustellen damit es eben nicht zu einer Eskalation kommt.
00:03:20: In der Schulung wird das Stresspegel mit einem Fass dargestellt in dem Wasser reingefüllt werden.
00:03:25: Das fand ich ein sehr passendes Bild.
00:03:27: Das Wasser kann immer höher steigen, je nachdem ob eine unvorhersehbare Veränderung kommt.
00:03:32: Und wenn man das fast nicht rechtzeitig entlastet läuft es irgendwann
00:03:35: über.".
00:03:37: Aber auch da sollte die Schulbegleitung wirklich sensibilisiert dafür sein.
00:03:42: also sie muss und dass versuchen wir mit dieser Schulung immer wieder zu vermitteln.
00:03:47: Sie darf nie von sich aus gehen sondern sie muss quasi in seiner Haut schlüpfen gedanklich was ist für ihn Was kann für ihn entscheiden sein, wo kann es zu Stress kommen?
00:03:58: Wo kann ich den Stress abbauen?
00:03:59: und was ist auch unglaublich schön.
00:04:01: Wir wollen ja nicht nur über das negative sprechen sondern wir wollen ja auch über das positive
00:04:05: sprechen.".
00:04:08: Ute hat in der Folge betont dass Schulbegleitung immer wieder die Perspektive des Kindes einnehmen muss.
00:04:13: In jeder Schulstunde sollte also eine gewisse Entlastung passieren falls nötig.
00:04:18: Besonders spannend fand ich da die konkreten Beispiele aus dem Schulalltag Feste Morgenrituale, das Arbeit mit Gefühlskarten oder auch das visuelle Anzeigen von Zeit.
00:04:28: Etwa durch eine farbliche Stoppuhr.
00:04:31: Gleichzeitig wurde auch deutlich dass es immer Fächer oder Situationen gibt die gut laufen.
00:04:37: Bei dem Beispielkind aus der Schulung Max war es der Sachunterricht und genau das ist wichtig nicht nur Defizite im Blick zu haben sondern auch die Ressourcen.
00:04:47: Dann starten wir in Sachunterrichten Wir fassen es, glaube ich kurz zusammen.
00:04:52: Wir machen wieder den Reminder
00:04:54: mit hier quasi.
00:04:55: Genau da ist er in seinem Element der Reminder.
00:04:59: was ist wichtig?
00:05:00: Es ist seine Stunde, da kann er richtig glänzen und hat gute Fähigkeiten.
00:05:07: Und an diesem Montagmorgen, den wir hier durchgehen, ist eine Gruppenarbeit geplant die natürlich für Max dann auch eine Herausforderung ist Und die Schulbegleitung sollte das da sehr, sehr gut im Kopf haben.
00:05:20: Dass es da Probleme geben kann zu Problemen, die kommen können weil es Max nicht unbedingt leicht fällt in der Gruppenarbeit wirklich mit im Gespräch zu sein Mit seinen Mitschülern ihn nicht all das Wissen was er hat den das überzudeuen und sondern mit den Mitschülern durchzugehen, die auch zu Wort kommen zu lassen.
00:05:45: Die auch experimentieren zu lassen so dass das für alle ein großer Gewinn ist und ein schönes Miteinander.
00:05:52: Allerdings muss auch hier gut begleitet werden damit ein Lieblingsfach nicht dazu führt dass andere Bereiche völlig ausgeblendet werden oder das Kind in seiner Stärke zu dominant gegenüber anderen Mitschulern wird was ich auch mitgenommen habe.
00:06:05: lasst das kind auch mal machen etwa in pausen.
00:06:09: Klar sollte das Kind unterstützt werden bei sozialen Interaktionen, aber wenn das geschafft ist, sollte sich die Schubegleitung auch mal zurückziehen.
00:06:16: Es soll ja immer noch ein normales Kind
00:06:18: sein.".
00:06:20: Die nächsten drei Folgen waren dann etwas anders – subjektiver!
00:06:25: Ich durfte mich mit ziemlich starken Charakterinnen und starken Frauen unterhalten, die alle durch ihren subjektiven Blick einen spannenden Input geben konnten zum Thema Schubekleidung.
00:06:39: Sie ist Mutter von einem Pflegekind mit FASC, also die Viertale Alkoholspektrumsstörung.
