Episode 10 - Zweiter Deepdive in die Schulbegleitung

Shownotes

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00:00:09: Ihr hört Klassenklima, der Talk über Schulbegleitung von SAP Rur.

00:00:14: In diesem Podcast reden wir darüber was es bedeutet und braucht um Schuhbegleiter zu sein.

00:00:19: Hürden,

00:00:20: Kontroversen und Erfolge?

00:00:22: All das bespreche ich – Fee als freie Journalistin!

00:00:25: Diesmal mit….

00:00:27: naja mir selbst.

00:00:28: Nach vier weiteren Folgen möchte ich nun nicht nur wiederholen, was gesagt wurde.

00:00:33: mich interessiert viel mehr welche Entwicklungen erkenne Denn die Folgen sechs bis neun haben mir noch mal gezeigt, wie unterschiedlich Schulbegleitung aussehen kann.

00:00:43: Und trotzdem zieht sich ein roter Faden durch alles – Anpassungsfähigkeit!

00:00:48: Aber dazu später mehr.

00:00:51: In der sechsten Folge haben wir über Kinder im Autismus-Spektrum gesprochen.

00:00:55: Um was mir sofort klar wurde….

00:00:57: Die Anforderungen in der Begleitung sind hier oft anders nicht unbedingt mehr

00:01:01: aber anders.

00:01:03: Plätzliche Veränderungen wie Vertretungsunterricht, ein Raumwechsel oder der Ausfall der Schulbegleitung können Kinder aus dem Spektrum aus dem Gleichgewicht bringen.

00:01:12: Müssen sie aber nicht!

00:01:14: Und genau da beginnt das erste Missverständnis Es gibt nicht den einen Autismus.

00:01:20: Jeder Mensch im Spektrüm ist unterschiedlich.

00:01:23: Was mich besonders beschäftigt hat sind diese Aussagen Wie er könnte ja wenn er nur wolle.

00:01:29: Solche Sätze sind nämlich hart für Kinder, für Eltern und Fachkräfte.

00:01:34: Denn oft ist es eben nicht ein Nicht-Wollen sondern ein Nichtkönnen.

00:01:38: Und hier wurde das für mich sehr konkret.

00:01:40: Ute sprach von drei Stellschrauben Struktur Räumlichkeiten und Kommunikation.

00:01:46: In den drei Bereichen gibt es besondere Anforderungen für diese Kinder.

00:01:51: Bei der Struktur hat die Schule viele Möglichkeiten selbst aktiv zu werden.

00:01:57: Also letztendlich hilft dem autistischen Kind ein gut durchstrukturierter Tag.

00:02:04: Das fängt mit einem Stundenplan an, das ist aber auch die Struktur im Material.

00:02:10: Wenn es zum Beispiel um Wochenplayer-Planarbeit gibt da haben wir dann einen Plan wo die Kinder aussuchen sollen was sie machen quasi um zu lernen sich selber zu strukturieren.

00:02:26: Und ja, das fällt autistischen Kindern oft schwer und dann können auch Strukturen von außen vorgegeben werden.

00:02:34: Also ich hatte das beispielsweise mit einem Jungen den ich damals begleitet habe so gemacht dass ich ihm den Wochenplans erschnitten habe.

00:02:41: Die Lehrerin war erstmal total dagegen.

00:02:43: also wir haben diese die Aufgaben einzeln übereinander gestapelt und er hat dann von oben abgearbeitet weil er mit diesem ganzen Plan überhaupt nicht zurecht gekommen ist.

00:02:53: Er hat erst oben rechts geguckt dann unten links.

00:02:55: dann hat er versucht, das in Angriff zu nehmen und hat es eben nicht hingekriegt.

00:03:00: Und letztendlich geht es ja darum auch diesen Menschen Strategien zu vermitteln.