00:06:45: Das ist eine komplexe Krankheit, die Betroffene einen Leben lang begleitet.
00:06:50: Was mich besonders berührt hat war die Beschreibung – wie wenig Wissen und Verständnis es vor einigen Jahrzehnten noch gab!
00:06:57: Eine unsichtbare Behinderung wird schnell als Erziehungsproblem fehlinterpretiert.
00:07:02: Betroffene leiden dann nicht nur unter ihren kognitiven Einschränkungen, sondern vor allem unter dem Gefühl, nicht gesehen und nicht verstanden zu
00:07:10: werden.".
00:07:12: So auch bei dem Kind von Steffi.
00:07:14: Neben der Behinderungen durch FASD kommt der psychische Stress dazu noch on top?
00:07:21: Ja das Problem ist es ist halt eine nicht sichtbare, sondern nur erlebbare Behinderung.
00:07:26: Man sieht normal aus und er spricht auch sehr eloquent, hat immer Wettgeel in den Haaren.
00:07:32: Und man unterschätzt was es heißt, Toxin vor Seuchtes gehen zu haben.
00:07:39: Das geht ja halt immer in die Beziehung.
00:07:41: Es ist eine affektive Störung, die aus dem Stand ein Impulsdurchbruch machen kann.
00:07:48: Und noch die Trucks, weil es ja in Frontalapenproblematik ist.
00:07:52: Dass er nicht aus Erfolg und Misserfolg lernt.
00:07:54: Man denkt immer ... man hat's ihm doch jetzt fünfzigmal erzählt und er dreht sich um und macht das Gleiche.
00:08:00: Das macht natürlich so auch nicht für Leute mit dem Syndrom noch nicht so versiert sind.
00:08:05: Und man denkt der veräppelt einen, der macht das extra.
00:08:09: Dann kommt es natürlich psychisch zu großen Eskalationen.
00:08:13: Weil er natürlich immer das gar nicht versteht oder sein möchte Dann macht er unerwünschtes Verhalten.
00:08:20: Und im nächsten Moment erlebt der es dann, ich sag immer erst gemacht, dann gedacht und dann sieht da das Elend und dann wird der psychisch halt sehr traurig und vereint und muss dann wieder aufgefahren werden.
00:08:31: Das Leuten zu erklären die nicht als Behinderung erleben können oder noch nie von gehört haben ist schon sehr schwierig.
00:08:38: Deswegen begrüßen wir dass jetzt sehr viel mehr bekannt gemacht wird.
00:08:42: Es ist ja nicht immer so gravierend wie bei meinem Sohn aber es sind viele ... wo es gar nicht bekannt ist.
00:08:48: Es sind ja auch nicht alles Pflegekinder, sondern es reicht wenig und das Ausmaß ist
00:08:52: riesig.".
00:08:53: Der Weg zu einer Schubegleitung war damals alles andere als selbstverständlich – und doch hat diese Unterstützung letztlich dazu beigetragen, dass eine Regelbeschulung überhaupt möglich wurde?
00:09:04: Natürlich verschwinden die Einschränkungen nicht!
00:09:06: Auch immer wachsenden Alter bleiben Herausforderungen bestehen….
00:09:15: Gerade bei einer nicht sichtbaren Behinderung, man sagt es im Eingangsgespräch.
00:09:20: Er provoziert und beleidigt.
00:09:22: nicht besitzt von sich und anderen trennen und solche Sachen.
00:09:25: Und dann wird erst immer gesagt so, überbühende Mutter... So!
00:09:31: Und dann tauchen diese Probleme auf und dann kriegt man den anrufen und sagt ja das hatte ich gesagt.
00:09:36: Das ist das Syndrome.
00:09:38: also es geht ähnlich.
00:09:40: im Moment hat er auch eine wirklich psychisch schwierige Phase weil er noch eine Zusatzerkrankung, eine Psychose bekommen hat.
00:09:46: aber Im Großen und Ganzen sagen alle, es ist toll, dass er überhaupt arbeitsfähig ist.
00:09:51: Viele Menschen mit FAS sind nicht arbeitswähig.
00:09:54: Er im geschützten Rahmen baut da auch FIMIST aber die sind endgeduldig und das bleibt schon sportlich.
00:10:02: Aber der Lebensweg den Steffis Sohn gegangen ist zeigt was mit Unterstützung möglich sein kann.
00:10:08: Heute arbeitet er in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung und hat die Förderschule abgeschlossen.
00:10:13: wenn man bedenkt, dass eine Beschulung zeitweise kaum denkbar war Ist das eine enorme Entwicklung?
00:10:20: Was ich aus dieser Folge mitnehme, ist vor allem Respekt.
00:10:24: Respekt für Familien die jahrelang kämpfen und Respekt der Wirkung von früher Unterstützung.
00:10:32: In der dreizehnten Folge habe ich mit Anna gesprochen, die aus der Ukraine nach Deutschland gekommen ist.
00:10:37: Ursprünglich hat sie etwas völlig anderes studiert – nämlich im militärisch Bereich!
00:10:43: Und doch hat sie hier ihren Weg in der Schulbegleitung gefunden….
00:10:47: Was mich an ihrer Geschichte besonders beeindruckt hat, ist ihr Wille.
00:10:51: Sie hat nicht nur Deutsch gelernt sondern sich auch Gebärdensprache angeeignet!
00:10:55: Die SAB Ruhr hat ihr Potenzial erkannt und sie durch Schulung unterstützt – ich bin mir sicher das nicht jeder Träger oder Arbeitgeber ihr diese Chance gegeben
00:11:04: hätte.".
00:11:11: Und ich hatte gar keine Kontakt eigentlich zu dieser Welt.
00:11:15: Ja, Deutschkost ist ja nichts.
00:11:18: Du bist immer mit der gleichen Menschen im Umfeld und die reden so wie ich nur erfährst nicht was anderes.
00:11:28: Der Unterschied zwischen mich davor und mich jetzt ist ganz riesig.
00:11:34: also davon hatte ich auch Angst.
00:11:38: Jetzt eher nichts mehr.
00:12:00: Anna
00:12:03: zeigt für mich sehr deutlich, was beim Seiteneinstieg entscheidend ist.
00:12:07: Haltung, Motivation und die Bereitschaft sich weiterzuentwickeln.
00:12:12: Fachwissen kann aufgebaut werden.
00:12:14: Empathie und echtes Interesse sind schwerer zu vermitteln Und bei Anna war denke ich ausschlaggebend dass sie schon Berührungspunkte mit einem Kind hatte.
00:12:23: das ist auch nicht so leicht hatte im Leben.
00:12:26: Ja das kommt eigentlich von meinem Neffen weil Ich weiß wie schweißt das für ihn?
00:12:34: Ich wünsche für ihn das Beste und das Ganze wünsche ich für anderen Kinder klar.
00:12:40: Und das Sozialsystem ist hier ganz anders, viel besser.
00:12:45: es gibt viel toppenmöglichkeit.
00:12:48: perfekte Möglichkeit für Menschen mit Behinderung finde ich ja zum Beispiel manneffekonte nicht solcher Schule in der Ukraine besuchen wie hier.
00:12:58: unser viele Hilfe Die sötzliche Hilfe hat man so vielleicht hier.
00:13:03: Aber das heißt, was sind so Unterschiede zu Ukraine?
00:13:07: Also du meinst jetzt an deinem Neffen als Beispiel dass er da nicht eine Schule besuchen konnte.
00:13:12: aber was unterscheidet sich in dem System?
00:13:15: Ja wenn ein Kind so eine normale Schule besucht dann sind die Leute nicht so ganz angewiesen an ihn.
00:13:23: ich meine ja das ist ganz normales System Unterricht zwei Unterrichtenpause, keine Sitz vor dir und zehnmal erklärt das gleiche.
00:13:37: Und die Kinder brauchen das.
00:13:39: Das muss zwei Momentanen ein Thema sein und erklärt
00:13:44: werden.".
00:13:46: Und dann gab es da auch nicht so viele Mitarbeiter im pädagogischen Bereich.
00:13:51: oder wie kann ich mir das vorstellen?
00:13:52: Also ich sag' es gibt fast... Keine solchen Schulen, weißt du?
00:13:57: Förderschulen meine ich.
00:13:59: Es gibt eine Schule im ZB-Förderklasse aber der wär da für's riesig.
00:14:04: Ja, das hab' ich nicht.
00:14:05: Eine Klasse in einer Schule!
00:14:09: Ihre Außenperspektive fand ich unglaublich wertvoll.