00:03:07: Wenn er einen Wochenplan hat und irgendwann ohne Schulbegleitung zur Schule geht, ist es eine Strategie zu sagen ich zerschneide mir diesen Plan und stapel mir das übereinander, dann sehe Also das heißt Struktur im Material, Struktur in dem ganzen Schulalltag.

00:03:23: Aber auch Struktur

00:03:24: an der Zeit ist ein ganz wichtiger Faktor und auch das haben viele Schulen schon übernommen indem sie mit Timetimern zum Beispiel arbeiten dass es im Prinzip einer ja wie kann man sich vorstellen wie so eine Eieruhr wo die Zeit, die gearbeitet wird, farblich markiert ist oder die Zeit gespielt wird.

00:03:44: Dann läuft diese Zeit dann rückwärts ab so dass das Kind immer sehen kann okay ich habe jetzt zehn Minuten Zeit zu arbeiten oder ich muss zehn Minuten arbeiten und dann sieht das Kind wie es quasi weniger wird und wie viel Zeit noch da ist und hat.

00:04:00: den Vorteil einmal, dass das Kinder diese zeitliche Struktur hat aber gleichzeitig auch den Vorteils dass nicht die Schulbegleitung oder der Lehrer oder wer auch immer der Böse ist, der dann sagt irgendwann so ... Die fünf Minuten sind jetzt um und das Kind konnte da gar nicht folgen.

00:04:14: Und das Kind hat so das Gefühl, es ist einfach einer Subjektivität ausgeliefert.

00:04:19: Das ist ja dann gar nicht so, weil's einfach sieht okay, das ist jetzt einfach so, das is' jetzt einfach

00:04:23: Fakt!

00:04:25: Spannend finde ich, dass viele dieser Methoden ursprünglich aus der Autismustherapie kommen und inzwischen ganz selbstverständlich im Schulalltag eingesetzt werden.

00:04:34: Und oft profitieren alle Kinder davon.

00:04:37: Bei den Räumlichkeiten wird es dann schwieriger.

00:04:40: Rückzugsmöglichkeiten sind nicht in jeder Schule leicht

00:04:43: umzusetzen.".

00:04:47: Individuell, schnell unter Stress durch verschiedene Faktoren.

00:04:51: Um gut am Unterricht teilzunehmen zu können, sollten Sie die Möglichkeit haben, zwischendurch rauszugehen.

00:04:56: Das kann sein, dass dem Kind hilft.

00:04:58: Ich laufe einmal über den Schulhof und pauere mich aus.

00:05:01: Andere Kinder brauchen einen ruhigen Raum, wo sie überhaupt keine Reize haben oder Kopf auf ein Tisch legen dürfen zum Beispiel.

00:05:11: Ich denke immer es gibt viele Möglichkeiten, wenn die Schule sich darauf einlässt.

00:05:16: Auch wenn räumliche Gegebenheiten nicht so da sind.

00:05:20: Ich kenne eine Schule, die hat zum Beispiel unter der Treppe den Kindern da eine Möglichkeit eingerichtet, ganz gemütlich gemacht.

00:05:27: So ein Treppenhaus hat ja eventuell auch Möglichkeiten, wo sie sich dann zurückziehen können.

00:05:33: An einer Schule war ich mal tief beeindruckt.

00:05:35: Das ging es nicht um ein autistesches Kind, sondern um einen Kind mit fetalen Alkohol-Syndrom.

00:05:40: Dass auch seine Pausen brauchte – da war das fest installiert, dass das Kind in der Pause immer zur Schulleitung durfte!

00:05:47: wie ich das nicht musste, sondern durfte.

00:05:49: Und dann hat er sich ins Schulleitungsbüro gesetzt – der hatte es nicht geschafft auf dem Schulhof zu sein mit den anderen Kindern.

00:05:58: Das war zu viel was da auf ihn eingeprasselt ist.

00:06:00: und dann hat Er bei der Schulleitung gesessen mit seiner Schulbegleitung gemeinsam.

00:06:04: Dann haben die Schuleitung sich auch viel mit ihm unterhalten und viel Wertschätzung gegeben so dass das also nicht ein Muss war für dieses Kind sondern tatsächlich ein Privileg, das er dann dahin durfte.

00:06:16: Es ist natürlich nicht immer möglich und jede Schulleitung hat immer die Möglichkeit, dass da eingehend ist.

00:06:21: Ich möchte damit einfach nur verdeutlichen es gibt Möglichkeiten,

00:06:25: die man

00:06:26: einräumen kann.

00:06:27: Die Beispiele, die Ute genannt hat haben mich beeindruckt.

00:06:30: Schulen, die kreativ werden, Räume umfunktionieren und flexible Lösungen finden.

00:06:36: Und wenn das nicht geht, kann man ja zumindest kleine Alternativen schaffen also KopfhörerInnen Klassenräumen, Lernbüros, feste Ruheorte.

00:06:45: Das hat mir gezeigt es gibt weniger um perfekte Bedingungen sondern um die Frage wollen wir Wege finden oder Gründe warum es nicht geht?

00:06:54: Genauso bei der Kommunikation Menschen auf dem Autismus Spektrum können Probleme haben mit unklaren Aussagen Die auf einer Metaebene sind oder versteckte soziale Erwartung enthalten.

00:07:05: Da ist es wichtig dass sich die Schulbegleitung klar ausdrückt, um den Stress zu vermeiden.

00:07:10: Denn das Fass kann ganz langsam

00:07:12: überlaufen.".

00:07:17: In der Sittenfolge haben wir mit der Janusz Korczak Schule in Bochum gesprochen – mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung!

00:07:23: Und hier wurde deutlich dass Schuhbegleitung besonders gut funktioniert wenn sie nicht nebeneinander sondern miteinander arbeitet.

00:07:31: Was mich beeindruckt hat war die Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen Schule und SRB Ruhr.

00:07:36: Beide Seiten wissen, dass wenn Schulbegleitungen bleiben sollen es gute Rahmenbedingungen braucht.

00:07:42: Als spannendes Konzept ist mir eine Sache krass im Kopf geblieben.

00:07:46: Der stellvertretende Schulleiter Andreas Engelsiebem macht Kraft Maga – nun ist das eigentlich sehr weit weg von Schule!

00:07:54: Kraft Magaa ist eigentlich Straßenkampf.

00:07:57: Hintergrund ist eine Zunahme von körperlichen Übergriffen im Schulkontext.

00:08:02: Kinder, die beißen, kratzen oder kneifen Manchmal als einzige Ausdrucksmöglichkeit.

00:08:08: Das liegt einmal daran, dass es manchmal bei Menschen mit Autismus-Spektrum einfach Ausdrucksform ist im Sinne von ich begrüße dich nicht mit High Five sondern meine Kontakteaufnahme ist das ich dir in den Arm knäife.

00:08:19: Also für einen Menschen kann das normal sein.

00:08:22: oder auch dass ich eben nicht in der Lage bin du hör mal das was du gerade gemacht hast gefällt mir nicht so gut sondern ich schlage dann einfach weil ich meinem Gefühl keinen anderen Ausdruk geben kann.

00:08:31: und da sind Phänomene die im Alltag vermehrt und eigentlich sehr regelmäßig auftreten.

00:08:37: Und jetzt kann man ja nicht von Lehrkräften erwarten, dass sie sich jeden Tag Kneifen kratzen und beißen lassen.

00:08:41: Also muss man sagen okay es gibt zwei Komponenten, man kann gucken das man dem ganzen präventiv begegnet, dass man Systeme Strukturen schafft wo diese Aggression eben nichts zum Ausdruck kommt.

00:08:52: aber egal wie gut die Konzepte sind, man kriegt das nicht weg.

00:08:56: Das heißt Ich muss Lehrkräften eigentlich eine Möglichkeit geben.