00:14:12: Sie hat deutlich gemacht dass auch in Deutschland vieles verbesserungswürdig ist Aber zumindest ein System existiert das versucht Unterstützung strukturierter anzubieten.
00:14:23: Diese Folge hat mir noch mal gezeigt, wie Sersu-Begleitung auch ein Integrationsberuf sein kann.
00:14:27: Für Kinder aber auch für Erwachsene die hier einen neuen beruflichen Weg finden.
00:14:34: Puh!
00:14:34: Jetzt mal kurz durchatmen – das sind schon wirklich krasse Lebensgeschichten, die wir gehört haben.
00:14:41: In der vierzehnten Folge habe ich erneut mit Rahime gesprochen.
00:14:44: Während wir beim ersten Gespräch stärker ihren persönlichen Einstieg beleuchtet haben, sind wir diesmal tiefer in die konkrete Begleitung eines Kindes mit ADHS eingestiegen.
00:14:54: Was für mich das größte Learning war, ist Einsatz der fast simpel klingt.
00:14:59: Man muss oft zuerst bei sich selbst anfangen.
00:15:02: Also vor allem nachdem ich dann Schulungen zum Thema ADAS hatte dachte ich mir dann später also was habe ich gemacht?
00:15:11: Ich bin das voll falsch angegangen.
00:15:13: Also klar, ich hab dem Kind jetzt nicht gesagt hey du musst jetzt das machen, du musst diesmal nur das machen.
00:15:17: aber Ich bin sehr sensibler Mensch, ich passte auch richtig gut auf wie ich mit ihm umgehe.
00:15:24: Aber vor allem nach den Schulungen habe ich gemerkt was einfach viel wichtiger ist.
00:15:29: Also
00:15:30: ich hab'
00:15:30: einfach gemerkt... ...ich hab das Kind nicht wirklich verstanden!
00:15:34: Auch wenn ich es versucht habe, ich hab's immer falsch gedeutet oder ich weiß nicht, er kann es ja selber meistens nicht richtig zum Ausdruck bringen.
00:15:43: Und da ist es halt meistens meine Aufgabe zu schauen okay was will er mir gerade sagen?
00:15:47: Was könnte wirklich hinter diesen Verhalten stecken?
00:15:51: und das weißt du eben auf Anhieb nicht.
00:15:53: der Bross hat irgendwie dann musst du das Kind gut kennen muss auch eine richtige Beziehung zu ihm aufbauen und das kommt halt nicht von jetzt auf gleich, dass natürlich auch dort die auch bis hin bis die Beziehungen aufgebaut sind.
00:16:05: Rahime hat sehr offen erzählt, dass sie zunächst verstehen musste wie Kinder mit ADHS funktionieren.
00:16:12: Das Überforderungen schneller eintritt das äußere Reize stärker wirken, das Impulse nicht einfach abgestellt werden können.
00:16:19: Manchmal bringt es eben nichts weiter Druck auf das Kind auszuüben wenn man selbst noch nicht analysiert hat was eigentlich gerade passiert.
00:16:27: Dieser Perspektivwechsel ist anspruchsvoll aber essentiell.
00:16:33: Mittlerweile hat sich bei ihrem kind vieles stabilisiert.
00:16:36: Bei Klassenarbeiten reicht es teilweise schon, dass Rahime in der Nähe sitzt und das Kind weiß, dass Unterstützung da ist.
00:16:43: Das zeigt wie sehr Sicherheit über Beziehungen entsteht.
00:16:47: Und gleichzeitig hat sie betont, dass das Kind grundsätzlich leistungsfähig ist.
00:16:52: Es scheitert nicht am Können sondern oft an äußeren Triggern.
00:16:56: Aber bei allem Gelaber über Struktur und Theorien liegt ein Fazit darüber.
00:17:02: Struktur ist halt einfach auch Flexibilität, also dass man das jeden Tag anpasst.
00:17:06: Okay wie viel geht heute?
00:17:08: Weil wenn ich ... Ich weiß nicht, wenn ich heute geschafft habe zehn Minuten mit dem Konzentrieren zu arbeiten kann ich das morgen von ihm nicht erwarten.
00:17:14: Vielleicht sind es morgen nur fünf Minuten und da ist es halt auch extrem wichtig diese Strukturen anzupassen je nachdem wie das Kind eben drauf ist.