00:08:59: Na ja, wie kann ich mich denn in Anführungszeichen verteidigen wenn mir einer mal wirklich aufgrund seiner begrenzten Möglichkeiten wirklich mal ins Gesicht hauen will oder mich schlagen will oder mig kratzen will?

00:09:10: Die meisten wissen nicht, wie sie das machen sollen.

00:09:14: und dann kommt eben dass Das ist, Graf Magal ist dafür eigentlich nicht wirklich gemacht.

00:09:18: Aber man kann das ganz gut adaptieren weil es eben sehr funktional ist.

00:09:22: also wie kann ich mich denn bewegen?

00:09:24: Wie kann ich den überhaupt beobachten und sagen okay hier könnte die Luft gleich anfängt zu brennen.

00:09:29: was kann ich denn tun damit es vielleicht nicht eskaliert?

00:09:32: und gleichzeitig na was kann Ich denn tun wenn der zur Backpfeife ausholt und mir eine scheuern will?

00:09:36: ja also dass heißt man lernt dann oder Die begleitung oder Lehrer können lernen wie man sich ab.

00:09:45: Das steckt ein bisschen noch in den Kinderschuhen.

00:09:48: Wir haben vor einem Jahr eine große Fortbildung mit allen Lehrkräften gemacht zu diesem Thema, auch wirklich was ist die Rechtslage?

00:09:56: Was darf ich denn überhaupt mich wehren oder muss ich das alle sehr dulden lassen?

00:10:01: Wie kann ich das machen?

00:10:02: und was kann ich machen wenn es wirklich mal eine Krisensituation ist also wenn einer keine Ahnung mit neunzig Kilo und sehr viel Energie und Testosteron auf mich zukommt und mich wirklich umwämsen will, was kann?

00:10:13: Und wir haben im Nachgang gesagt, okay das ist schon wichtig.

00:10:15: und dann habe ich halt gesagt, Leute ich kann euch das ein oder andere zeigen.

00:10:19: Dann haben wir wieder so eine Mikrofortbildung einen Nachmittag gemacht weil da geht es ganz viel um eine Haltungsfrage.

00:10:25: Die Pädagogen haben ja in der Regel alle ein großes Herz.

00:10:29: Wenn dein Gegenüber ein Schüler die Wahl der körperlichen Auseinandersetzung wählt.

00:10:35: Dann kann es sein, dass du mit der Sprache überhaupt gar nichts mehr bewirkst.

00:10:39: Also musst du dann möglicherweise eben auch was Körperliches wählen und da muss man eine bestimmte Haltung zu haben?

00:10:45: Und dann muss man wissen ... Naja das kannst du machen im Sinne deiner Selbstverteidigung und eben was auch nicht.

00:10:53: Was ich daran spannend fand, es geht ja nicht um Gegenwehr Oder Straßenkampf, es geht um Schutz-, Prävention- und Selbstsicherheit.

00:11:01: Und plötzlich schließt sich wieder der Kreis zu früheren Folgen – Nähe und Distanz, Deeskalation, Haltung….

00:11:08: Ich finde es cool wie kreativ Menschen werden!

00:11:11: Dass Andreas das aus seinem eigenen Umfeld in die Arbeit mitbringt.

00:11:15: Kreativität entsteht oft dort wo Standardlösungen nicht mehr ausreichen.

00:11:19: Für den Förderschwerpunkt in der Schule muss man auch mal etwas kreativ werden, da es andere Anforderungen gibt.

00:11:25: Also ich würde schon sagen das bei uns mehr gekratzt und gekniffen wird als an einem klassischen Gymnasium weil es eben auch mit der Schülerschaft zusammenhängt.

00:11:35: aber das betrifft nicht nur unsere Schule.

00:11:37: also gesamter Förderschulbereich würde ich sagen ist die Gewalt gegen Lehrkräfte gestiegen.

00:11:43: und dann muss ich jetzt noch einmal einschieben Gewalt ist ja nie nur wenn ich jemanden haue oder

00:11:47: knalfe

00:11:48: wir haben ja noch den Bereich der psychischen Gewalt oder der verbalen Gewalt, das sind ja auch Dinge.

00:11:52: Also auch da haben wir uns mit beschäftigt.

00:11:55: aber krass ist halt wirklich immer wenn diese Attacke kommt und ich sehe die nicht kommen und habe dann halt eine Hand im

00:12:01: Gesicht.".

00:12:02: Natürlich macht einen die Zunahme von Gewalt nachdenklich.

00:12:06: Aber ich nehme aus dieser Folge vor allem mit es wird nicht weggeschaut sondern gehandelt!

00:12:11: Und es geht ja auch ganz viel um Prävention beziehungsweise Deeskalation.

00:12:15: Da zieht sich dann der Bogen zur SAB die ebenfalls solche Schulungen anbieten, zu Nähe und Distanz, der Eskalation oder bestimmte Krankheitsbilder.

00:12:24: Das sind Dinge in denen die Janusz Korczak Schule schult aber auch die SAB Ruhr.

00:12:29: So bieten beide Seiten etwas an so dass man an einem Strang zieht.

00:12:35: Ähnlich ist das bei der Hadensteingesammenschule.

00:12:38: Da gibt es einen ebenfalls noch eher ungewöhnliches Konzept – das Poolmodell.

00:12:44: Pool heißt in dem Kontext, dass die SRB Ruhr als Träger ein festes Team an Schulbegleitungen an der Gesamtschule einsetzt.

00:12:52: Diese teilen sich dann auf die Klassen auf und nicht auf einzelne Schüler – also keine Eins-zu-Eins-Betreuung aber für die Schule als Institution heißt es das sie feste Ansprechpartner haben!

00:13:04: Ein Modell, das ich anfangs ehrlich gesagt kritisch betrachtet habe.

00:13:08: Mein erster Gedanke war Geht da nicht etwas verloren?

00:13:11: Sicherheit, Bindung, Kontinuität.

00:13:14: Doch im Gespräch mit Bebel Rote wurde klar ... Die Kinder kommen erstaunlich gut damit zurecht.

00:13:19: Oft besser als gedacht!

00:13:21: Kindern ist es ganz offensichtlich dass man sich auch mal um mehrere kümmern muss.

00:13:26: also die fordern gar nicht ein Bitte sei immer nur bei mir.

00:13:31: Das fordern Sie ja noch nicht mal von Ihren Eltern den ganzen Tag

00:13:34: ein, sie fordern

00:13:35: das zwar in einem gewissen Sinne ein.

00:13:37: aber klar wenn ich eine Mutter bin muss ich mich um mein Kind kümmern, aber ich kümmere mich auch mal um das Geschwisterchen, um das Nachbarkind und die Gruppe.

00:13:45: also die Kinder an sich sind da überhaupt nicht das Problem.

00:13:48: Die sehen das vollkommen ein, wenn ich auch mal zwei Leuten was erkläre anstatt einem.

00:13:53: Und hier hat es sich für mich eine neue Perspektive geöffnet.

00:13:56: Eins zu eins Betreuung kann stabilisieren, aber sie kann auch stigmatisieren.

00:14:02: Das Pool-Modell schafft das die Schulbegleitung so viel aktiver in den ganzen Klassenverbund aufgenommen werden.

00:14:08: Sind vielmehr jetzt Klassenhilfen für alle Kinder?

00:14:12: Einen kurzen Moment habe ich trotzdem gedacht – also jetzt wirklich flapsig gesagt!

00:14:17: Inwiefern ist die SAB denn dann noch mit im

00:14:19: Boot?!

00:14:20: Die Schulbekleidungen sind bei Klassenfahrten dabei neben einem pädagogischen Konferenzental Ist doch dann fast eher so, als wären Sie an der Schule angestellt.