00:17:22: weil wenn er sich nicht mehr konzentriern kann dann kann er sich eben nicht mal konzentrieren, dann kann ich noch nicht irgendwas ... ich weiß nicht irgendwas rausboxen, das ist doch irgendwie klappt.
00:17:31: Es ist schwierig.
00:17:33: Ich finde, nicht jede Möglichkeit, nicht jeder Frankensweise klappt halt bei jedem Kim.
00:17:39: Das heißt es ist extrem individuell und bei ihm ist es zum Beispiel so... Grundlegende Sachen, wo man denkt okay das gibt dem Kind Struktur klappen bei ihm nicht.
00:17:51: Ich sehe das.
00:17:51: ich habe das zum Beispiel in den Schulungen sehr oft gehört dass dann zum Beispiel diese Timetime angewendet wurden also das ich weiß nicht das eine Uhr gesetzt wurde.
00:18:00: ok du versuchst sich jetzt fünf Minuten zu konzentrieren.
00:18:04: wenn ich das machen würde wäre schon nach der ersten Minute um.
00:18:07: Also es wird gar nicht klappen.
00:18:09: Es ist ja auch mit einer Methode die in der Klasse an sich angewendelt wird also dass die Lehrerinnen eine Tafel, ein Timer setzt.
00:18:16: Ihr habt jetzt fünf Minuten Zeit dafür die und die Aufgabe fertig zu kriegen.
00:18:21: Sobald ihr diesen Timer seht hat er schon abgeschaltet.
00:18:24: also ich muss mit ihm dann direkt in den Nebenraum gehen.
00:18:26: das klappt zum Beispiel gar nicht weil das direkt setzt ihn halt eben unter Druck genau und ansonsten vor allem jetzt so wenn wenn da jetzt wirklich mehrere Arbeitsanleisungen sind Wie gesagt, da ist vielleicht mal eine Aufgabe, wo ich mir denke okay die ist eigentlich ganz simpel.
00:18:44: Für mich vielleicht aber nicht für ihn, für andere Kinder vielleicht aber wie gesagt nicht für ihnen und da ist halt auch extrem wichtig dass man also das ich ihm dann zum Beispiel sage ok wir machen jetzt erst einmal das hier und dann schauen wir weiter weil wenn es kennt dann jetzt irgendwie ein Blatt vor sich hat wo dann irgendwie fünf verschiedene Aufgaben stehen ist das für ihn einfach nur Chaos.
00:19:07: Das heißt, die Struktur dahinter ist halt einfach alles Schritt-für-Schritt anzugehen, dass das Kind einfach weiß okay jetzt gerade muss ich das und das tun?
00:19:16: Vielleicht weißt du auch was er gleich tun muss.
00:19:17: aber das spielt erst mal keine Rolle sondern nur was er jetzt gerade machen muss!
00:19:21: Und es ist bei ihm so ein bisschen geordnet, sag' ich mal...
00:19:26: Es bringt nichts Star an Regeln festzuhalten wenn die Situation etwas anderes erfordert.
00:19:32: Entwicklung verläuft nicht linear, manchmal geht es einen Schritt vor und zwei zurück.
00:19:38: Wenn ich die Folgen elf bis vierzehn zusammennehme sehe ich ein wiederkehrendes Muster.
00:19:43: Es geht immer um Verständnis, um Perspektivwechsel und um das Anerkennen individueller Lebensrealitäten.
00:19:50: Autismus FASC Migrationserfahrung ADHS sind sehr unterschiedliche Ausgangspunkte Und doch brauchen alle dasselbe Und zwar Menschen, die bereit sind genau hinzuschauen und nicht vor schnell zu urteilen.
00:20:05: Ich habe in diesen vier Folgen noch mal deutlicher gespürt dass Schulbegleitung kein starrer Beruf ist.
00:20:10: sie bewegt sich zwischen Struktur und Flexibilität und Zwischen Fachwissen und Menschlichkeit.
00:20:17: Vielleicht ist das das übergeordnete Fazit?
00:20:20: Dass es eben keinen Schema F gibt aber eine Haltung die trägt!
00:20:26: Das war Clustin Klima der Talk über Schulbekleidung von SRB Ruhr.
00:20:31: Ich würde mich freuen, wenn ihr in die nächste Folge mal rein hören würdet.
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