00:14:28: Also die Frau Kaufmann, die hier auch zuständig ist kommt regelmäßig zu Gesprächen mit ihren Mitarbeitern und auch mit uns.

00:14:37: sie hospitiert im Unterricht, die guckt läuft das.

00:14:40: es gibt auch durchaus Mitarbeiter und Innen die sich hier an den SAP wenden und sagen ich habe da die und die Problematik.

00:14:47: sagen wir mal jetzt konkretes Beispiel Ich hab da ein bisschen Schwierigkeiten Mit sexueller Gewalt vielleicht nicht, aber wie stelle ich mich da?

00:14:59: Ich bin jetzt ein Mann oder eine Frau und soll das so machen.

00:15:03: Und inwieweit kann ich sagen ne bis hier noch nicht weiter... wenn ich mich über ein Kind beuge, die einen sagen ja mittlerweile.

00:15:12: Ich fühle mich bedrängt.

00:15:13: also da muss man auch schon wirklich aufpassen mittlerweile was man macht.

00:15:17: Ja oder können die einen vielleicht mal umarmen wollen mit noch ein bisschen Jünger?

00:15:19: Genau

00:15:20: und das wollen sie.

00:15:21: Das wollen die in Massen.

00:15:22: Und dann muss man immer schon fragen darf ich das denn jetzt?

00:15:25: weil ich bin auch so ein impulsiver Typ!

00:15:27: Ich bin auch schon mal Hallo und dann will ich einen umarben oder auch mal anknudeln und da muss Man ja gucken.

00:15:33: und auch Da gibt es Beratungsgespräche.

00:15:35: und wie gesagt Jetzt haben wir uns überlegt etwas noch nicht so kontinuierlich gemacht.

00:15:43: Aber jetzt haben wir uns überlegt, einmal im Monat machen wir auch eine Teamsetzung mit allen damit man da auch nochmal austauschen kann.

00:15:49: und dann war letztens auch ein Konflikt dass einige Kollegen und Kolleginnen nicht genau wussten inwieweit.

00:15:55: Na klar haben wir ein Konzept, aber inwieweit kann ich mir da jetzt Hilfe suchen oder auch mir in den Unterricht reingreetschen lassen?

00:16:02: Die Anführungszeichen.

00:16:03: So wurde das empfunden und dann machen wir es auf jeden Fall eine Lehrkräftekonferenz rüber, dass man sich da nochmal austauscht.

00:16:08: was wünscht sich das Collegium, was wünschte der SAB und was wünsche wie uns als Schulleitung?

00:16:14: also vernetzen und schonen?

00:16:15: Es ist also kein Loslösen sondern eher eine andere Form der Einbindung um.

00:16:20: vielleicht zeigt genau dieses Modell Inklusion ist kein starres Konzept.

00:16:25: Sie muss sich an Schule anpassen und Schule an sie.

00:16:30: Poch!

00:16:31: Und dann sind wir schon bei der neunten Folge angekommen.

00:16:34: Nach vielen strukturellen und konzeptionellen Folgen war es fast überfällig, mit jemandem zu sprechen, der jeden Tag im Klassenzimmer steht – und zwar mit Rahime.

00:16:43: Sie ist noch sehr jung und relativ frisch bei der Ersabereruhr.

00:16:47: Sie studiert im sozialen Bereich und ist daher auf den Job als Schubbegleitung gestoßen.

00:16:52: Für sie ist das nicht nur eine Bereicherung da sie... Geld verdient und Praxiserfahrung sammeln kann, sondern vor allem um noch mehr Theorie in Putz zu haben.

00:17:00: Da muss ich tatsächlich sagen dass ich überwiegend eigentlich fast nur die Theorie von hier also von SRB anwenden konnte.

00:17:10: Also die Schulungen, die wir ja in der schulfreien Zeit haben, die verhelfen da einen wirklich sehr stark.

00:17:17: Diese Schulungen sind wie so ein Anker für uns das wir die Theori mitnehmen und das dann auch umsetzen können.

00:17:24: Genau vom Studium, wie gesagt.

00:17:25: Da ist ja nicht am Anfang vor allem nicht in Richtung Kinderhilfe

00:17:28: etc.,

00:17:29: kriegst du jetzt nicht direkt irgendwelche Theorien aufgetauscht, die du direkt anwenden kannst?

00:17:34: Da ist tatsächlich eher die SOB meines Stützes durch die

00:17:37: Schulungen.".

00:17:39: Sie beschreibt sehr klar diesen Bruch zwischen Theorie und Praxis.

00:17:43: Viele kennen das aus dem Studium – Modelle, Konzepte, Theorie.

00:17:47: Aber die echte Anwendung fühlt sich erst mal ganz anders an!

00:17:51: Da sieht sie also einen Benefit, wirklich noch tiefer einzusteigen.

00:17:55: Schließlich kann ein Studium auch nicht jedes Thema im Detail abbilden.

00:17:59: Durch ihren theoretischen Input aus dem Studium und die Weiterbildung bei der SAP ist sie mittlerweile sehr sicher in der Betreuung ihres Schülers.

00:18:07: Auch wenn das am Anfang nicht so easy war – ihr Schüler hat ADHS!

00:18:12: Die richtige Kommunikation mit Kindern aber vor allem mit Kindern, die auf einem ADHS oder Autismus-Spektrum sind, ist oft nicht so.

00:18:20: Rahime versucht die Strategien, die sie in den Schulungen gelernt hat zum Beispiel so anzuwenden.

00:18:45: wo er vielleicht aufgebracht ist und ich weiß nicht, wer bei ihm etwas aggressiver wird.

00:18:50: Dass ich dann zum Beispiel auch wirklich offen kommuniziere, ey ... Ich kann verstehen dass es dir gerade so geht.

00:18:56: Ich finde so und so mir geht's grad so undso.

00:18:59: Ich weiß nicht verstehst du das oder wie denkst du darüber nach?

00:19:02: Dass ich

00:19:02: ihm

00:19:03: einerseits das Gefühl gebe, dass er verstanden wird, dass ihm zugehört wird ,dass er gesehen wird aber andererseits dass er sieht.

00:19:24: Was ich an ihr besonders stark finde, ist diese Haltung des Ausprobierens.

00:19:29: Kein Anspruch auf Perfektion sondern ein permanentes Justieren!

00:19:33: Und was auch nach Mitnehmen aus der Folge, dass sie sehr viel Glück hatte trotz ihrem Alter und allem das sie ernst genommen wird.

00:19:41: Man muss das ja mal festhalten, dass es nicht überall so ist.

00:19:44: Aber als ich ihr zugehört habe, hab' ich auch gemerkt wie viel Ahnung sie einfach hat!

00:19:49: Sie dann noch zu unterschätzen wäre auch etwas verrückt... Wenn ich die Folgen sechs bis neun zusammen denke sehe ich weniger Einzelthemen als viele mehr.

00:19:59: ein System in Bewegung Autismus Förderschule Gewaltprävention Poolmodell ADHS Das klingt erstmal wie ein Flickenteppich aber eigentlich geht's immer um dieselbe Frage Wie schaffen wir Strukturen, die Kinder gerecht werden ohne die Erwachsenen zu überfordern?

00:20:16: Ich habe gemerkt dass Schulbegleitung kein starres Berufsbild ist.

00:20:20: Sie ist wandelbar und vielleicht ist genau das ihre größte Stärke aber gleichzeitig größter Herausforderung!

00:20:29: Das war Klassenklima der Talk über Schulbekleidungen von SRB Ruhr.

00:20:33: ich würde mich freuen wenn ihr in die nächste Folge mal rein hören würdet.

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